Taekwondo

Iserlohnerin Laura Goebel feiert deutschen Meistertitel

Lesedauer: 3 Minuten
Laura Goebel (Mi.) bei der Siegerehrung nach dem gewonnenen Finale um die deutsche Meisterschaft.

Laura Goebel (Mi.) bei der Siegerehrung nach dem gewonnenen Finale um die deutsche Meisterschaft.

Foto: Privat

Iserlohn.  Erstmals setzt sich die 18-Jährige bei den Senioren durch. Ihr Finalkampf gleicht einem Krimi.

Die neue deutsche Taekwondo-Meisterin in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm heißt Laura Goebel. Die Iserlohnerin vom TKD-Center setzte sich in Dortmund in einem dramatischen Kampf gegen Vanessa Beckstein durch.

Die Taekwondo-Meisterschaften waren eine von 18 olympischen Sportarten, in denen die nationalen Titelträger im Rahmen der erstmals ausgetragenen „Finals 2021“ ermittelt wurden. Das hatte Auswirkungen auf die Gewichtsklassen. Laura Goebels Trainer Carlos Esteves erklärt: „Eigentlich gibt es im Taekwondo acht Gewichtsklassen, bei Olympia aber nur vier, die Klasse bis 57 Kilogramm gehört aber dazu.“

DOSB und DTU bestimmten Goebel zur Teilnehmerin

Glück für Laura Goebel, die also nur ihr Kampfgewicht halten und nicht abnehmen oder zulegen musste. Eine Qualifikation für die „Finals 2021“ hat es im Vorfeld nicht gegeben. Der Deutsche Olympische Sportbund und die Deutsche Taekwondo-Union bestimmten die lediglich vier Starterinnen. Neben Laura Goebel ist auch ihre Finalgegnerin in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm zuhause.

Im Halbfinale bekamen es beide mit Gegnerinnen zu tun, die sonst bis 53 Kilogramm kämpfen. Laura Goebel traf dort auf die Gladbeckerin Julia Ronken, gegen die sie sich mit 8:3 durchsetzte – nach Anlaufschwierigkeiten, wie Esteves schildert: „In der ersten Runde war es schlecht gemacht von Laura, sie kam überhaupt nicht in den Kampf hinein und lag 1:3 zurück. Danach zeigte sie aber mehr Aggressivität.“ Mit ihrer Finalgegnerin, die sich zeitgleich 23:19 gegen Madeleine Folgermann durchsetzte, kreuzten sich die Wege schon häufiger. „Vanessa Beckstein ist kleiner, aber stämmiger und eigentlich stabiler“, bewertete Esteves, der das Finale so beschrieb: „Das war für mein Herz hart an der Grenze des Belastbaren.“

Auch in diesem Kampf lag die 18-jährige Iserlohnerin, die im zweiten Jahr im Seniorinnenbereich unterwegs ist, zunächst hinten, nach der zweiten Runde führte sie dann zunächst hauchdünn (8:6). „In der dritten Runde ging des dann rund, die Taktik wurde hintenan gestellt.“ Laura Goebel erkämpfte sich einen Vier-Punkte-Vorsprung (16:12), der auch noch zu Beginn der letzten Sekunde Bestand hatte. Doch dann landete die aus Bayern stammende Beckstein einen Kopftreffer, für den es gleich vier Punkte auf einen Schlag gab.

„Bei dieser Aktion hat Vanessa Beckstein aber das Gleichgewicht verloren und ist hingefallen. Dadurch wurde auch Laura ein Punkt gutgeschrieben.“ 17:16 hieß es also nach hochspannenden sechs Minuten. Carlos Esteves war trotz des Sieges ein bisschen traurig. „Leider stieg Lauras Finale etwas zu früh. Eine halbe Stunde später, und es wäre live im Fernsehen übertragen worden.“

Nächstes wichtiges Turnier schon am Wochenende

Die Siegerin selbst freut sich natürlich über ihren Erfolg, der gleichbedeutend mit ihrem ersten deutschen Meistertitel ist, seit sie zu den Senioren gehört, aber abheben lässt er sie nicht. Das hat mehrere Gründe, die sie selbst nennt. „Gegen Vanessa ist es immer spannend, in diesen Kämpfen entscheiden Kleinigkeiten und die Tagesform. Im vergangenen Jahr habe ich gegen sie im Halbfinale verloren und bin später Dritte geworden.“ Und dann geht es jetzt direkt weiter. Am Samstag nehme ich mit der Nationalmannschaft an den Multigames in Bulgarien teil. Und wenn ich dort unter die Top zwei komme, bin ich sicher bei der nächsten Europameisterschaft dabei.“

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Iserlohn Hemer Letmathe

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben