Eishockey

Gut gestartet und stark zurück gekommen

Zweikampfstärke war über weite Strecken Trumpf im Duell der Roosters mit den Panthern.

Zweikampfstärke war über weite Strecken Trumpf im Duell der Roosters mit den Panthern.

Foto: Max Winkler

Iserlohn.  Die Roosters verspielen gegen Augsburg 3:0-Führung, drehen im letzten Drittel aber wieder auf und siegen verdient.

Zweiter Heimsieg in Folge, zum fünften Mal hintereinander gepunktet: Für die neuen Roosters sind das echte Erfolgsmeldungen. Und fünf Treffer in einer Partie klingen schon beinahe nach Torfestival. Am Seilersee herrschte dementsprechend prächtige Stimmung. Zwei Drittel lang waren die Iserlohner die bessere Mannschaft, und den massiven Durchhänger im zweiten Abschnitt nahm ihnen die Anhängerschaft nicht übel. Mit „standing ovations“ wurden sie durch die letzte Minute dieser Partie geleitet.


Iserlohn Roosters - Augsburger Panther 5:3 (3:0, 0:3, 2:0). Erst gelingt den Roosters wochenlang im ersten Drittel gar kein Tor, und jetzt drei auf einen Schlag. Statt chronisch enger Spiele und knapper Führungen wurde es im fünften Saisonheimspiel ungeahnt deutlich. 3:0 – wie konnte das gelingen? Ganz einfach: Die Mannschaft ließ wenig zu und entdeckte endlich, wie nützlich doch Effizienz sein kann. Die Hausherren besaßen gewiss nicht die Großchancen im Übermaß, aber sie schlugen konsequent zu und zogen den Panthern auf diese Weise den Zahn.

Die Effizienz im ersten Drittel wird belohnt

Gut zweieinhalb Minuten waren vorüber, als Mike Hoeffel einen durchdachten Angriff gekonnt abschloss. Jake Weidner hatte ihn maßgerecht bedient. Augsburg erhöhte gleich die Schlagzahl, doch die Sauerländer, die wegen diverser Ausfälle nur 16 Feldspieler aufboten, machten vor dem eigenen Tor einen guten Job. Das hütete wieder Anthony Peters, der aber nicht ganz so souverän wirkte wie noch gegen Berlin.

Nach flottem Beginn wurde die Partie zerfahren, aber für den passenden Weckruf sorgte Alex Petan, der nach Sutters Zuspiel knallhart abzog. 2:0 nach 13 Minuten – das gab Auftrieb. Es folgten die gute Möglichkeit für Friedrich und sogar das 3:0. Nach O’Connors Geschoss gab Brett Findlay dem Puck den entscheidenden Dreh. „Die schießen viel und nehmen unserem Torhüter die Sicht“, resümierte Augsburgs Kapitän Tölzer in der ersten Pause gegenüber „Magenta Sport“ .

Natürlich wussten die Iserlohner, dass es so entspannt kaum weitergehen würde, aber vielleicht hatten sie es doch ein wenig gehofft. Augsburg wechselte den Torwart und kam mit neuem Tatendrang aus der Kabine. Die Roosters begannen noch gut, gaben dann jedoch das Heft aus der Hand. Das 3:1 konnte man noch als Schönheitsfehler abtun, weil Schmölz die Scheibe unhaltbar für Peters abgefälscht hatte (25.). Aber dann nahm das Unheil seinen Lauf, als kurz nacheinander Sutter und Halmo auf die Strafbank mussten. In doppelter Überzahl verkürzten die Panther, es ging mit Powerplay der Augsburger weiter, die nun die Oberhand besaßen und die Roosters gehörig in die Bredouille brachten. Die waren in diesem Abschnitt einfach zu passiv, sie hatten Mühe, die Scheibe in den eigenen Reihen zu halten und brachten kaum einen vernünftigen Angriff zustande. So konnten sie froh sein, dass es bis zum Drittelende nur noch einmal hinter Peters einschlug. Beim 3:3 behinderten sich der Goalie und Verteidiger Baxmann gegenseitig, und Stieler war der lachende Dritte (36.). Alles war wieder offen.

Würden die Roosters nach dieser mauen Darbietung wieder zurückkommen? Sie lernen erfreulicherweise schnell und begriffen, dass Attacke immer noch besser ist als abzuwarten, was dem Gegner einfällt. Hoeffel und Weidner gaben die ersten Warnschüsse ab, und im nächsten Powerplay passte alles. Alex Petan hatte freie Bahn und setzte die Scheibe in die Maschen (44.). Die Roosters machten weiter Dampf und durften nur drei Minuten später wieder jubeln. Im Gewühl vor dem Augsburger Tor war Marko Friedrich als Letzter am Puck und bugsierte ihn über die Linie. Dass alles mit rechten Dingen zugegangen war, musste das Videostudium klären.

Noch waren 13 Minuten zu spielen, Zeit genug also für Augsburg, um noch einmal für Spannung zu sorgen. Aber die Hausherren ließen nicht locker, sie wollten die Entscheidung und gestatteten dem Gegner erst in den letzten fünf Minuten die finale Offensive. Gut eineinhalb Minuten vor Schluss ging Keeper Roy vom Eis, aber der nun zur Hochform auflaufende Kollege Peters und seine Vorderleute hatten alles im Griff und sorgten für das Happy End einer guten Roosters-Woche.

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