Segelfliegen

Junger Flugschüler mit viel Ehrgeiz

Segelflug-Leidenschaft: Moritz-Alexander Debudaj und sein Vater Alexander.

Segelflug-Leidenschaft: Moritz-Alexander Debudaj und sein Vater Alexander.

Foto: Markus WASSMUTH

Iserlohn.  Der 13-jährige Moritz-Alexander Debudaj bastelt in Sümmern an seinem Pilotenschein.

Auf die Frage nach seinem Traumjob hat der 13-jährige Moritz-Alexander Debudaj eine klare Antwort. „Berufspilot wäre cool“, sagt der Gymnasiast, der derzeit fast jedes Wochenende am Segelflugplatz in Sümmern verbringt. Am 1. Mai durfte er erstmals aktiv als Schüler in einem Doppelsitzer Start und Landung üben - natürlich unter den kritischen Blicken seines hinter ihm sitzenden Fluglehrers.

„Er wollte das alles freiwillig machen, ich habe ihn nicht dazu gedrängt“, sagt sein Vater Alexander Debudaj fast schon entschuldigend. Er ist Vorsitzender des Aero Clubs Hagen, der seit vielen Jahren in Sümmern seine sportliche Basis hat. Von den aktuell 140 Mitgliedern (darunter 95 aktive, davon wiederum 40 Jugendliche) ist Moritz-Alexander mit Abstand der jüngste. Mehr noch: Er ist der jüngste Flugschüler, den dieser Verein je hatte.

Die Tatsache, ein nicht alltägliches Hobby zu haben, verleitet den Youngster allerdings nicht zu Höhenflügen. Der Schüler am Hagener Fichte-Gymnasium wirkt sehr fokussiert und hat bislang gut zwei Dutzend Starts und Landungen sowie etwa fünf Minuten dauernde Flüge absolviert. Gestartet wird nicht zuletzt aus Kostengründen mit der Seilwinde. Motorisierte Schleppflugzeuge, die die Segelflieger in die Lüfte befördern, gibt es in Sümmern zwar auch, doch das ginge auf Dauer zu sehr ins Geld.

Ältere Vereinskameraden zollen Youngster Respekt

Denn schon die Anreise nach Sümmern ist für den jungen Hagener, der in seiner restlichen Freizeit bei den Pfadfindern aktiv ist, nicht immer unproblematisch. „Ich habe ihm von Anfang an klar gemacht, dass ich nicht sein ständiges Taxi sein kann“, betont der Vater, der selbst im Verein sehr aktiv ist. Der Hintergedanke war offenkundig. Wenn Moritz-Alexander trotzdem die Mühen auf sich nimmt, an die Iserlohner Peripherie zu gelangen, dann hat er auch wirkliches Interesse an diesem Sport. Und er hat. So organisiert er sich Fahrgemeinschaften, um zum Flugplatz zu kommen. „Ich habe großen Spaß am Fliegen“, macht er deutlich.

Damit ist er in seiner Klasse allerdings ein Exot. „Das interessiert meine Mitschüler eigentlich nicht“, hat er festgestellt. Bei den älteren Kollegen ist das etwas anderes. Dort hat man sehr wohl Respekt vor den Leistungen des jungen Fliegers, was allerdings auch daran liegen mag, dass es am Hagener Fichte-Gymnasium eine Segelflug-AG in Zusammenarbeit mit dem Aero Club gibt, in der einige ältere Schüler aktiv sind.

Besonders interessiert sich Moritz-Alexander Debudaj für Technik, und in der Schule stehen die Fächer Physik, Chemie und Geschichte ganz oben auf seinem Zettel. Das Interesse an der Fliegerei kann da schon fast nicht mehr überraschen. „Er ist ein guter Schüler, und er ist sehr ehrgeizig“, sagt sein Vater, und der Sohn bestätigt noch einmal. „Mit 14 Jahren will ich alleine fliegen.“ Dieses in der Segelfliegerei erforderliche Mindestalter erreicht er am 12. April 2020, und diesem Tag fiebert er schon heute entgegen. Derzeit frönt er seinem Hobby im Rahmen des alljährlichen Sommerlagers auf dem Flugplatz Sümmern. Da wird natürlich nicht nur geflogen, sondern es steht die Kameradschaft der jungen Segelflieger des Vereins im Vordergrund.

Danach ist dann ja wieder genügend Zeit für die Theorie, die natürlich auch zum Prüfungsinhalt gehört. Moritz-Alexander Debudaj ist aber auch abseits der Praxis ehrgeizig und stets auf der Höhe, was Thermik und andere Fachgebiete angeht. Besonders imponierend findet das seine jüngste Schwester, Lisa-Maria.

Die Vierjährige hat ebenfalls Spaß an der Fliegerei und ihren Vater Alexander schon mehrfach nach Sümmern begleitet. Vielleicht wächst da ja das nächste Vereinsmitglied heran, das in ein paar Jahren einen neuen Rekord als jüngste Pilotin aufstellen wird.

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