Fussball

Historischer Tag für den Iserlohner Fußball

Genau am 14. Mai 1995 war es so weit: Die Oestricher Sportfreunde feierten den Aufstieg in die Oberliga.

Genau am 14. Mai 1995 war es so weit: Die Oestricher Sportfreunde feierten den Aufstieg in die Oberliga.

Foto: IKZ Archiv

Iserlohn .  Vor genau 25 Jahren feierten die SF Oestrich den Oberliga-Aufstieg - einige Tage später als eigentlich geplant.

Für den Iserlohner Fußball war der 14. Mai 1995 ein historisches Datum. Erstmals schaffte mit den Sportfreunden Oestrich ein Verein den Sprung in die Fußball-Oberliga, aber ausgerechnet dieser große Tag konnte nicht wie erhofft gefeiert werden. Die Entscheidung fiel nämlich ohne Zutun der Sportfreunde in Bochum - genauer gesagt beim TuS Hordel, wo Mitbewerber TuS Sundern mit 1:2 unterlag.

Die Oestricher um ihren Trainer Horst Quade zögerten auf der Zielgeraden der Verbandsligaserie den großen Triumph unfreiwillig hinaus. Der sollte eigentlich schon am 7. Mai bejubelt werden - bei bestem Wetter im mit über 800 erwartungsvollen Zuschauern gut gefüllten Schleddestadion. Ein Punkt hätte gegen den TuS Witten-Heven eingefahren werden müssen, doch am Ende hieß es 0:3. Die Feier musste also warten und sollte sechs Tage später im Hochsauerland steigen.

Die Sportfreunde waren beim SSV Meschede zu Gast, aber wieder gab es eine Enttäuschung. Nach der 2:4-Niederlage leistete jedoch einen Tag später Hordel dem Spitzenreiter Schützenhilfe, und die Sektkorken durften endlich knallen. Aber eben nur im kleinen Kreis, ohne die Fans, die bis dahin eine außergewöhnliche Saison erlebt hatten.

Oestrich lag nach dem ersten Drittel der Serie noch drei Punkte hinter dem TuS Sundern zurück, bei Halbzeit waren es bereits vier Punkte. Im ersten Spiel nach der Winterpause gelang durch das 3:1 beim SV Langenau dann der Sprung an die Tabellenspitze, und als eine Woche später vor 1600 Besuchern das Gipfeltreffen gegen Sundern durch ein Tor von Holger Bollhof mit 1:0 gewonnen wurde, waren die Sportfreunde Titelaspirant Nummer eins. Bis auf sieben Punkte bauten sie ihren Vorsprung aus, aber mit dem Spiel gegen Heven wurde die Siegesserie gestoppt. Dank Hordel gab es im letzten Saisonheimspiel am 21. Mai gegen die von Bernhard Dietz trainierten Amateure des VfL Bochum keinen Druck, und das Publikum wurde mit einer sehenswerten Partie (4:4 nach 1:3-Rückstand) auf die echte Meisterfeier eingestimmt.

Im letzten Saisonspiel hatte die Mannschaft Narrenfreiheit

Die fand vier Tage später mit 500 Gästen im Letmather Saalbau statt. Noch ein Spiel hatte der Aufsteiger aber zu bestreiten, und für dieses hatte Horst Quade seiner Mannschaft freie Hand gelassen. Beim VfB Kirchhellen ging es schließlich für beide Seiten um nichts mehr, so dass das Sportfreunde-Team die Mannschaftsaufstellung selbst übernahm und sich auch zu einer wenig sportartgerechten Ernährung vor dem Spiel entschloss. „Es gab Currywurst und Pommes“, erinnert sich Quade, der auch nicht einschritt, als während des laufenden Spiels bereits die eine oder andere Sektflasche geöffnet wurde. Die Gastgeber fanden das gar nicht lustig, doch wollte man einem Gegner mangelnden Ehrgeiz vorwerfen, der in Unterzahl noch mit 4:3 gewann?

Dabei hatte der Coach zu Beginn der Meistersaison das Thema Ernährung in den Vordergrund gerückt und überdies mit Laktatmessungen und Läufen mit permanenter Überwachung der Herzfrequenz die Trainingssteuerung professionalisiert. Das zahlte sich aus, und die Sportfreunde wurden zur Mannschaft, die im Finish enorm zulegen konnte und viele Spiele in den letzten zehn Minuten entschied. Am Ende wiesen sie 43:17 Punkte und 69:22 Tore auf. Beste Schützen waren Christian Hampel (18) und Holger Bollhof (16 Tore)..

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben