Leichtathletik

Eine gute Wettkampf-Idee und ihre Umsetzung

Bei der Kinder-Leichathletik ist die Resonanz überschaubar, aber der Nachwuchs hat Spaß.

Bei der Kinder-Leichathletik ist die Resonanz überschaubar, aber der Nachwuchs hat Spaß.

Foto: Willy Schweer

Menden/Iserlohn.  Kinder-Leichtathletik gefällt den Akteuren, aber es gibt vor Ort zu viele Termine und zu kleine Teilnehmerfelder.

Absage einer Veranstaltung im Mai mangels Resonanz, nur vier Vereine beim jüngsten Wettkampf im Mendener Huckenohlstadion am Start: Ist die vor sieben Jahren eingeführte Kinder-Leichtathletik schon wieder ein Auslaufmodell? „Ganz sicher nicht. Bei uns im Kreis ist das Interesse eigentlich groß, es gibt nur zu viele Wettkämpfe, so dass bei einigen eben eine schwache Beteiligung festzustellen ist“, sagt Gabriele Haschke vom Kreis-Leichtathletikausschuss, die am Sonntag in Menden die vierstündige Veranstaltung moderierte.

Als Disziplinen wie Drehwurf mit Fahrradreifen, Team-Biathlon, Hoch-Weitsprung oder die Hindernis-Sprintstaffel über Bananenkartons für den jüngsten Nachwuchs ins Programm genommen und 50-m-Sprint oder Schlagballwurf gestrichen wurden, regte sich natürlich der Widerstand der Traditionalisten. Dennoch wurde die spielerische Form für die Klasse U8 verpflichtend, bei der U10 und U12 werden parallel auch die klassischen Disziplinen angeboten.

Der Mannschaftsgedanke ist das zentrale Thema

Zentrales Thema bei der Kinder-Leichtathletik ist der Mannschaftgedanke. Bis zu zehn Aktive, Mädchen wie Jungen, bilden ein Team, und am Ende geht es nicht um die eine Spitzenleistung, sondern um das Gesamtergebnis. Wer die Kinder bei ihrem Wettkampf erlebt, kann den Spaßfaktor getrost ziemlich hoch ansiedeln. Sie feuern sich gegenseitig an, sie verstehen sich als Gemeinschaft und sind am Ende mächtig stolz, für ihre Leistungen mit einer Urkunde ausgezeichnet zu werden. Die bekommt jeder Teilnehmer, und vom Veranstalter gibt es in der Regel noch ein kleines Präsent als Zugabe.

Dass eine eigentlich gute Sache nicht wirklich rund läuft und es immer wieder schwach nachgefragte Veranstaltungen gibt, hat den Kreis-Verantwortlichen zu denken gegeben. „Wir werden im nächsten Jahr auf eine vernünftige Terminierung achten, zwei Wettkämpfe innerhalb von zwei Wochen haben keinen Sinn“, sagt Gabriele Haschke. Zudem wird erwogen, die Cupwertung wieder einzuführen. Alle Mannschaften müssen über das ganze Jahr verteilt eine bestimmte Anzahl von Wettkämpfen absolvieren (im Freien wie in der Halle), am Ende wird addiert und der Sieger gekürt.

Von Berufs wegen ist Christian Breitbach als Jugendbildungsreferent beim FLVW in Kaiserau unter anderem auch mit der Kinder-Leichtathletik befasst. Und er sammelt regelmäßig Praxiserfahrungen, am Sonntag in Menden als Betreuer einer Mannschaft des TuS Vosswinkel. Ihm langt das bisher erreichte Niveau nicht. „Ich stelle fest, dass viele Eltern keine Lust mehr haben, ihre Kinder zu Wettkämpfen zu fahren. Und auch die Kinder selbst zeigen immer weniger Interesse.“

Weil es für eine um ihren Stellenwert kämpfende Sportart wie die Leichtathletik jedoch fatal wäre, wenn auch noch die jüngsten Altersstufen immer schwächer besetzt sind, fordert er Gegenmaßnahmen. „Wir brauchen im Verband jemanden, der sich ausschließlich um die Kinder-Leichtathletik kümmert. Es reicht nicht, ein Projekt anzuschieben und es dann irgendwie laufen zu lassen.“

LAZ hat gute Erfahrungen mit Hallenwettkämpfen

Breitbach mahnt die Verantwortlichen, nicht nur auf Medaillenkandidaten zu schauen. „Wir müssen auch die mittelmäßigen Aktiven bei der Stange halten, denn uns fehlen immer wieder Leute, die Aufgaben erledigen können.“ Nach seiner Erfahrung soll man sich nicht scheuen, Schüler früh in die Pflicht zu nehmen. „Die können bei Wettkämpfen Verantwortung übernehmen, man muss ihnen nur vertrauen.“ Denn gerade bei der Kinder-Leichtathletik bedarf es keiner ausgebildeten Kampfrichter, um die einzelnen Disziplinen über die Bühne zu bringen.

Im Terminplan des Kreises steht der nächste Wettkampf für den Nachwuchs am 22. September an, dann fungiert das LAZ Iserlohn als Gastgeber. Das hat vor allem mit den Hallensportfesten gute Erfahrungen gemacht. „Viele Teilnehmer, die volle Tribüne und die tolle Stimmung haben uns gezeigt, dass Kinder-Leichtathletik funktioniert“, betont Gabriele Haschke. „Und wenn sich die Begeisterung bei den Kleinen auch auf die älteren Aktiven übertragen ließe, hätten wir einige Probleme weniger.“

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