Eishockey

Iserlohn Roosters verspielen wieder eine 3:0-Führung

| Lesedauer: 6 Minuten
Nach 3:0-Führung haben die Roosters in Köln im Penaltyschießen verloren.

Nach 3:0-Führung haben die Roosters in Köln im Penaltyschießen verloren.

Foto: Dennis Echtermann

Köln/Iserlohn.  In Köln geben die Iserlohn Roosters im Finis alle Trümpfe aus der Hand retten aber zumindest einen Punkt.

Was für ein Spiel! Da führen die Roosters trotz aller Dominanz der Kölner Haie mit enormer Effizienz nach 50 Minuten mit 3:0, bringen den Vorsprung aber wieder einmal nicht über die Zeit. Köln gleicht aus und holt sich dann im Penaltyschießen den Extrapunkt. Die Sauerländer konnten sich nicht wirklich über den einen Zähler freuen, weil sie den glatten Sieg so dicht vor Augen hatten.


Kölner Haie - Iserlohn Roosters 4:3 (0:1, 0:1, 3:1) n. P. Beflügelt vom 8:1 über Bietigheim wollten die Haie ihre Heimbilanz im Westderby weiter aufbessern, zumal sie künftig nur noch wenige Gelegenheiten haben. Im gesamten Februar gibt es schließlich kein Heimspiel, weil die Lanxess Arena permanent belegt ist. Ein Vorteil im Kampf um gute Play-off-Position ist das gewiss nicht. Und die Roosters? Die wollten nach dem 0:3 gegen Mannheim einiges besser machen, und das betraf vor allem die Startphase. In Köln waren sie von Anfang an voll auf der Höhe, und nach nur 31 Sekunden stand Eric Cornel frei vor Pantkowski, scheiterte aber am Haie-Keeper.

Sena Acolatses Hammer mit 156 km/h gemessen

Die Sauerländer setzten nach und zudem Offensivakzente, und sie führten früh. Exakt 156 km/h wurden bei Sena Acolatses Hammer von der blauen Linie gemessen, gegen den Pantkowski machtlos war. Acolatse war für den fehlenden Anthony Rech in den Sturm gerückt. Den Auftakt nach Maß hätten die Gäste veredeln können, aber Alanov und Daugavins machten nichts aus ihrer Überzahlsituation vor dem gegnerischen Tor (8.). Die Kölner kamen besser ins Spiel, als nach Hinausstellungen auf beiden Seiten mehr Platz auf dem Eis war, und sie wurden allmählich die dominierende Mannschaft mit mehr Torabschlüssen. Die beste Chance vergab Mc Intyre, als er aus kurzer Distanz das (fast) leere Tor verfehlte (14.). Die Roosters verteidigten jedoch gut, und sie konnten sich auf den sehr sicher wirkenden Hannibal Weitzmann verlassen.

Zudem wirkten sie deutlich konsequenter als noch gegen Mannheim, und sie kamen immer wieder zu Chancen – wie Brown und Poirier gegen Drittelende. Es war ein guter Auftritt im ersten Abschnitt. Der zweite hätte für die Gäste kaum günstiger laufen können. Sie konnten kaum einmal für Gefahr vor dem Haie-Tor sorgen – und die Führung dennoch ausbauen. Kurz vor Drittelende starteten sie einen der seltenen Vorstöße, und nachdem Pantkowski Brodas Schuss abgewehrt hatte, vollstreckte Colin Ugbekile zum 0:2.

Kalte Dusche für die Haie kurz vor Drittelende

Natürlich war das Resultat schmeichelhaft für die Iserlohner, denn die Rheinländer hatten klar das Geschehen bestimmt und Weitzmann unter Beschuss genommen. Für den starken Goalie standen nach 40 Minuten schon 37 Saves zu Buche. Aber es waren nicht nur der Keeper und eine Portion Glück: Die Roosters verteidigten überaus engagiert, sie blockten viele Schüsse und zeigten genau die Konsequenz, die Trainer Greg Poss erwartet hatte. Für Entlastungsangriffe reichte es zwar nicht, aber wenn dann ein Vorstoß genügt, um das zweite Tor zu markieren, dürfte es ihnen ganz recht gewesen sein.

Sollten sie auch im sechsten Auswärtsspiel in Serie punkten? Sie hatten sich gedanklich längst auf eine Abwehrschlacht eingestellt und wurden darin bestärkt, als Mc Intyre gleich zu Beginn des Schlussdrittels die Scheibe an den Pfosten setzte. Wirklich brenzlig wurde es, als O’Connor auf die Strafbank musste (45.). Köln drängte mit Macht auf den Ausgleich, stand mehrfach in idealer Abschlussposition, aber die Roosters brachten immer rechtzeitig den Schläger dazwischen. Und sie hatten den schier unbezwingbar wirkenden Hannibal Weitzmann zwischen den Pfosten. Zum Durchschnaufen schien das eigene Powerplay geeignet zu sein (48.), doch als es fast vorüber war, stellte Tim Bender mit einem fulminanten Schlagschuss endgültig die Weichen auf Sieg. Was würde noch von den Haien kommen?

Tim Benders 3:0 scheint alles klar zu machen

Trainer Uwe Krupp setzte nach einer Strafe gegen Poirier (51.) alles auf eine Karte, nahm seinen Torhüter vom Eis und stockte die Überzahl auf. Das Risiko wurde belohnt, Jon Matsumoto traf zwei Sekunden vor Ablauf der Strafe. Das Tor beflügelte die Hausherren, und knapp zwei Minuten später waren sie dran. Austin erzielte das 2:3, und bei den Iserlohnern wurden unweigerlich Erinnerungen n das Nürnberg-Spiel wach. Da hatten sie auch mit 3:0 geführt und in den letzten neun Minuten alles verspielt. In Köln wurde es fast alles, denn ausgerechnet Jon Matsumoto, der Ex-Iserlohner , machte die Hoffnung auf den Dreier zunichte. Er zog ab,und Olver lenkte zum 3:3 ins Netz. 88 Sekunden waren noch zu spielen. In der packenden Schlussphase hätte Chris Brown beinahe für das Happy End gesorgt, aber er traf beim letzten Roosters-Vorstoß nur die Latte.

Also Overtime. Große Chancen gab es hüben wie drüben, aber die Entscheidung wurde ins Penaltyschießen vertagt. Und hier trafen nur die Kölner.

Iserlohn Roosters: Weitzmann - Labrie, Ugbekile; Ankert, Bender; O’Connor, Bigras; Buschmann - Brown, Cornel, Bailey; Daugavins, Poirier,Alanov; Rutkowski, Raedeke, Acolatse; Ziegler, Broda.

Tore: 0:1 (3:38) Acolatse (Bigras, Raedeke), 0.2 (39:19) Ugbekile (Ziegler, Broda), 0:3 (49:07) Bender (Ugbekile/5-4), 1:3 (52:26) Matsumoto (Dietz, Mc Intyre/6-4), 2:3 (54:16) Austin (Olver, Mc Intyre), 3:3 (58:32) Olver (Matsumoto, Aubry), 4:3 Ferraro (Penalty)

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