Leichtathletik

Keine Zukunft für 24-Stunden-Lauf am Seilersee

Zum 24-Stunden-Lauf gehörte stets auch ein Programm für den Nachwuchs.

Zum 24-Stunden-Lauf gehörte stets auch ein Programm für den Nachwuchs.

Foto: Michael Topp

Iserlohn.   Bernd Nuß will nach der Pause keinen Neuanfang wagen, weil Rahmenbedingungen nicht stimmen

Nach der zehnten Auflage 2017 hatte sich Bernd Nuß für dieses Jahr eine kreative Pause verordnet. Einmal wollte er mit der Durchführung des 24-Stunden-Benefizlaufes am Seilersee aussetzen - auch, um einige „Baustellen“ dieser sportlichen Großveranstaltung abzuarbeiten. Und mit dem 4./5. Mai 2019 stand der Termin fest für die Fortsetzung dieser vielbeachteten und gut frequentierten Ultralaufveranstaltung mit großem breitensportlichen Charakter. „Doch der 24-Stundenlauf ist gestorben“, zog der Mendener nun einen Schlussstrich.

„Die Entwicklung ist nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe“, erläutert der in diesem Jahr 70 Jahre alt gewordene Langstreckler, der das Rennen anlässlich seines 60. Geburtstages ins Leben gerufen hatte. Nach der Ankündigung der Stadtwerke Iserlohn, ihr Engagement deutlich, nämlich um die Hälfte, reduzieren, aber weiterhin Namenssponsor des „Stadtwerkelaufes“ bleiben zu wollen, hatte Bernd Nuß große Schwierigkeiten, neue Sponsoren zu finden. „Und dann kann ich das Niveau für die 24-Stundenläufer nicht aufrecht erhalten“, weist Nuß auf einen wichtigen Aspekt hin. Denn dieser Wettbewerb ist, trotz zahlreicher anderer Laufangebote, der Kern der Veranstaltung am Seilersee, die in der Szene einen guten Ruf hatte.

Außerdem sah Nuß den für ihn besonders wichtigen Benefizgedanken gefährdet. „Denn ich will natürlich eine Ausschüttung für die diversen sozialen Projekte.“ Abgesichert wäre lediglich primär der beliebte Kids-für-Kids-Lauf gewesen. „Das der nun auch ausfällt, tut mir sehr leid.“ Bislang waren so fast 100 000 Euro für gute Zwecke zusammen gekommen.

Eine Veranstaltung hätte Nuß mit dem eigens für diesen Zweck gegründeten Verein „Laufen am Seilersee“ (LAS) sicherlich unter den neuen Rahmenbedingungen durchführen können, ein wahrscheinliches Minus hätte man durch Rücklagen decken können, was aber zu Lasten des Benefizgedankens gegangen wäre. Aber was wäre 2020 gekommen?

Organisator beklagt die mangelnde Wertschätzung

Bernd Nuß, auch als Veranstalter ein „Langstreckler“, sagt klipp und klar: „Ich fange nicht eine neue Serie an, um dann sofort wieder aufzuhören.“ Deshalb hat er nun für sich persönlich die Reißleine gezogen, steht auch nicht mehr als Geschäftsführer von LAS zur Verfügung. Wenn anderen die Veranstaltung am Herzen liege, könnten die ja einspringen, hofft er. Er ist enttäuscht, beklagt mangelnde Wertschätzung, fühlt sich im Stich gelassen: „Denn wir haben einen guten Job gemacht.“ Und er zeigt sich auch ein wenig betroffen, dass es praktisch keine Resonanz aus Iserlohn, aber auch nicht aus der Laufszene auf das sich abzeichnende Aus gegeben hat.

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