Fußball

FLVW beseitigt zahlreiche Unklarheiten

Weite Auswärtsfahrten musste der SC Hennen in der Bezirksliga-Saison 2010/11 antreten. In Staffel 14 führte der Weg unter anderem zum TuS Hattingen. Ein Wiedersehen ist 20/21 nicht ausgeschlossen.

Weite Auswärtsfahrten musste der SC Hennen in der Bezirksliga-Saison 2010/11 antreten. In Staffel 14 führte der Weg unter anderem zum TuS Hattingen. Ein Wiedersehen ist 20/21 nicht ausgeschlossen.

Foto: STEFAN AREND

Iserlohn.  Bei einer Online-Pressekonferenz wurde aber deutlich: Viele Absichten stehen noch in der Schwebe.

Das momentan in der Entstehung befindliche Saisonabschlussbild im westfälischen Amateurfußball wird immer konturenreicher. Dazu tragen seit Wochen maßgeblich die Mitteilungen des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen bei, ganz besonders gilt das aber für die Online-Pressekonferenz, zu der der FLVW für Mittwochnachmittag eingeladen hatte. Dort wurde unter anderem das bisherige Vorgehen erläutert und begründet, wie Auf- und Abstiegsfragen geklärt werden sollen.

Verbandsgeschäftsführer Wilfried Busch begrüßte die Teilnehmer und moderierte die Konferenz, zu der sechs Tage zuvor eingeladen wurde, die aber durch eine weitere, wenige Stunden zuvor verschickte Mitteilung an Bedeutung zu verlieren schien. Das Gegenteil war letztendlich der Fall, denn viele Fragen klärten sich erst durch die zugeschalteten Journalisten.

Die FLVW-Spitze nutzte die Runde auch dazu, um beinahe gebetsmühlenartig darauf hinzuweisen, dass noch nichts in Stein gemeißelt ist. „Wir befinden uns sozusagen auf der Zielgeraden eines langen und nicht immer einfachen Diskussions- und Abstimmungsmarathons“, sagte FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski.

Am Mittwochabend stimmte das FLVW-Präsidium der Empfehlung des Verbands-Fußball-Aussschusses (VFA) zu. In einem nächsten Schritt wird das Präsidium am Montag, 11. Mai, die Ständige Konferenz anrufen, zu der die Vorsitzenden der einzelnen Fußballkreise gehören, und die eine beratende Funktion des Präsidiums hat. Ziel ist es, sich auch von dieser Seite die Zustimmung einzuholen, so dass sich der FLVW mit diesem Votum und einer Beschlussvorlage auf dem außerordentlichen Verbandstag des Westdeutschen Fußballverbandes präsentieren kann, der wahrscheinlich für die zweite Juniwoche angesetzt wird. Walaschewski betonte nochmals: „Diese Empfehlung ist eine Empfehlung, ist also noch keine Entscheidung, ist also noch nicht definitiv, aber definitiv wahrscheinlich.“ Das letzte Wort werde auf dem Verbandstag gesprochen.

Der für den Amateurfußball zuständige Vizepräsident Manfred Schnieders erklärte, warum es keine Annullierung gab: „Wir wurden von den Juristen darauf hingewiesen, dass wir eine Verpflichtung haben die Spiele zu werten.“ Das war ganz im Sinne der Vereine, die mehrheitlich für eine Wertung stimmten – nur sprachen sich einige für die Wertung zum Abschluss der Hinrunde aus, andere für den aktuellen Tabellenstand. Einigkeit bestand nur darin, dass es keine Absteiger geben soll. „Ein Abstieg wiegt deutlich schwerer als ein Verbleib in der jeweiligen Liga.“

Bei ganz spätem Start müssen neue Überlegungen her

Möglicherweise gibt es dennoch Vereine, die in der Saison 20/21 lieber in einer tieferen Liga spielen möchten. Bis wann diese Entscheidung dem FLVW vorliegen muss, ist noch nicht klar. Thomas Berndsen, Leiter der Abteilung Amateurfußball, sagte im Rahmen der Pressekonferenz dazu: „Das Datum wird zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben, weil wir noch die Entscheidung des Verbandstages abwarten müssen. Aber die Vereine haben natürlich diese Möglichkeit.“

Unklar ist noch, wann es wieder losgehen kann. Schnieders sagte aber, dass nach aktuellem Stand vor dem 1. September nichts passieren wird. Auch auf die Kalenderjahr-Variante ging er ein: „Dass wir von Februar bis Herbst spielen, kann ich mir aktuell überhaupt nicht vorstellen, weil dazu viele andere Dinge geregelt werden müssten,. Die Landesverbände müssten sich einig sein, und dann gibt es die Schnittstellen nach oben, die nicht einfach zu bedienen sind.“

Gefragt wurde auch nach der künftigen Aufteilung der Bezirksligen, die bekanntlich von zwölf auf 14 Staffeln aufgestockt werden soll. Schnieders: „Es kann sein, dass alle zusammenbleiben, es kann aber auch passieren, dass der eine oder andere Verein woanders hinfahren muss, aber das ist heute noch Spekulation.“ Thomas Berndsen wies darauf hin, dass dieser Plan durchaus wieder verworfen werden könnte, falls zu viele Bezirksligisten doch lieber in die Kreisliga gehen, oder mögliche Aufsteiger auf ihr Aufstiegsrecht verzichten. Die Staffeleinteilung erfolgt erst wenn zwei Dinge klar sind: Die endgültige Zahl der Bezirksligisten und der Zeitpunkt des Saisonstarts. Laut Berndsen sei es unrealistisch, eine Liga mit 16 oder 20 Mannschaften zu spielen, wenn es erst im Januar losgehen kann.

Spieler, die den Verein ohne Freigabe ihres bisherigen Klubs wechseln, werden wie gehabt sechs Monate gesperrt, und diese Sperre reduziert sich auch während der Corona-Zwangspause nicht. Das machte Schnieders deutlich. Zur Wertung der Jugendfußball-Saison auf Kreisebene soll es nächste Woche Neuigkeiten geben.

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