Eishockey

„Es ist eine große Ehre, mein Land zu vertreten“

Alexander Bonsaksen spielt für Norwegen bei den Olympischen Winterspielen.

Alexander Bonsaksen spielt für Norwegen bei den Olympischen Winterspielen.

Foto: Björn Braun

Iserlohn/Pyeongchang.   Roosters-Verteidiger Alexander Bonsaksen nimmt an den Olympischen Spielen teil, seine Freundin auch.

Die Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang finden auch mit einem Vertreter aus Iserlohn statt. Denn Roosters-Verteidiger Alexander Bonsaksen wurde für die norwegische Eishockey-Nationalmannschaft nominiert, gestern flog die Auswahl nach Asien, nachdem der Rooster praktisch unmittelbar nach dem Match in Straubing zum norwegischen Eishockey-Team nach Oslo gestoßen war.

„Natürlich ist das für mich etwas ganz Besonderes, ein weiterer Höhepunkt“, sagt Bonsaksen im Gespräch mit unserer Zeitung. „Denn Olympische Spiele sind das Größte, was es gibt. Ein bedeutenderes Eishockeyturnier gibt es nicht. Und es ist für mich eine große Ehre, mein Land in Südkorea zu vertreten. Ich freue mich jedenfalls riesig.“

Eine Premiere ist diese Teilnahme an den Spielen für den 31-Jährigen nicht. Denn schon 2010 im kanadischen Vancouver und 2014 im russischen Sotschi war er für „Team Norway“ nominiert. Deshalb erahnt „Bonsa“ auch, was ihn erwartet: „Dieses Flair ist sagenhaft, Olympische Spiele sind etwas absolut Faszinierendes.“

Mit Norwegen ins Viertelfinale und dem IEC in die Play-offs

Dass der gebürtige Osloer nominiert würde, war für ihn im Prinzip klar. An dieser Überzeugung konnte seine schlimme Gesichtsverletzung, die er sich in der DEL zugezogen und ihn für einige Zeit außer Gefecht gesetzt hatte, ebenso wenig etwas ändern, wie die Tatsache, dass er bei den Roosters mehrfach der Rotation zum Opfer gefallen war, weil es einen Kontingentspieler zu viel im Iserlohner Kader gibt. „Ich gehöre schon acht Jahre zum Team der Nationalmannschaft, und so viele Kandidaten gibt es ja auch nicht. Aber man weiß natürlich nie, was alles passieren kann“, erläutert der achtfache Weltmeisterschaftsteilnehmer, der im Frühjahr noch bei der gemeinsam von Deutschland und Frankreich ausgerichteten WM im Einsatz war.

Und was erwartet Bonsaksen von der norwegischen Eishockey-Mannschaft? „Wir wollen ins Viertelfinale“, demonstriert der Verteidiger Selbstbewusstsein. Deutschland ist ein Gruppengegner. „Die müssen wir schlagen“, lautet sein Vorgabe. Direkt erreichen nur die Sieger der drei Vorrundengruppen sowie der beste Zweite das Viertelfinale, für die anderen acht Teams gibt es eine weitere Chance über ein Play-off-Spiel. Norwegen startet am 15. Februar gegen Schweden in das olympische Turnier, dann geht es gegen Finnland, wo der Roosters-Abwehrspieler in der letzten Saison mit Tapaara Tampere den Titel holte. Das Duell gegen Deutschland folgt zum Gruppenfinale am 18. Februar.

Einen großen Unterschied zu Bonsaksens bisherigen beiden Olympia-Teilnahmen gibt es auf jeden Fall, und der ist privater Natur. Denn seine Lebensgefährtin Silje Norendal ist ebenfalls für Norwegen am Start, sie kämpft auf dem Snowboard um Edelmetall im Slopestyle, einem Parcours-Abfahrtslauf mit Sprüngen, sowie im erstmals durchgeführten Ladie’s Big Air, einem Sprung über eine 50 Meter hohe Schanze. „Ihr Ziel ist eine Medaille“, so Bonsaksen, der außerhalb des Eishockeys mit seinem Namen für Männerbekleidung und Accessoires wirbt. Seine 25 Jahre alte Freundin weilt bereits seit knapp einer Woche in Südkorea. Für die mehrfache norwegische Meisterin, die auch schon einmal WM-Bronze gewonnen hat, ist es die erste Teilnahme an Olympischen Spielen.

Noch keine Gespräche über die Zukunft in Iserlohn

Allerdings wohnen die beiden nicht in einem Ort. Dennoch beabsichtigt Bonsaksen, die Wettbewerbe seiner Freundin live an den Wettkampfstätten zu verfolgen. „Und sie wird versuchen, meine Spiele zu sehen. Das wäre schon eine tolle Sache, wenn es so laufen würde, wie wir uns das vorstellen.“

Olympia steht nun also zwangsläufig im Fokus des Defensivspezialisten. Er muss durcharbeiten, während der Rest des Roosters-­Teams zunächst gut eine Woche urlaubt. „Natürlich ist die DEL-Pause nicht gut. Aber sie bietet den Spielern auch die Chance, sich zu erholen. Das kann für die weiteren Spiele ein Vorteil sein.“

Selbstverständlich hofft Bonsaksen, dass er mit den Roosters die Play-offs erreicht. „Unser erstes Ziel ist eine Top-Ten-Platzierung“, hält er es wie viele im Team. „Toll wäre natürlich ein Platz unter den Top Sechs.“ Niederlagen wie zuletzt gegen Straubing, an der er als Tribünengast nicht aktiv beteiligt war, gefallen dem Norweger daher nicht. „Aber im Prinzip spielen wir bislang eine Saison, die okay ist.“ Allerdings gefallen ihm die Formschwankungen der Mannschaft nicht.

Ob er auch in der kommenden Serie für die Roosters spielt, ist unklar. „Meine Zukunft ist offen. Es hat bislang noch keine Gespräche gegeben.“ Und die wird es zwangsläufig auch in den nächsten Tagen nicht geben, denn dann zählt nur eins: das Erreichen des Viertelfinales.

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