Handball

Es darf wieder „geharzt“ werden

Eine der beiden Harzschalen in der Humpferthalle vor dem Handball-Bezirksligaderby zwischen Letmather TV und V Lössel.

Eine der beiden Harzschalen in der Humpferthalle vor dem Handball-Bezirksligaderby zwischen Letmather TV und V Lössel.

Foto: Max Winkler

Letmathe.  Haftmittelverbot für erste Seniorenteams von LTV, Lössel und SG Iserlohn vor dem Aus.

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Ungewöhnlicher Anblick in der Letmather Humpferthalle bei einem Spiel der Handball-Bezirksliga. Bereits vor dem Derby zwischen dem LTV und dem TV Lössel standen neben den Trainerbänken zwei Säulen, auf denen jeweils Schalen mit Harz platziert waren.

Haftmittel in Iserlohner Sporthallen? War das bislang nicht dank einer Ausnahmegenehmigung ein Privileg der hochklassig aktiven, bisherigen B- und jetzigen A-Jugend-Mannschaft der Letmather? Nein, es hat sich etwas getan. Schon vor einigen Wochen hatte der LTV einen Antrag gestellt, auch für die erste Mannschaft die Harzbenutzung wieder zu erlauben, um die Chancengleichheit innerhalb der Liga zu gewährleisten. An den meisten anderen Standorten sei dies erlaubt.

Harzverbot entstand aufInitiative von Katrin Brenner

„Handball ohne Harz ist ein anderes Spiel“, hatte schon Handball-Legende Stefan Kretzschmar vor Jahren festgestellt, doch in Iserlohn sah man das anders. Auf Initiative der damaligen ersten Beigeordneten und Betriebsleiterin beim Kommunalen Immobilienmanagement (KIM), Katrin Brenner, die selbst aus dem Handballer-Lager stammte, wurde die Verwendung von Haftmitteln kategorisch untersagt. Eine erste Ausnahme erreichte vor einiger Zeit der Letmather Nachwuchs, der noch vor wenigen Monaten um den Aufstieg in die Bundesliga spielte.

Nun wird das Verbot weiter aufgeweicht. Bei KIM hat man schnell gehandelt und dem Begehren der Letmather bereits zugestimmt. Der LTV musste sich aber seinerseits verpflichten, nach jeder Partie, in der Harz benutzt wurde, etwaige Flecken zu beseitigen und einmal pro Jahr die Kosten für eine Grundreinigung zu übernehmen. Zudem müssen die Spielerbänke mit Stoffüberzügen abgedeckt werden.

Auch TV Lössel und SG Iserlohnwollen wieder harzen

Der Vorstoß des Letmather TV hat natürlich auch den TV Lössel auf den Plan gerufen. Der Ligakonkurrent des LTV möchte ebenfalls für die erste Mannschaft eine Genehmigung zur Nutzung von Haftmitteln erwirken. Die in der Kreisliga aktive SG Iserlohn-Sümmern hat ebenso einen Antrag gestellt.

Dass auch hier bei den nächsten Heimspielen bereits Harz eingesetzt werden kann, dürfte kaum noch eine Frage sein, denn auch die Politik steht mit breiter Brust hinter den Wünschen der Sportler. Für die nächste Sportausschusssitzung am 25. September liegt bereits ein gemeinsamer Antrag aller Fraktionen vor, der dementsprechend auch positiv beschieden werden dürfte. Welche weiteren Entscheidungen für andere Teams dies noch nach sich ziehen wird, müssen dann die kommenden Wochen zeigen.

Für die nun in den Genuss kommenden Teams sollte es dann auch mittelfristig wieder besser laufen. Häufig genug sind den Klubs potenzielle Neuzugänge mit dem Hinweis auf das Verbot der Haftmittel-Nutzung abgesprungen. Dieses Argument fiele dann weg.

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