Polesport

Erster Höhepunkt in der neuen Karriere

Im Polesport hat Jana Egger bei der Weltmeisterschaft die Bronzemedaille gewonnen. 

Im Polesport hat Jana Egger bei der Weltmeisterschaft die Bronzemedaille gewonnen. 

Foto: Privat

Iserlohn.  Nach dem Leistungsturnen hat sich Jana Egger ganz dem Polesport verschrieben und gewinnt WM-Bronze.

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Was vor vier Jahren als sporadisches Ergänzungsprogramm zum Leistungsturnen begann, hat sich für die Iserlohnerin Jana Egger zu einer absoluten Erfolgsgeschichte entwickelt. Sie verschrieb sich dem Polesport und hat jetzt ihren ersten großen internationalen Erfolg gefeiert. Bei der Weltmeisterschaft in Kanada sicherte sie sich die Bronzemedaille in der Kategorie Ultra Pole.

Hier geht es um ein Duell zweier Sportlerinnen, deren Ziel es ist, mit viel Improvisation schwierigere Elemente als die Kontrahentin zu zeigen. An zwei fest stehenden Stangen läuft die Präsentation über zweimal 30 Sekunden bei motivierender Musik, die dann von einer Jury bewertet wird. Die 26-Jährige freut sich natürlich über ihre WM-Medaille, bezeichnet aber schon die Qualifikation für die Titelkämpfe als großen Erfolg. „Dass ich in der Elite so gut mithalten kann, ist einfach toll und für mich ein Ansporn, auf diesem Weg weiterzumachen.“

Jahrelang hatte sie beim Letmather TV intensiv geturnt, suchte aber mit der Zeit eine „Sportart für Erwachsene“, wie sie es formuliert. „Mit über 20 ist es nicht mehr so leicht, neue Elemente zu lernen, und als ich Polesport im Fernsehen sah, hat mich das gleich angesprochen.“ In der von Caroline Lange in Hagen betriebenen Pole Garage fand sie das passende und leistungsfördernde Umfeld. Heute betreibt die Nationaltrainerin, die in Kanada das deutsche Team coachte und selbst im Artistic Pole antrat (Rang sechs) auch einen Standort in Iserlohn. Jana Egger ist als Trainerin mit im Boot und vermittelt ihr Können an zahlreiche Interessentinnen. „Die meisten unserer Aktiven sind zwischen 35 und 40 Jahre alt, und wir haben viele junge Mütter dabei“, sagt die Medaillengewinnerin. „Wir trainieren Kraft und Koordination, aber man nimmt die Belastung gar nicht so wahr.“ Als Sport für Kinder sieht sie ihre Disziplin allerdings nicht. „Turnen und Tanzen sind da sicher eher geeignet und auf jeden Fall eine gute Grundlage für den Polesport.“

Wer wie Jana Egger über nationale Meriten (sie wurde bereits deutsche Meisterin im Ultra Pole) internationale Wettkämpfe anstrebt, muss dafür tief in die Tasche greifen. Eine WM in Kanada schlägt mit Kosten für Flug, Übernachtung, Meldegebühr und sogar für die Verpflegung während des Wettkampfes zu Buche.“ Die Pole Garage fand jedoch einen Sponsor, und die Aktiven ließen im Bekanntenkreis die Spendenbox herumgehen.

Das nächste Ziel ist dieWM 2020 in der Schweiz

Derzeit laufen Bemühungen, dass Polesport olympisch wird. „Dann gäbe es ganz andere Fördermöglichkeiten,“ sagt Jana Egger. Bis zur WM 2020 wird es noch nicht so weit sein, aber die findet in der Schweiz statt, was die Kosten überschaubar macht. Im nächsten Sommer will sich die Iserlohnerin wieder qualifizieren und auch im der Kategorie Pole Sports einen Schritt nach vorn machen. In Kanada verzeichnete sie einen Sturz in diesem Wettbewerb, der eine Choreographie mit Pflichtelementen und Bonustricks vorsieht. Ziel ist die möglichst perfekte Ausführung. Am Ende wurde sie 17., und da ist Luft nach oben.

Vier- bis fünfmal wöchentlich wird dazu trainiert, ihr Platz im Nationalteam soll schließlich nicht in Gefahr geraten. Das holte in Kanada insgesamt sechs Medaillen, belegte Rang fünf in der Nationenwertung, in der Japan und Brasilien dominieren. „Und in Russland gibt es schon Leistungszentren. In Deutschland hinken wir etwas hinterher,“ sieht Jana Egger noch viel Entwicklungspotenzial in ihrer Sportart.

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