Basketball

Ein rundherum gelungener Basketballabend

Das Benefizspiel zwischen den Kangaroos und den Bayern bot tollen Sport.

Das Benefizspiel zwischen den Kangaroos und den Bayern bot tollen Sport.

Foto: Michael May

Iserlohn.   Iserlohn Kangaroos bei 57:96-Niederlage achtbar. Meister aus München überzeugte in allen Facetten.

„Vor zwei Jahren haben wir hier mit unserer zweiten Mannschaft eine bittere Niederlage in den Play-offs kassiert, deshalb sind wir heute mit unserer ersten Mannschaft gekommen und wollen versuchen, hier zu gewinnen“, läutete Bayerns Sportdirektor Marko Pesic mit launigen Worten diesen einzigartigen Basketballabend in der Matthias-Grothe-Halle ein, der durchweg nur fröhliche Gesichter produzierte.

Das Publikum in der ausverkauften, rappelvollen Halle war trotz des ungleichen Duells des Deutschen Basketballmeisters beim zwei Klassen tiefer spielenden Lokalmatador durchweg entspannt und genoss eine sportliche Darbietung, bei der auch die Kangaroos etliche gute Szenen hatten.

Größter Gewinner des Abends waren aber die Vertreter des Vereins „Lebenswert“, die sich über eine volle Kasse nach ihrem bislang größten Event ebenso freuen durften wie über das Erreichen einer breiten Öffentlichkeit, die für das Anliegen der Integration von Flüchtlingen sensibilisiert wurde.

Bevor der sportliche Teil auf dem runderneuerten Parkett begann, gab es einige kurze Grußworte - unter anderem von der Bundestagsabgeordneten Dagmar Freitag, von Daniel Schöning vom Verein „Lebenswert“ oder vom Vizepräsidenten des FC Bayern, Walter Mennekes. Bayern-Spieler Alex King griff ebenfalls zum Mikrofon und spendete spontan noch 2000 Euro aus der Mannschaftskasse für den guten Zweck.

Philipp Grothe darf auf die Bayern-Bank

Wenig später traten die Sportler in Erscheinung. Der kleine Philipp Grothe durfte im Bayern-Trikot auf der Bank der Münchner Platz nehmen und war mittendrin. Die Partie selbst nahm nach dem 5:8 (5.) Fahrt auf. Mit einem kurzen Zwischenspurt entschwanden die Gäste auf 7:21. Bestechend die Treffsicherheit von Nihat Djedovic, aber auch der Spielwitz eines Braydon Hobbs, der seine Nebenleute bestens in Szene setzte, oder eben selbst vollstreckte.

Die Kangaroos hielten vor allem mit Lamar Mallory und Toomas Raadik dagegen, die zwölf der 14 Iserlohner Punkte im ersten Viertel erzielten. 31 Punkte streuten derweil die Bayern ein, die sich im zweiten Durchgang aber nicht deutlich weiter entfernen konnten, weil die von Malte Schwarz angetriebenen Gastgeber immer wieder gelungene Aktionen und ebensolche Abschlüsse verbuchten.

Noch besser sollte es unmittelbar nach der Pause kommen. Zwar eröffnete King diesen per Dreier, doch dann kamen die Kangaroos, die mit einer 15:2-Serie auf 43:55 verkürzten (26.). Das missfiel Bayern-Coach Dejan Radoncic, und seine Akteure merkten das. Vor allem Dedovic und der sprunggewaltige Center Devin Booker machten jetzt Ernst. Schnell stand eine 14:0-Serie für die Gäste zu Buche, die der Underdog nicht stoppen konnte. Am Ende des Viertels war ein 30-Punkte-Rückstand zu notieren.

Und es schien noch deutlicher zu werden, denn der Meister zog bis auf 44:82 davon. Da waren erst 32 Minuten gespielt und eine deutliche Schlappe mit mehr als 100 Gegenpunkten gewiss. Doch dazu kam es nicht, auch wenn Kangaroos-Coach Dragan Torbica, wie angekündigt, allen Akteuren längere Spielzeiten gewährte.

Die Münchner geben sich nach der Partie äußerst volksnah

Nach dem 46:84 gelangen Iserlohn noch einmal sieben Zähler in Serie. Zudem nahmen sie viel Zeit von der Uhr, weil sie sich nach Fehlwürfen der Gäste häufig die Rebounds sicherten und die eigenen Angriffe gut ausspielten. Eine Minute vor dem Ende hieß es 94:55 für die Gäste, und bei dieser 39-Punkte-Differenz blieb es schließlich auch beim 57:96-Endstand.

Mit Ausnahme von Bayern-Coach Radoncic, der sich schnell in die Kabine zurückzog und mit der Leistung seines Teams wohl nicht ganz zufrieden war, ging es unmittelbar nach Spielschluss auf dem Feld sehr volksnah zu. Die Stars der Bayern erfüllten nahezu jeden Autogramm- und Fotowunsch geduldig, zudem verabschiedeten sich beide Mannschaft überaus freundschaftlich voneinander. Vielleicht waren diese Gesten bereits ein Beleg für das, was Marko Pesic in seinem Statement vor Beginn der Partie gesagt hatte: Wir kommen auch gerne noch einmal wieder, wenn es passt.“

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