Rollhockey

Helfer in der Not macht sich Sorgen um die Zukunft der ERGI

Unerwartetes Bundesliga-Comeback: ERGI-Vize Dirk Iwanowski.

Unerwartetes Bundesliga-Comeback: ERGI-Vize Dirk Iwanowski.

Foto: Josef Wronski

Iserlohn.  Dirk Iwanowski äußert sich zu seinem Bundesliga-Comeback und zur Spielersuche.

Es war in mehrfacher Hinsicht ein denkwürdiges Rollhockey-Bundesligaspiel, das die ERG Iserlohn am Samstag gegen Remscheid bestritt. Sie bezog eine zweistellige Niederlage und musste auf zwei Spieler bauen, deren aktive Laufbahn schon viele Jahre zurückliegt: José Aleixo (49) und Dirk Iwanowski (47). Letzterer ist auch zweiter Vorsitzender des Vereins. Mit ihm führten wir das folgende Gespräch.

Können Sie sich noch erinnern, wie lange Ihr letztes Bundesligaspiel zurückliegt?

14 Jahre, und ich hätte das Comeback wirklich nicht gebraucht. Aber die Not war groß, und als während des Spiels auch noch Sergio Pereira eine Weile verletzt ausfiel, habe ich nur gedacht: Tu’ mir das bitte nicht an.

Wie hat es sich angefühlt, Rollhockey-Bundesliga zu spielen?

Nicht gut. Im Pokal in Schwerte haben José und ich ja schon mitgespielt, aber das ist eine ganz andere Nummer. In der Bundesliga können wir nicht mithalten, das ist Tempo ist viel, viel höher. José hat ja noch lange in der Regionalliga und der zweiten Liga gespielt, aber ich habe meine Rollschuhe 14 Jahre gar nicht angehabt. Ich musste mir von den Kollegen sogar Schoner und Schläger leihen. Aber am Samstag war es eben extrem eng, wir hatten nur drei gestandene Feldspieler und einen 16-Jährigen, der zuvor noch krank gewesen ist. Und der musste gleich voll ran.

Wenn man auf die personelle Situation bei der ERGI schaut, dann kann es ja gut sein, dass es bei diesem einen Einsatz nicht bleibt.

Ich hoffe nicht. Nils Hilbertz steigt wieder ins Training ein, und Christopher Hegener, der beruflich verhindert war, müsste am Sonntag in Darmstadt auch dabei sein. Dann haben wir sechs Feldspieler. Aber wir haben gesagt, dass wir in dieser Situation helfen und auch mal mittrainieren, damit dort etwas effektiver gearbeitet werden kann.

Was ist unter diesen Umständen für die ERGI noch möglich? Platz vier und die Play-offs doch wohl eher nicht.

Das sollte schon unser Ziel sein, es ist ja noch alles sehr eng beisammen. Aber klar ist auch, dass es keine Ausfälle mehr geben darf.

Die ERGI wollte den Umbruch mit jungen Leuten aus den eigenen Reihen gestalten, was zunächst ja wirklich gut funktionierte. Jetzt sind ihr Neffe Finn sowie Leandro Silva ausgestiegen, und die Altinternationalen müssen ran. Wie konnte das passieren?

Das ist in meinen Augen wohl ein Generationsproblem. Die Jungs haben die Zusage für die Saison gegeben und lassen die Mannschaft jetzt hängen. Vielleicht war es aber auch zu früh für 16-Jährige, vielleicht war die Belastung für sie zu hoch. Man muss ja auch bedenken, wie lange die heutzutage in der Schule sind.

Nach der Saison will Nils Hilbertz aussteigen. Ist es nicht absehbar, dass sich die personellen Probleme der ERGI weiter verschärfen?

Es wird eine harte Zeit. Junge Spieler von anderen Vereinen zu holen, ist ebenso schwierig, wie Ausländer zu verpflichten. Wir werden natürlich alles versuchen, können uns die Leute aber nicht aus den Rippen schneiden.

Kann die Bundesligazugehörigkeit der ERGI sogar ernsthaft in Gefahr geraten?

Das will ich nicht hoffen. Wir sind schon so lange dabei, soweit darf es einfach nicht kommen.

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