Fußball

Kein generelles Verbot von Testspielen

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Beim FC Iserlohn ist momentan nur Training ohne Körperkontakt drin. Aber am Sonntag möchte der Fußball-Westfalenligist beim klassentieferen SC Obersprockhövel erstmals testen.

Beim FC Iserlohn ist momentan nur Training ohne Körperkontakt drin. Aber am Sonntag möchte der Fußball-Westfalenligist beim klassentieferen SC Obersprockhövel erstmals testen.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Unterschiedliche Aussagen von offizieller Seite haben an den vergangenen Tagen die Fußballer verunsichert.

Der Fußball gehört zu den weltweit beliebtesten Sportarten, weil er so einfach unkompliziert ist. Trotzdem sind Spieler und Funktionäre in diesen Wochen mächtig verwirrt und verunsichert. Einen großen Anteil daran haben die Verbände. Auf der einen Seite bewerben sie die von DFB und DOSB ins Leben gerufene Kampagne „Draußen muss drin sein“, auf der anderen Seite werden Freundschaftsspiele verboten, selbst wenn es Corona-Schutzverordnung und Inzidenzwerte gestatten würden.

Bestes Beispiel: die Situation in Dortmund. Dort betrug der Inzidenzwert am Dienstag 27,9, damit lag er deutlich unter der mit entscheidenden Lockerungen verknüpften Marke von 35. Spielverderber ist in diesem Fall der Fußballkreis, der auf seiner Internetseite unmissverständlich mitteilt, dass „keine Möglichkeit zu Testspielen und Turnieren im Jugend- und Seniorenspielbetrieb im Fußballkreis Dortmund bis zum 30.06.2021“ besteht. Immerhin: Die Dortmunder Klubs wissen wenigstens woran sie sind. Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) tut sich schwer, klare Kante zu zeigen. Manfred Schnieders, der für den Amateurfußball zuständige FLVW-Vizepräsident soll vor einigen Tagen ein an die Vereine gerichtetes Schreiben unterzeichnet haben, in dem darauf hingewiesen wird, dass Freundschaftsspiele dringend zu vermeiden seien.

Im Mai gab der FLVW ausdrücklich grünes Licht

Das steht im Widerspruch zu einer Bekanntgabe vom 18. Mai, die in ähnlicher Eindeutigkeit bis heute nicht widerrufen wurde: „Wenn es die aktuellen Inzidenzwerte zulassen und Vereine von ihren Kommunen die Erlaubnis zur Durchführung von Testspielen im Amateurfußball bekommen, gibt auch der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) grünes Licht für diese Spiele.“

Auf Nachfrage hat Manfred Schnieders nun gesagt, dass die Austragung von Vorbereitungsspielen rechtlich gesehen zulässig ist. Zumindest gibt es aktuell kein Verbot seitens des Verbandes. „Neben der rechtlichen Geschichte gibt es aber noch eine gesellschaftliche Verantwortung, und deswegen legen wir den Vereinen nahe, defensiv mit dem Testspielbetrieb umzugehen.“

Schnieders warnt in diesem Zusammenhang vor gesundheitlichen Schäden und beruft sich dabei auf eine Stellungnahme des Nationalmannschaftsarztes Dr. Tim Meyer, der vor dem Hintergrund der achtmonatigen Fußballpause, die hinter den Amateuren liegt, erst einen dreiwöchigen Trainingsbetrieb empfiehlt, bevor es ans Testen geht. „Die Belastung in einem Testspiel unterscheidet sich nicht von einem Meisterschaftsspiel“, argumentiert Schnieders. Er wies zudem auf den hohen Test-Aufwand hin, der zumindest im Märkischen Kreis mit dem Trainingsbetrieb einhergeht.

Während Testspiele also geduldet werden, sorgen sich viele Vereine um die Ausrichtung ihrer Turniere. Schnieders erklärte, dass Genehmigungen oder Verbote vom Turniercharakter abhängen. „Turniere, die einem Sportfest ähneln, bei denen sich alle teilnehmenden Mannschaften auf der Sportanlage befinden, sind noch bis einschließlich 31. August verboten.“ Anders seien Turniere zu beurteilen, bei denen abends ein oder zwei Spiele ausgetragen werden.

Ähnlich wie Manfred Schnieders positioniert sich der Vorsitzende des Fußballkreises Iserlohn, Horst Reimann „Wenn die Hygienekonzepte eingehalten werden, warum sollte dann nicht gespielt werden? Eine Frage wäre noch, ob den Vereinen die Testspiele derart wichtig sind und sie dazu bereit sind, ihre Spieler unter Umständen kostenpflichtig testen zu lassen.“

In Schwerte geht der Riss quer über einen Sportplatz

Reimann ging sofort eine absurde Situation durch den Kopf, die sich nach Lage der Dinge momentan in Schwerte, also im politischen Kreis Unna abspielt, dessen Inzidenzwert am Dienstag den dritten Tag in Folge unter 35 lag. Auf dem dortigen EWG-Sportplatz Am Hohlen Wege sind zwei Vereine beheimatet: Der zum Fußballkreis Iserlohn gehörende A-Kreisligist Holzpfosten und ETuS/DJK aus der Bezirksliga, dieser Verein gehört zum Fußballkreis Dortmund. Reimann: „Holzpfosten dürfte also nächste Woche spielen, ETuS aber nicht.

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