Basketball

Junges Team der Iserlohn Kangaroos will in die Play-offs

Vor dem Start in die Saison sprachen von den Iserlohn Kangaroos Moritz Hübner, Stephan Völkel, Michael Dahmen und Joshua Dahmen mit IKZ-Lokalsportredakteur Markus Wassmuth (von links) über diese vermutlich ungewöhnliche Spielzeit.

Vor dem Start in die Saison sprachen von den Iserlohn Kangaroos Moritz Hübner, Stephan Völkel, Michael Dahmen und Joshua Dahmen mit IKZ-Lokalsportredakteur Markus Wassmuth (von links) über diese vermutlich ungewöhnliche Spielzeit.

Foto: Max Winkler

Iserlohn.  Die Basketballer stehen vor ihrer wohl ungewöhnlichsten Spielzeit in der ProB.

Vor dem Start in ihre siebte Saison in der 2. Basketball-Bundesliga ProB herrscht bei den Iserlohn Kangaroos große Zurückhaltung. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und stark steigender Infektionszahlen wird vieles, was früher selbstverständlich war, zum nicht einschätzbaren Glücksspiel. Das wurde auch beim Saison-Vorschaugespräch mit den heimischen Korbjägern deutlich, das unter entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen im Medienraum der Matthias-Grothe-Halle stattfand.

Zwischen Videoanalyse, Covid-Test-Abstrich und Training fanden Kangaroos-Geschäftsführer Michael Dahmen, Trainer Stephan Völkel, Kapitän und Geburtstagskind Joshua Dahmen sowie Neuzugang Moritz Hübner Zeit für eine Diskussionsrunde zur neuen Serie, der insgesamt 15. für die Iserlohner auf Zweitliga-Niveau.

Den Kader im Rahmen der Möglichkeiten gut verstärkt

„Angesichts der aktuellen Situation bin ich sehr glücklich mit diesem Team. Wir haben starke Spieler verpflichtet. Vielleicht haben andere mehr Tiefe in ihrem Kader, aber es kommt auch immer auf die Rahmenbedingungen an“, so Michael Dahmen. Der neu verpflichtete Trainer Stephan Völkel, dem die Aufgabe obliegt, gleich sechs Neuzugänge zu integrieren, hat das Ziel ausgegeben, die Play-offs zu erreichen. „Das ist realistisch, wenn wir von Verletzungen weitestgehend verschont bleiben“, so der Coach.

Trotz Kontaktbeschränkungen und intensiver Hygienemaßnahmen sieht Moritz Hübner seine Integration in das Teamgefüge, aber auch die seiner neuen Mitspieler auf einem guten Weg. Mit seinen 23 Jahren hat er schon vier Liga-Standorte erlebt. „Für mich hat sich bestätigt, dass in Iserlohn alles gut strukturiert ist. Ich fühle mich gut aufgenommen“, so Hübner, der zuletzt in der ersten Bundesliga in Braunschweig aktiv war.

Vorfreude auf die neue Saison verspürt auch Joshua Dahmen. Dabei überwiegt bei ihm der Wunsch, endlich wieder Basketball zu spielen. Dass dies vor (zunächst einmal) relativ wenigen Zuschauern stattfinden wird, sei zwar nicht schön, aber nicht zu ändern. Sein Vater Michael, der aufgrund der vielen Konzepte, die zu erarbeiten waren, so viel Zeit wie noch nie im Büro zugebracht hat, ist froh, dass man die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen konnte. Er freut sich darüber, dass ein Großteil der Sponsoren trotz aller Probleme dem Verein die Treue gehalten haben. Nur so sei es möglich, mit 300 Zuschauern (Stand heute) eine Saison zu planen, wobei der Etat natürlich heruntergefahren wurde. „Dennoch ist es wichtig, dass die Fans zu uns kommen und die vorhandenen Kapazitäten ausgeschöpft werden“, betont Dahmen. „Wir haben alles getan, damit unsere Fans dabei sein können.“

Die Testspielresultate spielen für den Coach keine Rolle

Mit der sportlichen Vorbereitung auf die Saison sind die Beteiligten zufrieden. „Natürlich wird es auch Rückschläge geben. Ebenso können noch nicht alle Automatismen funktionieren“, schränkt Stephan Völkel ein. Die Ergebnisse der Testspiele sind für ihn nebensächlich. Dass man keine der fünf Partien gegen ProA-Klubs gewinnen konnte, sieht er locker. „Oft gelingen solche Erfolge, wenn die Teams am Tag zuvor gegen BBL-Klubs gespielt haben. Das war bei uns nicht der Fall“, so der Coach weiter.

Joshua Dahmen lobt die Teamchemie und freut sich auf das Zusammenspiel mit den neuen Akteuren. Ähnlich wie Moritz Hübner sieht er das Erreichen der Play-offs als realistisches Ziel, während Trainer Stephan Völkel darauf hinweist, dass die Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 22,7 Jahren noch sehr jung ist. „Das wird dann vor allem schwierig, wenn es härter wird.“

An Spekulationen, wie diese außergewöhnliche Saison verlaufen wird, wollte sich keiner der Anwesenden beteiligen. „Wir müssen es nehmen, wie es kommt“, so der Tenor. Das worst case-Szenario ist ein Abbruch der Serie, wie es ihn im Frühjahr gab. Dass es ohne Spielausfälle gehen wird, glaubt niemand. Und das würde den ohnehin schon dicht gedrängten Spielplan weiter komprimieren. „Die körperliche Belastung wird von unserem Trainer aber gut gesteuert“, ist sich Moritz Hübner sicher und stellt sich mit seinem Team auf alle Eventualitäten ein.

Dass das Auftaktprogramm der Kangaroos eine echte Herausforderung ist, steht für alle Beteiligten außer Frage. Besonders im Fokus steht das erste Heimspiel am 24. Oktober gegen Düsseldorf, das in vielerlei Hinsicht zur Nagelprobe für die Kangaroos werden dürfte.

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