Eishockey

Ein Punkt für großen Kampfgeist

Iserlohns Brody Sutter (vorne) scheitert hier an Nürnbergs Torwart Niklas Treutle. Foto: ISPFD

Iserlohns Brody Sutter (vorne) scheitert hier an Nürnbergs Torwart Niklas Treutle. Foto: ISPFD

Nürnberg.  Roosters verlieren in Nürnberg in der Verlängerung, und Andreas Jenike nutzt seine Chance.

Es hat auch im 16. Anlauf nicht geklappt, in Nürnberg das Eis als Sieger zu verlassen. Aber mit dem einen Punkt können die Roosters sicher leben, denn in den letzten drei Spielzeiten waren sie jeweils mit völlig leeren Händen heimgekehrt. In einer packenden Partie wurde den Gästen eine Unterzahl in der Overtime schließlich zum Verhängnis, und so blieb es Heimkehrer Andreas Jenike versagt, im Penaltyschießen noch einmal in den Blickpunkt zu rücken. Aber die aktuelle Nummer zwei der Roosters nutzte die Chance und bot an alter Wirkungsstätte eine ganz starke Leistung.


Nürnberg Ice Tigers - Iserlohn Roosters 2:1 (1:1, 0:0, 0:0) n.V. Wer 15 Mal hintereinander in Nürnberg verloren hat, kann die Fahrt nach Franken unter dem Motto „wir haben keine Chance, und die wollen wir nutzen“ antreten. Die Roosters (ohne den verletzten Daniel Weiß) jedenfalls traten selbstbewusst an, der Heimsieg gegen Berlin hatte sie offenkundig beflügelt. Ihnen gehörten die Anfangsminuten, sie besaßen die besseren Möglichkeiten (Friedrich (4.) und schossen das erste Tor. Sutter bediente (mit Nürnberger Unterstützung) Mike Halmo, und der ließ Treutle keine Chance (7.). Auch in dieser Szene zahlte sich das konsequente Attackieren der Gäste aus, die viele gegnerische Scheibenverluste provozierten.

Im ersten Drittel besitztIserlohn Vorteile

So gar nicht gelegen kam ihnen offenbar das Powerbreak, denn danach waren die Ice Tigers besser im Spiel. Zuvor verbuchten sie nur eine Chance für Reimer (8.), aber danach hatte Andreas Jenike gut zu tun. Und er musste sehr bald hinter sich greifen, als nach seiner Abwehraktion gegen Brown Nürnbergs Topscorer Fischbuch schneller schaltete als die Roosters-Verteidiger. Es folgte das erste Powerplay für die Iserlohner, das ihnen nur dank Treutles Glanzparade gegen Sutter nicht die erneute Führung bescherte.

Auch die letzten zwei Minuten dieses sehr unterhaltsamen ersten Abschnitts bestritten die dominanten Gäste in Überzahl, aber hier blieb es bei guten Ansätzen. Die „special teams“ waren auch in der Anfangsphase des zweiten Drittels gefordert, denn beide Teams wechselten sich mit dem Powerplay ab. Hüben wie drüben behielten jedoch die Abwehrreihen kühlen Kopf, wirklich zwingende Möglichkeiten blieben aus. Die Partien gewann wieder an Format, als nummerischer Gleichstand auf dem Eis herrschte. Die Riesenchance für Nürnberg vergaben Fischbuch und Buck, die allein vor Jenike die Scheibe nicht im Iserlohner Tor unterbrachten.

Der Roosters-Goalie rückte in den Blickpunkt, aber je mehr er unter Beschuss geriet, desto besser wurde er. Ganz stark seine Parade gegen Buck (38.). Es war also alles drin vor dem Start ins Schlussdrittel, das den Hausherren gleich eine Überzahl bescherte. Die brachte zwar auch nichts ein, aber die Ice Tigers nahmen Fahrt auf und waren nun klar tonangebend. Die Sauerländer gerieten unter Druck, aber sie bewiesen in dieser Phase, dass sie richtig gut verteidigen können. Echte Großchancen wie für Cangelosi, der allein auf Jenike zusteuerte und am Außenpfosten scheiterte (50.), blieben somit Mangelware. Aber würden die Iserlohner stand halten?

Zumindest Entlastung brachte eine Hinausstellung gegen Nürnberg, aber die nächste Strafe traf die Roosters in Person von Jens Baxmann, worüber der sich zu Recht aufregte. Denn im Finish besaß Nürnberg nun den Vorteil, den die Mannschaft aber nur kurz ausspielte, weil sie sich selbst zwei Minuten einhandelte. So ging es im Gleichstand in die Overtime, ehe die nächste Strafe das Spiel entscheid. Alex Petan musste in die Kühlbox, und diesmal konnten die Iserlohner den Kopf nicht mehr aus der Schlinge ziehen. Aber den einen Punkt hatten sie sich vollauf verdient.

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