24-Stundenlauf

Erstmals am Start und auf Anhieb ganz vorne

Mit viel Einsatz absolvierten die Starter den 24-Stundenlauf am Seilersee.

Foto: Michael May/IKZ

Mit viel Einsatz absolvierten die Starter den 24-Stundenlauf am Seilersee. Foto: Michael May/IKZ

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Iserlohn.  Fragt man Bernd Nuß kurz vor dem Start des 24-Stunden-Benefizlaufes am Seilersee nach seinem Befinden, so klingt die Antwort immer ähnlich: „Nicht gut.“ Und ebenso regelmäßig folgt: „Es ist alles zu viel geworden.“ Aber dies ist fast schon eher ein Ritual des Mendener Idealisten, der dieses Ausdauerereignis vor sechs Jahren zunächst als einmaliges Event initiiert hat, das sich inzwischen aber zu einem beliebten Laufspektakel entwickelt hat, für Ultra-Langstreckler und Breitensportler, für Alt und Jung.

„Es wird schon langsam zur Tradition. Bernd Nuß und seinem tollen Team danke ich daher besonders“, freute sich Dagmar Freitag beim Startschuss am Samstag. Da gab es reichlich Applaus von den Läufern. „Und ich weiß, dass ich Bernd damit eine Bürde auftrage.“

Aber diese „Bürde“, die so vielen Aktiven großen Spaß bereitet, wird inzwischen auf mehreren Schultern getragen, so dass es auch die siebte Auflage im kommenden Jahr geben soll. Wichtige Hilfe leistet der ASV Iserlohn mit großem Aufgebot, dessen Mitglieder zudem noch Zeit fanden, am Wettkampf teilzunehmen. Für die Zeitnahme wurde ein professionell arbeitender Anbieter gewonnen. Dadurch wurden Aktive und Zuschauer stets auf dem „Laufenden“ gehalten. Praktischer Nebeneffekt: Es musste zur Rundenmessung nicht durch einen Zielkanal gelaufen werden. Ebenso mit im Boot befinden sich die Stadtwerke Iserlohn. Auch der VfK Iserlohn gehört dazu. Denn das Inceptum-Stadion ist ein zentraler Veranstaltungsort. Es bietet die Sanitäreinrichtungen, auf dem Gelände können Zelte für die Nacht aufgebaut werden, und am Eingangsbereich befindet sich die Verpflegungsstation, der von den Aktiven angesichts des vielfältigen abwechslungsreichen Angebots stets „Weltklasse“ attestiert wird.

Was den 24-Stundenlauf mit seinem zahlreichen Alternativangeboten zudem auszeichnet, ist neben der familiären Atmosphäre (u. a. auch durch den Kids-Lauf) der Benefizcharakter der Veranstaltung für diverse gute Zwecke. „Mit diesem Lauf ist daher auch eine Botschaft verbunden“, so Freitag. Und 24 Stunden später sagte sie bei der Siegerehrung: „Dies ist für mich kein politischer Termin, sondern ein Anliegen.“ Beliebt ist der Lauf auch wegen seiner Strecke, der Rundkurs um den großen Seilersee ist 1,8 Kilometer lang und hat es mit seinen augenscheinlich nur geringen Steigungen in sich. Denn die Höhenmeter addieren sich zu einer ordentlichen Summe.

Und seit Sonntag darf sich der Kurs auch Rekordstrecke nennen. Denn Ruth Jäger vom TGMSV Jügesheim (W60) verbesserte beim 12-Stundenlauf den Deutschen Altersklassenrekord um rund 2 Kilometer auf 94,784 Kilometer. Derzeit wird noch überprüft, ob damit sogar eine Weltbestleistung aufgestellt wurde. Und das bei einer Nachttemperatur von null Grad! „Da wurden wir kalt erwischt“, beschreibt der Mendener 24-Stundenläufer Tom Kuschel die Nachtstunden. „Ich habe mich zwischendurch aufwärmen müssen.“

Eine besondere Leistung vollbrachte auch die 75-jährige Christel Kunze, die unter Osteoporose leidet. Sie war schon zum fünften Mal am Start und absolvierte 57,2 Kilometer. Bei den 184 Free-Runnern lief die Iserlohnerin Kerstin Guretzki ganz stark. Sie absolvierte im Team der BSG Stadtwerke 105,476 Kilometer. Michael Ufer (ASV bewegt Iserlohn) und Jens Vieler kamen jeweils auf 100,112 Kilometer.

Gesamtsieger wurde Alois Wimmer aus dem Vest Recklinghausen. Das Besondere: Er bestritt seinen ersten 24-Stundenlauf nur, um seine Frau Renate (10. der Frauenklasse/114,642 km) zu begleiten. Nach einem Duell mit dem Letten Victor Rodionovs (beide befanden sich bis zur letzten Stunde noch in einer Runde) hatte Alois Wimmer nach 216,558 Kilometern die Nase mit vier Kilometern vorn.

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