Motorsport

Jan Deitenbach ist am Ziel seiner Wünsche

Jan Deitenbach gewinnt SuperMoto IDM Titel

Jan Deitenbach gewinnt SuperMoto IDM Titel

Foto: Sport

Iserlohn.  Iserlohner SuperMoto-Pilot hat es mit Gelassenheit und Routine im 14. Anlauf zum Deutschen Meister gebracht.

Dieser Mann ist am Ziel seiner sportlichen Träume. In seiner 14. Saison in der „SuperMoto“, einem kombinierten Wettbewerb für Cross-Motorräder auf Gelände und Straße, hat der Iserlohner Jan Deitenbach den Sprung nach ganz oben geschafft und sich die Internationale Deutsche Meisterschaft geholt.

„Viele hatten mich schon abgeschrieben und gesagt, der schafft das nie“, berichtet der 30-Jährige beim Besuch in der Redaktion. Doch Jan Deitenbach ist immer ehrgeizig geblieben, hat viele Rückschläge und Verletzungen weggesteckt. Den Lohn dafür erntete er beim letzten IDM-Rennen der Saison 2019 in Harsewinkel. Dort machte der gelernte Orthopädietechniker seinen Triumph perfekt.

Auch seine berufliche Zukunftliegt im Motorsport

„Ich bin jetzt am Ziel meiner Wünsche, aber deshalb hänge ich den Helm noch nicht an den Nagel. Da ist mein Ehrgeiz einfach zu groß. Ein, zwei Jahre werde ich definitiv noch weitermachen“, sagt Deitenbach, der Motorsportler durch und durch ist, und auch nach dieser Zeit in diesem Sport auf zwei Rädern der Szene erhalten bleiben wird. Beruflich hat er sich inzwischen auch in diese Richtung orientiert, arbeitet in der Firma seines ebenfalls rennsportbegeisterten Vaters Thomas und ist dort für die Aktivitäten des Unternehmens in den sozialen Medien zuständig.

Hier werden Messen wie die große Zweiradausstellung im Frühjahr in Dortmund organisiert. „Das ist ein interessanter Bereich, der mir viel Spaß macht. Außerdem kann ich das für mich selbst nutzen“, sagt der Rennsportler, der übrigens nach wie vor keinen Motorrad-Führerschein besitzt. Dennoch ist das motorisierte Zweirad sein Ding, das Auto („das hat zwei Räder zuviel“) eher Mittel zum Zweck.

Insgesamt zehn Rennen hat er 2019, inklusive des vorerst wohl letztmaligen Ausflugs nach Asien zu den internationalen Titelkämpfen des Kontinents absolviert. Als besonders hilfreich erwies sich für den langjährigen Suzuki-Piloten der Markenwechsel zu Husqvarna. Auch ein eigener Rennstall, für den er in den letzten Jahren fuhr, war am Ende nicht mehr die optimale Lösung. Jetzt ist er bei Bergos-Husqvarna-Racing unter Vertrag und hat den idealen Partner mit einer eigens für diese Disziplin entwickelten Maschine und einer guten Mannschaft im Hintergrund gefunden.

Geholfen beim Reifeprozess zum Champion haben ihm aber auch Erfahrungen außerhalb des Rennsports. So arbeitete er eine Zeit lang in einer Behinderteneinrichtung eines querschnittsgelähmten Freundes in Pforzheim. Seit 2018 ist er zurück in Iserlohn - gelassener und erfahrener, wie er sagt. Hier kann er jetzt ein Verhältnis bei Job und Training von 40 zu 60 Prozent absolvieren. Möglich machen das natürlich auch Sponsoren. „Ich habe gute Partner, die das finanzieren“, sagt Jan Deitenbach. Und er verrät, dass der Titelgewinn natürlich einiges leichter macht für noch ausstehende Gespräche. Aber er sieht darin auch die Verpflichtung, mit vollem Ehrgeiz weiterzumachen.

„Allerdings weiß ich auch, dass ich in meinem Alter doppelt so viel trainieren muss wie die jungen Burschen“, macht er deutlich. Er absolviert die Trainingseinheiten in Drei-Tages-Blöcken, hauptsächlich auf einem Gelände in Vosswinkel, aber auch in Geseke. Im Winter nimmt das Fitnesstraining einen großen Zeitanteil ein, bevor es im Frühling zu ausgiebigen Tests nach Spanien und Italien geht. Dazwischen pendelt er noch zu seiner Freundin Marlene nach Paderborn, die ihn wiederum auch zu den Rennen begleitet und dort als Fotografin für ihn arbeitet. Denn der Iserlohner hat erkannt, dass vor allem die eigene Vermarktung besonders wichtig ist.

Zur neuen Saison ist er mit derStartnummer 1 unterwegs

In der kommenden Saison geht er dann mit der Startnummer 1 in die Rennen, bislang war es die 44. Die Titelverteidigung ist natürlich das Ziel, doch Jan Deitenbach denkt auch schon weiter, vermittelt jungen Fahrern sein Wissen und macht Lehrgänge für Anfänger. „Das läuft mit richtigen Trainingsplänen und ist sehr intensiv. Da brauchen wir für drei Kurven auch schon mal fünf Stunden“, erzählt der Deutsche Meister, der aber sonst in der kommenden Serie nichts verändern will.

Weiter geht es mit dem Wohnmobil zu den Rennen. Übernachtungen im Hotel kommen für ihn nicht in Frage. „Ich habe lieber mein eigenes Bett dabei“, erläutert er und wird so wieder die Rennen von St. Wendel bis Oschersleben und von Schaafheim bis ins tschechische Cheb bestreiten - vermutlich mit noch mehr Gelassenheit, denn den IDM-Titel 2019 kann ihm schließlich keiner mehr nehmen.

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