Fußball

Improvisationskünstler ist gefragt

Beim FC Iserlohn ruhen viele Hoffnungen auf Torjäger Lukas Lenz (rechts).

Beim FC Iserlohn ruhen viele Hoffnungen auf Torjäger Lukas Lenz (rechts).

Foto: Michael May

Iserlohn.   Beim FC Iserlohn fehlt vor dem Start sowohl der Rhythmus als auch das Personal.

Die aktuell winterlichen Bedingungen lassen es nicht unbedingt vermuten, doch am Wochenende starten die heimischen Fußballer in die Restrunde. Für den hiesigen Marktführer FC Iserlohn wird das eine ganz besondere Herausforderung.

Gleich zum Auftakt am Sonntag um 15 Uhr kommt mit dem DSC Wanne-Eickel der Tabellenzweite ins Willi-Vieler-Stadion. Eine Woche später gastiert gar der Tabellenführer Concordia Wiemelhausen an gleicher Stelle. Als Trainer des Tabellenzehnten benötigt man da schon eine Menge Optimismus und ein dickes Fell, um dieser Konstellation noch etwas Positives abgewinnen zu können, zumal die Rahmenbedingungen beim Fusionsklub derzeit alles andere als gut sind.

In der Vorbereitung keinen Rhythmus gefunden

„Positiv ist, dass ich elf Spieler auf den Platz bekomme“, sagt Coach Christian Hampel. Dass alle jedoch topfit sein werden, davon sei man derzeit weit entfernt, ganz zu schweigen von einem Rhythmus. Drei Spiele hat der FCI im Rahmen der Vorbereitung in diesem Jahr auf dem Feld absolvieren können, keine der Partien verlief zur Zufriedenheit des Trainers. Das galt ebenso für das gewonnene Pokalspiel in Hennen wie auch für die beiden Tests in Dröschede sowie gegen Hohenlimburg, die jeweils verloren gingen. Der finale Test für den heutigen Mittwoch gegen Schermbeck wurde vom Gegner abgesagt.

„In der gesamten Vorbereitung herrschte bei uns personeller Notstand“, beschreibt Christian Hampel die Situation. Definitiv muss der Übungsleiter auch weiterhin auf sieben Akteure verzichten, allen voran fehlt Torjäger Lenz, der aber nach seiner Fußverletzung möglicherweise gegen Wiemelhausen sein Comeback geben wird. Mit Müsse und Dimitrov (beide Kreuzbandrisse) rechnet er dagegen bis zum Saisonende nicht mehr. Wilmanns (Schleimbeutel in der Hüfte gerissen), Niesewicz (Dehnung Außenband), Lieder (Dehnung) und Dünschede (Fußprellung) werden zumindest zum Auftakt fehlen und später hinzustoßen. Die derzeit erkrankten Dreesen und Cala sollen Sonntag mitwirken können.

Unter diesen Umständen verbietet sich für die Iserlohner in der Tabelle der Blick nach oben. Gerade einmal zwei Punkte beträgt der Vorsprung des FCI auf den ersten Abstiegsplatz, den Finnentrop einnimmt. „Ich habe die Jungs schon eindringlich vor dem Ernst unserer Situation gewarnt. Wir müssen enger zusammenrücken und aus der kleinen Gruppe die Kraft ziehen“, berichtet Hampel, der sich nicht nur in Sachen Mannschaftsaufstellung als Improvisationskünstler bewähren muss.

Hemberg-Kunstrasen konnte nicht genutzt werden

Auch die Sportstättensituation des Westfalenligisten ist prekär. Durch die exponierte Lage war der Kunstrasenplatz am Hemberg für die Mannschaft in diesem Jahr noch nicht zu nutzen. Der ramponierte Rasen im Stadion ist ohnehin tabu. Und auf den stark ausgelasteten Kunstrasen in Oestrich kommt das Team nur durch Goodwill-Aktionen anderer Mannschaften aus dem Verein. „Wir haben aufgrund meiner freundschaftlichen Kontakte in den Dortmunder Raum sogar schon in Brackel trainiert“, sagt Christian Hampel, der sein grundsätzlich aus 18 Feldspielern und drei Torhütern bestehendes Team im Endspurt vor dem Auftakt täglich zu den Einheiten bittet.

„Ich hoffe darauf, dass wir trotz der schlechten Bedingungen einen guten Start hinlegen. Wir sind definitiv in der Lage, vernünftig Fußball zu spielen“, weiß der Coach, der seinen Co-Trainer Andre Juchum bereits vor einigen Wochen wieder zum Feldspieler umfunktioniert hat. „Wir werden in unserer Situation jeden Mann brauchen, auch ihn“, ahnte der Cheftrainer bei dieser Entscheidung die Probleme voraus.

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