Handball

HTV präsentiert sich im Schlüsselspiel wie ein Absteiger

Sang- und klanglos verlor der HTV Hemer das Kellerduell gegen Schalke.

Sang- und klanglos verlor der HTV Hemer das Kellerduell gegen Schalke.

Foto: Foto: Dennis Echtermann

Hemer.  Ideenlose Offensive und eine nachlässige Verteidigung ermöglichen den dynamischen Schalkern einen mühelosen Sieg.

„Es hat heute leider nicht geklappt, vielleicht beim nächsten Mal.“ Beim Schlusswort von Hallensprecher „Ditze“ Tuschen schwangen die dicken Fragezeichen mit, denn diese Leistung des HTV vor vollem Haus im Grohe-Forum berechtigt zu keinerlei Zuversicht im Abstiegskampf. Mühelos setzten sich die dynamischen Schalker durch, während die Hemeraner keinen Zweifel aufkommen ließen, dass sie völlig zu Recht am Tabellenende stehen.


Handball-Oberliga: HTV Hemer - FC Schalke 04 22:32 (10:14). Die Vereinsführung wollte in diesem Spiel für größere Unterstützung von den Rängen sorgen und hatte sich mit Sponsoren-Unterstützung zu einer Freikartenaktion entschlossen. Das zahlte sich aus, denn es herrschte ein ausgezeichnete Stimmung auf der sehr gut gefüllten Tribüne. Lange hielt die aber nicht an, denn die Hausherren kombinierten ein ideenloses Angriffsspiel mit einer defizitären Abwehrarbeit.

Trainer Tihomir Knez hatte personell mehr Auswahl als üblich, aber er überraschte mit der Nominierung von Lars Klisch auf der Rechtsaußenposition und mit dem Verzicht auf Matti Sahlmann, den einzigen verfügbaren Linkshänder. Fehlwürfe von Bosko Bjelanovic und Jonas Brieden, der früh auf die Bank beordert wurde und dort auch blieb, prägten die unspektakuläre Anfangsphase, in der die Hausherren aus ihren regelmäßigen Überzahlsituationen nichts machten, weil ihre Angriffe leicht durchschaubar waren. Der Ball wurde so lange weitergereicht, bis sich ein Spieler festlief. Oder aber die Chance wurde mit einem schlecht vorbereiteten Wurf vertan.

Philip Trattner droht nachblauer Karte eine Sperre

Schalke machte es besser. Die Mannschaft war schneller, hatte eine erkennbare Spielidee und schaffte es immer wieder, freie Würfe herauszuarbeiten und auch über den Kreis zum Abschluss zu kommen. Bis zum 9:11 (26.) war der HTV dran, aber schon bis zur Pause zogen die Gästen wieder davon. Was konnte man von den seit Anfang Oktober sieglosen Hemeranern jetzt noch erwarten? Es schien eine Wende möglich zu sein, als Bjelanovic und Henkels auf 14:16 (36.) verkürzten. Doch dann wurde der Anschlusstreffer leichtfertig vergeben, und als der zuvor mit einigen Paraden aufwartende Patrick Spiller nichts mehr hielt und für Max Müller Platz machte, ging es bergab. Denn der bekam keine Hand an den Ball. Es sah aus, als könne Schalke aus jeder Ecke der Halle Maß nehmen und immer treffen.

Näher als auf drei Tore kam der HTV nicht mehr heran, und auch die Umstellungen in der Deckung mit den vorgezogenen (und sehr spät eingewechselten) Elias Lübbering und David Wizzy brachten keine Besserung. Die Gäste dominierten und setzten sich mühelos weiter ab. Zu allem Überfluss kassierte Philip Trattner sieben Minuten vor Schluss erst die rote und dann die blaue Karte, weil sein Foulspiel als Tätlichkeit bewertet wurde. Eine Sperre dürfte die Folge sein. Es sind trübe Aussichten, mit denen der HTV in die nächsten Wochen des Abstiegskampfes geht.

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