Eishockey

Keine Hektik bei der Kaderplanung

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Iserlohn. In gewisser Hinsicht ist jetzt Halbzeit: Vor sieben Wochen haben die Iserlohn Roosters ihr letztes Saisonspiel bestritten, die Erinnerungen an die turbulente 3:5-Niederlage im dritten Play-off-Viertelfinalspiel beim späteren Meister Eisbären Berlin sind noch frisch. In sieben Wochen bricht der August an, und gleich zum Monats-Ersten wollen die Roosters in die Vorbereitung auf die Saison 21/22 starten.

Bis dahin gibt es für Manager Christian Hommel noch eine Menge zu verhandeln und zu verpflichten. „Wir wollen mit vier kompletten Reihen starten und uns dann noch punktuell verstärken. Wir lassen uns aber nicht treiben, nur um den Kader möglichst schnell voll zu bekommen, zumal der Markt momentan recht ruhig ist. Man merkt, dass Corona auf das Geschehen weiterhin einen erheblichen Einfluss hat“, schildert Hommel. Das trifft auch auf die mögliche Verpflichtung eines weiteren Torhüters zu. „Wir behalten den Markt im Auge. Wenn uns etwas aufs Tableau kommt, das uns stärker macht und finanzierbar ist, ziehen wir es in Betracht.“

In alle Verpflichtungenist Brad Tapper eingebunden

Der eine oder andere Spieler könnte also noch fehlen, wenn Chefcoach Brad Tapper zur ersten Einheit bittet. Aber einen Assistenten bräuchte er bis dahin schon. Vollzug kann Hommel bis jetzt jedoch noch nicht melden. „Wir sind in Gesprächen, Brad und ich beschäftigen uns dual mit dieser und vielen weiteren Angelegenheiten, er soll und muss sich ja auch einen Eindruck von den Kandidaten verschaffen. Das gilt auch, wenn es um Spielerverpflichtungen geht.“ Daneben gibt es noch einige Spieler aus dem Kader der vergangenen Saison, deren Zukunft noch nicht geklärt ist. Namentlich handelt es sich dabei um Griffin Reinhart, Joel Lowry, Dieter Orendorz und Jake Weidner. „Reinhart und Lowry wollen sich noch nicht festlegen, ob sie bleiben oder gehen, weil ihre Frauen in Übersee einen festen Job haben, bei Jake Weidner ist die Lage ähnlich.“ Mit Dieter Orendorz, dem Dienstältesten Rooster, laufe der Austausch weiterhin.

Alle vier haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie wertvoll für die Mannschaft sein können, aber dass sie alle an Bord bleiben, ist unrealistisch. Hommel bringt an dieser Stelle die U23-Regel ins Spiel. Der Anteil der jungen Spieler auf den Spielberichtsbögen wird bekanntlich schrittweise gesteigert, wer 19 Spieler aufbieten möchte, muss laut der Spielordnung für die kommende Saison drei U23-Spieler dabei haben. Und möglicherweise wird ein Neuzugang dieser Kategorie auch Bobby Raymond ersetzen, der keinen neuen Vertrag erhalten hat. Christian Hommel bezeichnet diese Entscheidung als „extrem schwer, weil Bobby immer hart und solide für das Team gekämpft hat. Aber vielleicht finden wir jemanden Jüngeres und werden trotzdem einen Tacken besser.“

Den Weggang von Bobby Raymond gaben die Roosters in einem Atemzug mit dem von Steve Whitney bekannt – auch er bekam kein neues Angebot. „Für ihn ist es blöd gelaufen, weil er zwar gute Ansätze hatte, wir aufgrund seiner Verletzung aber nicht viel von ihm sehen konnten.“ Dass ihm nicht das Vertrauen geschenkt wird, in der kommenden Saison richtig durchstarten zu können, hat allerdings einen Grund. Hommel: „Wir wissen nicht, wie sich die Sache mit seiner Verletzung weiterentwickelt. Nach den Erfahrungen, die wir zuletzt mit Daine Todd und Mike Hoeffel gemacht haben, sind wir vorsichtig geworden.“

Vorsichtig ist Christian Hommel auch noch mit eindeutigen Aussagen zu der Phase zwischen dem Trainingsauftakt und dem Saisonstart am 9. September. Kein Geheimnis macht er daraus, dass insgesamt sechs bis acht Vorbereitungsspiele bestritten werden sollen. Aber zu Rahmen und Gegner wollte er sich noch nicht äußern, da solche Informationen von allen Beteiligten etwa zeitgleich bekanntgegeben werden sollen. Unter keinen Umständen wolle man ohne Rücksprache vorpreschen. Offiziell bestätigt ist bislang nur die Teilnahme am swb-Energie-Cup in Bremerhaven am 20. und 21. August. Laut Hommel soll aber noch an einem zweiten Turnier teilgenommen werden, und in diesem Zusammenhang hat die gemeinsame Bekanntgabe aller Beteiligten nicht gut funktioniert.

Vorbereitung auch mit einemTurnier in Dresden

Die Roosters treten am Wochenende vor dem DEL-Start nämlich auch beim Vorbereitungsturnier der Dresdner Eislöwen an, wie den Internetseiten der Gastgeber und weiterer Teilnehmer, darunter der Düsseldorfer EG, zu entnehmen ist. Die Roosters treffen im Halbfinale auf die Nürnberg Ice Tigers und dann entweder im Spiel um Platz drei oder im Finale auf die Eislöwen oder die DEG.

Am Seilersee ist die Hoffnung zudem groß, dass die Mannschaft nicht mehr so extrem abgeschottet werden muss, wie es coronabedingt in der gesamten vergangenen Saison der Fall gewesen war. Christian Hommel dachte laut über Zuschauer bei Heimspielen, öffentliche Trainingseinheiten und andere Veranstaltungen nach, bei denen Fans und Spieler wieder miteinander in Kontakt kommen. Mit solchen Vorhaben werde flexibel umgegangen, konkrete Aussagen oder Versprechen kann er aber momentan noch nicht machen.

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