American Football

Football noch länger in der Warteschleife

American Football ohne intensiven Körperkontakt ist schwer vorstellbar.

American Football ohne intensiven Körperkontakt ist schwer vorstellbar.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Die Iserlohn Titans stellen sich auf ein Jahr ganz ohne Punktspiel ein, verzeichnen aber Zuwachs in allen Teams.

Wenn es einen Mannschaftssport gibt, der denkbar schlecht mit Abstandsregeln klar kommt, dann ist es American Football. Körperkontakt ist erforderlich, um den Sinn des Spiels nicht ad absurdum zu führen. Demzufolge gestaltet sich der Neustart nach dem Corona-Lockout schwierig.

Am Hemberg-Südhang bitten die Iserlohn Titans zwar wieder zum Training, aber dabei stehen Ausdauer und Kraft im Vordergrund - eben alles, was mit gebotenem Abstand zu erledigen ist. Vom normalen Übungsbetrieb ist man noch ein Stück entfernt, vom Start der Meisterschaft erst recht. „In der ersten und zweiten Liga wird diskutiert, ob man im September wieder beginnen kann“, berichtet Titans-Chefin Tanja Wiesenhöfer. Erst wenn in den höheren Ligen Klarheit herrscht, dürften sich die Landesverbände an die Planung begeben, und bei einem Start im letzten Quartal liegen die Probleme auf der Hand. „Dann muss man damit rechnen, dass der Platz nicht bespielbar ist, und Ausweichmöglichkeiten haben wir nicht", stellt sich die Abteilungsleiterin auch darauf ein, dass es in diesem Jahr gar nicht mehr um Punkte geht. Nach dem unbefriedigenden Jahr 2019, als sich die Männer mangels Masse aus dem Spielbetrieb verabschieden mussten, wäre das ein weiterer Rückschlag.

Dabei hatten die Titans die Weichen eigentlich sehr vielversprechend gestellt. Bis zur Jahreshauptversammlung im Februar hatte sich die Mitgliederzahl auf knapp 150 erhöht. Zuwachs gab es vor allem bei den Jugendmannschaften U13/U16 mit Cheftrainer Christian Martello und U19 um Kevin Weber zu verzeichnen. Und die im letzten Jahr personell ausgedünnten Männer verzeichneten dank einiger Tryouts etliche Zugängen, so dass unter der Leitung des neuen Cheftrainers Mike Brown vor dem Lockout bis zu 40 Aktive zum Training zusammenkamen.

Seit Mitte März stand jedoch vorwiegend „Heimarbeit“ auf dem Programm, und dabei gab es auch reichlich Theorieeinheiten. In dieser Hinsicht waren die Titans gut vorbereitet für die ersten Einheiten nach Wiedereröffnung der Sportplätze. In Fünfergruppen wurde trainiert, und natürlich wartet man im Verein gespannt ab, wie die geplante Lockerung für Kontaktsport im nächsten Monat ausfällt.

In den Nachwuchsmannschaften gibt es mehr Zurückhaltung, was für die Verantwortlichen nachvollziehbar ist. „Manche Eltern fragen sich, ob sie ihre Kinder wirklich schon wieder zum Training schicken sollen“, sagt Tanja Wiesenhöfer. Bei den Männern wollen die beiden neuen Trainer Mike Brown, der auch für die Defensive zuständig ist, sowie der ebenfalls aus Gießen kommende David Colvin (zudem Koordinator für die Offensive) schnellstmöglich mit dem speziellen Training beginnen, um eine schlagkräftige Mannschaft zu formen. Die beginnt nach dem Ausstieg wieder in der NRW-Liga, genauer gesagt in der Staffel Ost und würde dort auf Coesfeld, Dorsten, Elsen (Paderborn), Kachtenhausen (Lage) und Minden treffen.

Meisterschaftsstart der U16 wird eine Premiere

In der U19 stehen den Iserlohnern zwar wieder mehr Spieler zur Verfügung, doch ein Start in Eigenregie erschien den Verantwortlichen etwas riskant. „Bei Ausfällen hätten wir leicht Probleme bekommen“, begründet Tanja Wiesenhöfer die geplante Spielgemeinschaft mit Hagen und Hamm, die in der Landesliga im Neuner-Tackle starten wird. Ein reines Iserlohner Team plant dagegen den Einstieg in die U16-NRW-Liga im Fünfer-Tackle. Hier wird quer auf dem normalen Spielfeld gespielt, und für die Titans wäre der Start in dieser Altersstufe eine echte Premiere.

Noch gibt es Hoffnung auf Meisterschaftsspiele in diesem Jahr, aber falls sich die zerschlägt, werden die Titans dennoch Präsenz zeigen. „Unser Charity-Spiel findet mit Sicherheit statt“, kündigt die Abteilungsleiterin an. Freundschaftsspiele will man planen, sobald es dafür grünes Licht gibt. Aktivitäten am Hemberg wären auch gut für die Vereinskasse. Die Einnahmen rund um die Spiele fehlen, und neue Sponsoren in diesen Zeiten zu finden, ist schwierig. Immerhin können Titans-Fans jetzt Schutzmasken mit dem Vereins-Logo kaufen und so einen Beitrag leisten, um die Durststrecke zu überwinden.

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