Deutsche Eishockey-Liga

Insanas Knaller erlöste Roosters in der Verlängerung

Foto: IKZ

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Iserlohn. Fast hätte Schiedsrichter Willi Schimm die Roosters um die Früchte ihrer Arbeit gebracht. Denn zwei höchst fragwürdige Hinausstellungen in der Schlussphase konnten sie dann doch nicht verkraften.

Und so kassierten sie 113 Sekunden vor Ende den 2:2-Ausgleich. Doch in der Overtime erlöste Jon Insana den Anhang.

Iserlohn Roosters - Frankfurt Lions 3:2 n. Verl. (1:0, 1:0, 0:2). Und dieser Schuss in die Glückseligkeit besaß eine unheimliche Power. Offenbar war er auch einer gehörigen Portion Wut im Bauch geschuldet. Jedenfalls kam die Scheibe so schnell aus dem Gehäuse zurück, dass der Unparteiische den Videobeweis heranziehen musste. Aber 46 Sekunden nach Beginn der Verlängerung war klar: Dieser Sieg gehörte den Roosters.

Er war der Schlusspunkt einer hochklassigen Partie mit einer spektakulären Schlussphase. Diese wurde eingeleitet durch den Anschlusstreffer von Jason Young (54.). Danach bot sich Robert Hock die Riesenchance zum 3:1, doch seinen Alleingang konnte er in seinem 701. DEL-Spiel nicht krönen. So blieb es eng. Erst recht, als Ryan Ready völlig unberechtigt in die Kühlbox musste. Diese Strafe überstanden die Sauerländer noch, auch wenn sie länger als zwei Minuten dauerte. Denn zwischenzeitlich war die Stadionuhr ausgefallen, der Neustart begann einige Sekunden zu früh. Umstritten war dann auch die Strafe gegen Quinn Hancock. Und diesmal hatte sie Folgen, denn Joey Tenute fand die Lücke. Zwar besaßen danach die Gastgeber Überzahl, aber die konnte der IEC nicht nutzen.

So spektakulär, wie das Spiel endete, hatte es auch begonnen. Denn nach 61 Sekunden sorgte Michael Wolf bei Überzahl nach Klasseleistung für den Traumstart. Der kaum zu stoppende Torjäger sorgte immer wieder für Gefahr, das Duell mit dem Frankfurter Goalie nahm Fahrt auf – zunächst mit Erfolg für Gordon (4.,7., 12.), der sich auch bei drei weiteren Überzahlspielen nicht düpieren ließ. Die Hessen kamen nach 16 Minuten zu ihrer ersten gefährlichen Möglichkeit durch Thomas Oppenheimer. Danny aus den Birken, der einer der weiteren glänzenden Hauptdarsteller werden sollte, hatte Mühe. Aber jetzt waren auch die Gäste angekommen. Und wie!

Sie wurden immer stärker und dominierten den Auftakt des Mittelabschnitts. Der Druck wuchs massiv, die Hausherren kamen nur zu einigen Entlastungsangriffen, u. a. durch Steven Rupprich und Sebastian Jones (26.) aus dem guten vierten Block.

Danach folgte eine fast schon vorentscheidende Phase: Drei Hinausstellungen in Serie brachten die Blau-Weißen mächtig ins Schwimmen. Denn mit ihrem High-Speed-Powerplay bereiteten die Löwen ihrem Gegner Riesenprobleme, von der blauen Linie ebenso wie aus der Nahdistanz. Aber aus den Birken machte einen Klassejob, unaufgeregt und souverän. Und seine Vorderleute kämpften vorbildlich. Hinzu kam Glück, als Schiri Willi Schimm einen Überzahltreffer von Derek Hahn nach Videobeweis nicht anerkannte, dafür dem IEC-Keeper zwei Minuten aufbrummte. Es blieb brandgefährlich, über 90 Sekunden lang konnte sich die Iserlohner nicht befreien. Aber sie überstanden diese sechs Unterzahlminuten und schlugen eiskalt zurück. In der Hauptrolle: Michael Wolf. Trotz intensiver Bearbeitung durch Lasse Kopitz ließ sich die „13“ nicht von den Beinen holen und traf mit seiner spektakulären Einzelleistung (35.).

Und weiter ging's. Gleich zu Beginn überstand der IEC eine erneute Unterzahlphase. Auch danach wurde mit offenem Visier gekämpft. Es blieb bis zum Schluss einen packendes, mitreißendes Duell.

Iserlohn Roosters: aus den Birken - Insana, Danielsmeier; Wilford, Ardelan; Langwieder, Schneider - Wolf, Hock, Christensen; Giuliano, Swanson, D. Sparre; Ready, Hancock, K. Sparre; Jones, Rupprich, Hommel.

Frankfurt Lions: Gordon - Blanchard, Osterloh; Angell, Periard; Slaney, Bresagk; Kopitz - Danner, Gawlik, Polaczek; Ulmer, Tenute, Schneider; Langfeld, Hahn, Young; Kunce, Oppenheimer, Wörle.

Schiedsrichter: Schimm (Waldkraiburg). - Strafen: Iserlohn 12 / Frankfurt 12. - Zuschauer: 3 022.

Tore: 1:0 (01:01) Wolf (Hock, Ardelan/5-4), 2:0 (34:02) Wolf (Wilford, aus den Birken), 2:1 (53:40) Young (Langfeld, Slaney), 2:2 (58:07) Tenute (Periard, Gawlik/6-4), 3:2 (60:46) Insana (Danielsmeier, Hancock).

Uli Liebsch (Iserlohn Roosters): „In dem Spiel war alles drin. Tempo, Intensität und Spannung. Im ersten Drittel hatten wir einen guten Start. Das Tor hat uns Auftrieb gegeben. Im zweiten Drittel wurde Frankfurt besser, das Spiel ging rauf und runter. Dann hat Wolf mit einem fantastischen Solo das 2:0 gemacht. Die Defensive stand gut und hat nur wenige Chancen zugelassen. Aber Frankfurt hat gekämpft und nie aufgegeben. Wir haben mit Glück zwei Punkte gesichert und das geht auch so in Ordnung.”

Rich Chernomaz (Frankfurt Lions): „Das war für die Teams und Fans ein sehr emotionales Spiel. Im ersten Drittel war Iserlohn besser, im zweiten Drittel sind wir besser ins Spiel gekommen und haben Druck gemacht. Der Torwart und die Defensive von Iserlohn waren stark. Die letzte Strafe war nicht unbedingt eine Strafe. Aber man muss immer bis zum Schluss kämpfen. Das 2:2 war glücklich, aber Insanas super Schuss war auch glücklich.”

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben