Rollhockey

Eine Serie voller Unwägbarkeiten

Jubelnde ERGI-Spieler: Alfredo Meier befürchtet, dass dieser Anblick selten werden könnte.

Jubelnde ERGI-Spieler: Alfredo Meier befürchtet, dass dieser Anblick selten werden könnte.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Der frühere Rollhockeymeister ERG Iserlohn muss sich auf einige magere Jahre einstellen.

Selten zuvor startete Rollhockey-Bundesligist ERG Iserlohn mit so vielen Unwägbarkeiten in eine Saison. Am kommenden Samstag bestreiten die Iserlohner in der Landeshauptstadt beim TuS Düsseldorf-Nord ihr erstes Meisterschaftsspiel, ohne in der Vorbereitungsphase auch nur eine Testpartie absolviert zu haben. „Wir bewegen uns auf dünnem Eis“, verweist Trainer Alfredo Meier auf einen extrem schmalen Kader, jeder personeller Ausfall treibt ihm Sorgfalten auf die Stirn.

Die fetten Jahre bei den erfolgsverwöhnten Iserlohnern sind vorerst vorbei. Der neunfache Deutsche Meister muss sich auf eine längere Durststrecke einstellen und den Gürtel enger schnallen. Die Lücken durch die Abgänge der Spanier Joan Salarich und Marc Rue werden mit eigenen Talenten geschlossen, für leistungsstarke Neuzugänge fehlt das Geld. „Die sind auch nicht finanzierbar, weil sie utopische Vorstellungen haben“, sagt Meier.

So verbleiben vom Vorjahresteam zwei Torleute und sechs Feldspieler, zusätzlich wurden vier Nachwuchstalente gemeldet. Bis die jedoch soweit sind, um eine Leistungsrolle in der Mannschaft zu übernehmen, ist Geduld gefordert. „Wir wollen sie nicht verheizen, sondern langsam heranführen und entwickeln.“ Außerdem können Marco Aleixo und Finn Iwanowksi ohnehin erst nach ihrem 16. Geburtstag ab Dezember eingesetzt werden. Sie trainieren aber genauso wie Leandro und Fabio Silva regelmäßig mit dem Bundesligateam.

Allgemein sieht Meier noch zwei, drei Jahre ins Land ziehen, bevor die ERGI kontinuierlich von ihrer guten Nachwuchsarbeit profitieren kann. Mit Patrick Heise taucht ein neuer Name in der Meldeliste des Bundesligisten auf. Dabei handelt es sich allerdings um Keeper Glowka, der im August geheiratet und den Namen seiner Ehefrau angenommen hat.

„Das wird eine sehr harte und enge Saison“, prophezeit Meier. Trotzdem sieht der sich selbst als rollhockeyverrückt bezeichnende Trainer („das ist eine geile Sportart“) die Gegenwart keineswegs so düster wie man vermuten könnte. „Wir haben von der Erfahrung her eine gute Truppe. Es ist die Frage, ob sie gewillt ist, füreinander zu spielen und jeder sein Ego hinten anstellt.“ Nur über die mannschaftliche Geschlossenheit habe man eine Chance, oben mitzuspielen. „Vielleicht nicht ganz oben, aber Platz vier wäre machbar.“

Vorbereitung mit dem ersten Spiel nicht abgeschlossen

In der neuen Saison kämpfen nach der Vorrunde nur die ersten vier Mannschaften um den Titel. Um dabei zu sein, müsse sein Team nicht nur von Verletzungspech verschont bleiben, sondern auch im Angriff effizienter werden. „Das war in der vergangenen Saison unser Problem.“ Die Abschlussschwäche lag auch an fehlender Konzentration, für ihn ein Zeichen mangelnder Physis. Deshalb sei er die Vorbereitung anders angegangen. „Wir haben viel Kondition gebolzt.“ Aber die Zeit sei zu kurz gewesen. „Unsere Vorbereitung wird mit dem ersten Bundesligaspiel nicht abgeschlossen sein.“

Eine Standortbestimmung kann er erst nach dem Auftakt in Düsseldorf vornehmen. Die Iserlohner reisen personell komplett an.

ERGI-Kader: Torhüter: Patrick Heise, Lukas Kost, Fabio Silva; Feldspieler: Nils Hilbertz, Kai Milewski, Christopher Hegener, Adrian Börkei, Timon Henke, Sergio Pereira, Marco Aleico, Finn Iwanowski, Lenadro Silva, Philipp La Rocca.

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