Rollhockey

ERGI stellt vor dem Play-off-Start die Weichen

Seine Erfahrung ist in den Play-offs gefragt:Sergio Pereira (am Ball), die Nummer acht der ERGI.

Seine Erfahrung ist in den Play-offs gefragt:Sergio Pereira (am Ball), die Nummer acht der ERGI.

Foto: Dennis Echtermann

Iserlohn.  Mannschaft und Trainer sollen in der kommenden Saison zusammenbleiben. Der Vorsitzende Ralf Henke kündigt einen Sparkurs an.

Die Hauptrunde in der Rollhockey-Bundesliga ist beendet, jetzt werden die Karten in den Play-offs neu gemischt. Dabei gilt wieder der bewährte Modus, dass im „Best of three“ die schlechter platzierte Mannschaft zunächst Heimrecht genießt und am Wochenende darauf auswärts antritt – samstags in Spiel zwei und sonntags in einem möglichen Spiel drei.

Für Ex-Meister ERG Iserlohn, der die Serie auf Rang fünf abschloss, steht somit am Samstag in der Hemberghalle die Partie gegen den Vierten TuS-Düsseldorf-Nord an, und Klubchef Ralf Henke erwartet ein absolutes Duell auf Augenhöhe. Vor der entscheidenden Meisterschaftsphase haben sich die Verantwortlichen bemüht, die internen Querelen zu beenden und sich vom Spanier Joan Salarich getrennt. „Er hat sich immer wieder Disziplinlosigkeiten geleistet. Wir hätten eigentlich schon vor vier Wochen einen Schlussstrich ziehen können, aber unser Trainer wollte ihm noch eine letzte Chancen geben“, sagt Henke. Doch es änderte sich nichts, und für Coach Alfredo Meier sowie für die Mannschaft war das Maß voll.

Unproblematisch ist es mit den neuen Leuten im Team generell nicht gelaufen, denn auch Marc Rue war mal einige Wochen suspendiert. „Das musste sein, als es zwischen den beiden Spaniern einen heftigen Disput gab. Aber im Gegensatz zu Joan war Marc immer bemüht, ein Teil der Mannschaft zu werden. Wir bauen auf ihn“, stellt der Vorsitzende klar. Und das gilt über die Saison hinaus. Die ERGI will auf Kontinuität setzen und mit dem aktuellen Kader sowie mit Trainer Alfredo Meier weiter arbeiten.

„Aus finanziellen Gründen werden wir uns nach dem aktuellen Stand aber nicht um Verstärkungen bemühen. Ich bin fest davon überzeugt, dass in diesem Kader noch mehr steckt“, betont Henke. Geplant ist, die U17-Nationalspieler Marco Aleixo und Finn Iwanowski an die Bundesligamannschaft heranzuführen. „Sie werden in diesem Jahr 16, und sie kommen auf unsere Meldeliste,“ so der Klubchef, der sich auch durch die regelmäßige Trainingsteilnahme der Nachwuchshoffnungen mehr Effizienz im Alltagsgeschäft verspricht.

Große Sprünge kann sich die ERGI vorerst nicht erlauben. Ralf Henke verweist auf steigende Kosten bei rückläufigen Einnahmen. Deshalb ist auch noch ungewiss, ob die Iserlohner als Hauptrundenfünfter ihr Startrecht im CERS-Cup wahrnehmen werden.

Doch mit Blick auf die kommende Saison gibt es ohnehin etliche Fragezeichen, die aber das gesamte Feld betreffen. Bleibt es bei acht Mannschaften im Oberhaus oder gibt es Zuwachs? Die SG Blue Lions aus Gera, aktueller Spitzenreiter der 2. Bundesliga, hat versichert, nur dann aufzusteigen, wenn am Ende auch Platz eins erreicht wird. Der schärfste Verfolger Hülser SV Krefeld hat dagegen kein Interesse an einem Aufrücken in die erste Liga. Die Entscheidung fällt möglicherweise erst im Juni, was die Planungen erschwert.

Starterfeld in der Bundesliga ist noch völlig offen

Dagegen haben die Niederländer vom Valkenswaardse RC Interesse an einer Rückkehr in den Bundesliga-Spielbetrieb. Die Mehrheit der Vereinsvertreter ist jedoch der Meinung, dass man den Klub nur als zehnte Mannschaft hinzu nehmen sollte, also wenn auch Gera mitspielt. Es ist somit offen, ob in der Saison 2019/2020 acht, neun oder zehn Mannschaften antreten.

ERGI-Chef Ralf Henke hatte seinen Kollegen vorgeschlagen, bei einem Achterfeld auf Play-offs zu verzichten und lieber eine Doppelrunde auszutragen. Mehrheitsfähig war das nicht. Statt dessen soll bei nur acht Mannschaft das Feld für die Play-offs geteilt werden. Und die auf den Rängen fünf bis acht notierten Teams sollen als Anreiz mit auf den Weg bekommen, in ihrer K.o.-Runde noch einen Teilnehmer für den Europapokal ausspielen zu können.

Aktuell gibt es aber die klassischen Play-offs, die am Wochenende mit dem Viertelfinale beginnen. Und das soll für die ERGI anders als vor einem Jahr, als man ziemlich sang- und klanglos in zwei Spielen gegen Germania Herringen ausschied, diesmal noch nicht die Endstation sein.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben