Eishockey

Konsequente Aufbauhilfe für das Schlusslicht

Eine enttäuschende Leistung boten die Roosters beim 1:4 gegen Schwenningen.

Eine enttäuschende Leistung boten die Roosters beim 1:4 gegen Schwenningen.

Foto: Dennis Echtermann

Iserlohn.  Krasser Rückschritt gegenüber dem Auftaktwochenende: Enttäuschende Leistung der Roosters gegen Schwenningen.

Die Roosters und die Tabellenletzten: Das ist seit Jahren ein Kapitel für sich - vor allem wenn dieser Letzte auch noch Schwenningen heißt. Die Aufbauhilfe wurde jedenfalls mit unerfreulicher Konsequenz betrieben, womit die neue Mannschaft die erste echte Enttäuschung in dieser Saison fabrizierte.


Iserlohn Roosters - Schwenninger Wild Wings 1:4 (0:0, 1:2, 0:2). „Das wird heute kompliziert“, mutmaßte Trainer Jason O’Leary noch ein paar Stunden vor dem Spiel. Dem Team aus dem Schwarzwald wegen Punktlosigkeit und des Besitzes der Roten Laterne die Außenseiterrolle zuzuschreiben, verbot sich ohnehin. Und die Gäste waren zunächst sichtlich um Stabilität bemüht, sie hatten noch die eine Woche zuvor kassierten zehn Gegentreffer im Hinterkopf. Dass sie ganz auf Nummer sicher gingen, hatte zur Folge, dass sich die Hausherren ein zunehmendes Übergewicht inklusive Chancenplus erarbeiteten. Nur fehlte denen oft die Struktur im Offensivspiel, so dass es nicht gelang, diesen Gegner entscheidend zu treffen.

Im Powerplay klappte nur wenig, so dass die hochkarätigen Chancen zur fälligen Führung bis in die Endphase des Drittels auf sich warten ließen. Erst hatte Mike Hoeffel das 1:0 auf dem Schläger, dann donnerte Ryan O’Connor die Scheibe an den Pfosten. Möglicherweise hätte diese Partie nicht einen derart unerfreulichen Verlauf genommen, wenn die Roosters aus ihrer anfänglichen Dominanz etwas gemacht hätten.

O’Connors Führungstrefferwirkt nicht lange nach

So konnte am ehesten die solide Defensivarbeit auf der Habenseite verbucht werden. Und das langte nicht, weil die Wild Wings zunehmend selbstbewusster wurden. Das überraschte nicht, denn Iserlohns Spiel nach vorn war weiter von Defiziten geprägt. Leichte Scheibenverluste, unpräzise Pässe und harmlose Schüsse: So mussten die Gäste nicht fürchten, auf ihre dritte Niederlage im dritten Spiel zuzusteuern. Deshalb fiel das 1:0 auch praktisch ohne Ansage: Ryan O‘Connor ließ von der blauen Linie einen Gewaltschuss vom Stapel und überwand Strahlmeier (29.). Erstmals in dieser Saison legten die Roosters vor, doch wie man mit einer Führung im Rücken an Sicherheit gewinnen kann, durften sie nicht lange ausprobieren. Innerhalb von gut zweieinhalb Minuten drehte Schwenningen die Partie.

Zunächst in Überzahl, als Andreas Jenike erst klärte, dann jedoch drei Gästeakteure untereinander ausmachen konnten, wer den Nachschuss setzen durfte. Das war ebenso nicht gut verteidigt wie beim 1:2, als Torschütze Hadraschek nicht attackiert wurde. Daher erübrigte sich die Diskussion, ob Jenike den Puck hätte halten müssen. Ruhe brachte dieser Rückschlag natürlich nicht in die Aktionen der Hausherren, die zu hektisch und weitgehend planlos anrannten und damit selten für Gefahr sorgten. Im Eins-gegen-Eins behielten die Wild Wings in aller Regel die Oberhand, die die durchsichtig angelegten Angriffsaktionen des Gegners immer müheloser unterbanden.

Im letzten Drittel bleibt dieerhoffte Steigerung aus

Aber noch blieben ja 20 Minuten, um die Wende zu schaffen. Doch das letzte Drittel brachte keinerlei Steigerung - im Gegenteil. Den Roosters fiel nichts ein, und es dauerte rund sechs Minuten, ehe SWW-Keeper Strahlmeier dank eines Halmo-Schusses auch wieder am Spiel teilnehmen durfte. Die Gäste gerieten nie ernsthaft in Bedrängnis, weil die Roosters keine Ideen entwickelten und sich immer wieder festliefen. Auch wenn noch acht Minuten zu spielen waren, als das 1:3 fiel: Dieses (haltbare) Tor entschied die Partie, weil die Phantasie fehlte, wie diese Iserlohner noch zu einem fulminanten Endspurt fähig sein sollten.

Geradezu kläglich wurde der letzte gute Angriff des Spiels vergeben, als Halmo seine freie Bahn nicht nutzen konnte. Und als dann in der Schlussphase eine weitere unnötige Strafzeit zu Buche stand, war sowieso nichts mehr zu machen. Auch den Schlusspunkt setzten somit die Schwenninger, und die Roosters müssen jetzt ganz schnell die Kurve kriegen. Zumindest stehen die Fans weiter hinter ihnen. Die feuerten permanent an und verkniffen sich nach der Schlusssirene trotz der matten Darbietung weitgehend die Pfiffe. Aber in Krefeld sollte jetzt eine Reaktion des Teams erfolgen.

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