Jetzt hängt Ligaverbleib am seidenen Faden

Auf Lukas Ollert war einmal mehr Verlass.

Auf Lukas Ollert war einmal mehr Verlass.

Foto: Foto: Michael May

Iserlohn.  TC Iserlohn erlebt gegen mit acht Ausländern angetretene Bremer zu viele Rückschläge.

Trotz dieser Niederlage darf Tennis-Zweitligist TC Iserlohn noch auf den Klassenerhalt hoffen. Der hängt nach dem 3:6 gegen Bremen allerdings am seidenen Faden. Ein Sieg in Hamburg und die Schützenhilfe der Konkurrenz sind gleich zwei hohe Hürden, die sich vor den Waldstädtern vor dem Klassenverbleib auftürmen.


2. Tennis-Bundesliga: TC Iserlohn - Bremer TC 3:6. Den ersten Sieg ihrer Zweitliga-Historie fuhren die Iserlohner vor vier Jahren exakt gegen diesen Gegner an der Weser ein. Damals gab es vielerorts die Beschwerde, dass man zu viele Ausländer eingesetzt habe. Vier Jahre danach folgen fast alle Konkurrenten diesem Muster. Bremen brachte am Seilerblick nicht weniger als acht Akteure ohne deutschen Pass zum Einsatz - ein wahrlich rekordverdächtiger Wert.

Der Joker Enrico Dalla Valleverpuffte wirkungslos

Und man hatte sichtlich Spaß daran, den langjährigen Mitbewerber an den Rand des Abgrundes zu bringen. Der glaubte mit dem debütierenden Italiener Enrico Dalla Valle noch ein zusätzliches Ass im Ärmel zu haben, doch der war bei seinem ersten Einsatz für den TCI gegen den Georgier Aleksandre Metrevelli chancenlos.

An Position sechs hatte Jim Walder gegen den Niederländer Lennert van der Linden zunächst Vorteile, gewann Satz eins klar 6:2 und musste nach dem 4:6 verlorenen zweiten Durchgang in den Champions-Tiebreak, doch hier zeigte er schon wie letzten Sonntag Nerven und verlor 5:10. Unbeeindruckt davon spielte Lukas Ollert gegen den Italiener Dante Gennaro und überzeugte beim 6:3, 6:2 vollends.

Die zweite Runde eröffnete Uladzimir Ignatik, der sich ebenfalls zum Sieg kämpfte und zunächst zum 2:2 ausglich. Doch dann folgten weitere Rückschläge. Omar Giacalone musste die Überlegenheit des Spaniers Eduard Esteve Lobato beim 4:6, 1:6 anerkennen. Nicht viel anders erging es Jordi Walder gegen den Niederländer Nick van der Meer, gegen den er in den Tiebreak des ersten Satzes gelangte, diesen aber deutlich verlor. Im zweiten Durchgang war er dann ohne Siegchance und verlor diesen 1:6.

Somit war klar, dass die Iserlohner alle drei Doppel gewinnen mussten, um den dringend benötigten Sieg zu erringen. Mit dem erfahrenen Thorsten Bertsch für Jim Walder versuchte TCI-Chefcoach Jim Anwar noch einen taktischen Schachzug, doch die Bremer konterten diesen Versuch locker, brachten mit dem Niederländer Yannick Ebbinghaus und dem Spanier Sergio Martos Gornes noch zwei frische Kräfte und die Ausländer Nummer sieben und acht zum Einsatz.

Zunächst keimte aber doch noch einmal Hoffnung bei den Gastgebern auf, denn Bertsch/Jordi Walder gewannen Durchgang eins nach einem Tiebreak-Krimi mit 11:9, während Ignatik/Ollert den ersten Durchgang mit 7:5 für sich entschieden. Und als schließlich auch Dalla Valle/Giacalone gegen Lobato/van der Meer nach verlorenem ersten Satz kurz vor einer Wende standen, gab es erste Gedanken an das „Wunder von Bielefeld“, wo man vor zwei Wochen das seltenen Kunststück schaffte, nach einem 2:4-Rückstand alle drei Doppel zu gewinnen.

Doch es blieb nur ein kurzer Moment. Während Bertsch/Walder den Sieg fest im Blick behielten, entglitt Ignatik/Ollert dieser mit dem verlorenen zweiten Satz (3:6). Im Champions-Tiebreak hatte das Duo dann nichts mehr zuzusetzen, zumal kurz zuvor auch der zweite Satz auf dem Nebenplatz mit 6:4 an Lobato/van der Meer ging.

Jetzt liegt es nicht mehr in der Hand der Iserlohner, die aber unbedingt am Sonntag in Hamburg gewinnen müssen, um zumindest noch eine Chance zu besitzen.

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