Basketball

„In den nächsten Jahren davon profitieren“

Zehn der elf Gesellschafter der Kangaroos-GmbH.

Zehn der elf Gesellschafter der Kangaroos-GmbH.

Foto: Michael May

Iserlohn.   Die ProB-Basketballer der Iserlohn Kangaroos sind jetzt eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung.

Der 5. Juni 2018 dürfte als ein ganz besonderer Tag in die Basketball-Historie in der Waldstadt eingehen, denn das ist der Geburtstag der Iserlohn Kangaroos GmbH. Gedanke und Absicht zur Gründung dieser wirtschaftlichen Darstellungsform spukten beim Macher der heimischen Korbjäger, Michael Dahmen, seit mehr als einem Jahrzehnt im Kopf herum, doch ausgerechnet bei einem Treffen mit Freunden kam im zurückliegenden Jahr die zündende Idee zur Umsetzung.

„Mit ein paar guten Freunden treffen wir uns regelmäßig zu einem losen Zusammenschluss, der sich Basketball ohne Ball nennt. Das sind ehemalige Mitspieler, aber auch gute Kumpels“, erzählt Dahmen. Und in Kai Beutler, Axel Pütter, Andreas Knode, Dr. Thomas Keienburg, Prof. Dr. Ralf Feser, Dr. Rainer Ambrosy, Jochen Schäfer und eben Michael Dahmen fanden sich dann auch die lange gesuchten Gesellschafter, zu denen sich wenig später Dr. Jochen Kirchhoff, Heinz-Peter Heinrichs und Klaus Holke hinzugesellten. Diese elf Personen sorgten schließlich zu gleichen Anteilen für die GmbH-Einlage von 27.500 Euro.

ProB-Lizenz wurde vom Verein auf GmbH übertragen

„Beim Etat der ersten Mannschaft handelt es sich mittlerweile um einen mittleren sechsstelligen Betrag, da macht eine wirtschaftliche Trennung absolut Sinn. Mein Dank geht in diesem Zusammenhang besonders an den TuS Iserlohn, mit dem wir einen Kooperationsvertrag abgeschlossen haben“, berichtet Michael Dahmen. Die ProB-Lizenz wurde unterdessen vom Verein auf die GmbH übertragen, die Dahmen zunächst einmal unentgeltlich führt. Zu einem späteren Zeitpunkt soll aber ein bezahlter Geschäftsführer installiert werden.

Die Professionalisierung sowie die Steigerungen des Etats und der hauptamtlichen Mitarbeiterzahl haben im Hinblick auf einen möglichen Aufstieg in die ProA diesen Schritt nahezu unumgänglich gemacht. „Es ist aber auch klar, dass die Amateurabteilung des TuS Iserlohn Basketball und das ProB-Team der Kangaroos sehr eng miteinander verbunden sind. Wir können unseren Sport in der Region nur gemeinsam nach vorne bringen“, sagt Michael Dahmen.

Dass es weiterhin eine enge Verzahnung zwischen der „Profi-Sparte“ und dem weitaus größeren Rest der Kangaroos gibt, dafür sorgt ein umfangreiches Vertragswerk im Dreiecksverhältnis Hauptverein/Amateure/Profis. So übernimmt die GmbH beispielsweise die Kosten für den von der Liga geforderten hauptamtlichen Jugendkoordinator ebenso wie für den ab der Saison 2019/20 obligatorischen professionellen Trainer der Mini-Basketballer. Auf der anderen Seite verpflichtet sich beispielsweise die Amateurabteilung, für die Heimspiele der ProB-Mannschaft das Kampfgericht zu stellen.

Dass die Kangaroos nun als einer der letzten Klubs in ProA und ProB diesen Schritt vollzogen haben, ändert nichts an ihren Zielen. Neben dem Aufstieg in die ProA im Profibereich bleibt vor allem die Förderung des Basketball-Nachwuchses in Iserlohn das Kernziel. „Mit jedem unserer Profispieler ist vertraglich vereinbart, dass diese als Nachwuchstrainer tätig sind oder in die Schulen gehen und sich dort mit ihrem Sport präsentieren“, erläutert Michael Dahmen, der vor allem die finanzielle und juristische Trennung durch die GmbH-Gründung als Vorteil sieht.

„Emotional“, das macht Dahmen klar. „bleiben wir eine Basketball-Gemeinschaft.“ Doch bei einem immer weiter wachsenden Etat sei vor allem die Haftungsfrage in den Vordergrund gerückt. Über Jahre habe der Hauptverein das vermeintliche finanzielle Risiko getragen, nun sei es die GmbH, das sei sauberer.

Arbeitsintensiver Sommer für Michael Dahmen

Einher mit diesen Veränderungen ging für Michael Dahmen ein äußerst arbeitsintensiver Sommer. So musste nach Übertragung des Teilnahmerechts zum Saisonstart in der ProB auf die GmbH von der Liga ein (erfolgreiches) Nachlizenzierungsverfahren durchgeführt werden. Und auch die Gründung der neuen Gesellschaft erforderte viel Aufwand. „In den nächsten Jahren werden wir aber davon profitieren“, ist sich Dahmen sicher. Die Angelegenheit sei wichtig für die weitere Entwicklung in Iserlohn.

Diese Entwicklung hat auch zur Folge, dass die in der 2. Regionalliga spielende zweite Mannschaft künftig vom Westdeutschen Basketballverband als „Erste“ geführt wird. Doch diese kleinen Änderungen fallen ohnehin kaum ins Gewicht. Michael Dahmen, der seit 45 Jahren TuS-Mitglied ist, bringt sein sportliches Gefühlsleben auf den Punkt: „Mit all den Dingen, die wir hier vollzogen haben, kann ich mich weiter als TuS-Basketballer fühlen. Das ist mir wichtig.“

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