Keine Pause für Jessika Schiffer

Jessika Schiffer absolviert derzeit ein straffes Programm.

Jessika Schiffer absolviert derzeit ein straffes Programm.

Iserlohn.Diese junge Sportlerin ist sehr gefragt. Seit Ende der Zweitligasaison mit den Basketballerinnen der Sharks aus Würzburg im Frühjahr und ihrem bereits feststehenden Wechsel aufs College in die USA Mitte August hatte Jessika Schiffer kaum eine Pause. Die Vorbereitung für zwei verschiedene Titelkämpfe mit der U19- und U20-Nationalmannschaft nahmen breiten Raum ein, nun stehen die beiden Turniere vor der Tür.

Am Montagmorgen ging es für die 18-jährige Iserlohnerin zusammen mit dem U19-Team des DBB mit dem Flieger nach Thailand. Dort muss sich der amtierende Europameister längst nicht mehr als Außenseiter der Konkurrenz erwehren. Die Mannschaft von Bundestrainer Stefan Mienack hat eine knappe Woche zur Akklimatisierung und bestreitet noch ein Testspiel gegen die USA. Am Samstag geht es dann im ersten Vorrundenspiel gegen Japan. Weitere Gegner sind Kolumbien und Spanien, das die Deutschen vor einem Jahr im Finale der EM besiegten.

Zwischen WM und EMbleibt nur ein Tag

Erst am 30. Juli kehrt die deutsche Delegation aus Asien zurück, und dann heißt es für Jessika Schiffer binnen eines Tages, die Koffer zu wechseln, denn am 1. August geht es zur Europameisterschaft der Altersklasse U20 nach Tschechien. Bundestrainer ist dann Imre Szittya, der die Nachwuchsspielerin seit vielen Jahren kennt und zunächst in den bayerischen und später den deutschen Kader holte.

Zusammen mit ihm und zwei anderen Spielerinnen aus der Mannschaft wurde der Iserlohnerin am Samstag noch eine ganz besondere Ehre zuteil, erhielt das U18-Europameisterteam im BMW-Forum in München doch den Bayerischen Sportpreis 2019 in der Kategorie „herausragende Nachwuchssportler“ verliehen. Tags darauf wurde die von Markus Othmer moderierte Gala im BR-Fernsehen ausgestrahlt. Gefragt vom Moderator, ob sie immer noch BVB-Fan sei, antwortete die junge Dame im Abendkleid ein wenig ausweichend, blieb aber dabei, dass sie es doch eher mit den Dortmundern hielte, was ihr dennoch den Applaus des Publikums einbrachte. Und schließlich wollte sie ihre westfälischen Wurzeln vor den Augen ihres Vaters Jörg-Lutz Schiffer auch nicht verleugnen.

Noch in der Nacht nach der Gala ging es mit dem Auto zurück nach Iserlohn, um die Koffer für die WM in Thailand zu packen. Dort wird Jessika Schiffer im Team von Stefan Mienack eine andere Rolle spielen als in der U20. Im jüngeren Jahrgang agiert sie ausschließlich auf dem Flügel, bei Imre Szittya auch im Aufbau. Mit diesem Systemwechsel kommt sie trotz der durchweg hohen Belastung nach Ansicht ihres Vaters gut zurecht. Der wird entgegen sonstiger Gepflogenheiten seine Tochter diesmal nicht nach Thailand begleiten, dafür aber wieder in Tschechien mit von der Partie sein. Zumindest sporadisch konnte er Jessika in den letzten Wochen aber immer wieder mal in der Waldstadt begrüßen, wo sie sich beim ProB-Team der Iserlohn Kangaroos fit hielt.

Andere Rolle in derU20-Nationalmannschaft

Mit einer Einschätzung für die bevorstehenden Titelkämpfe hält sich Schiffer derweil zurück. Für sie ist definitiv die WM-Premiere, aber ganz sicher auch eine gute Schule für das, was ab Mitte August in den USA auf sie wartet. Rein sportlich freut sie sich auf beide Meisterschaften, wenngleich sie gerade bei der U20-EM in Tschechien eine noch auffälligere Rolle spielen soll. Bei den Testspielen unter Regie von Trainer Szittya vor wenigen Tagen überzeugte Jessika Schiffer auch als Top-Werferin. Gleich acht Dreier versenkte sie bei einem Testspielsieg gegen Polen. Doch vielleicht kann sie ja auch schon bei der WM derartige Duftmarken setzen. In einem herausragenden Jahrgang, wie es bei der BR-Gala noch einmal betont wurde, spielt Jessika Schiffer allemal.

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