Corona

KSB gibt Orientierung in der Krise

Handball-Derby vor vollen Rängen: Als der TV Lössel den Letmather TV empfing, durfte sich der Kassenwart des TVL die Hände reiben. Jetzt fehlen den Vereinen wichtige Einnahmen.

Handball-Derby vor vollen Rängen: Als der TV Lössel den Letmather TV empfing, durfte sich der Kassenwart des TVL die Hände reiben. Jetzt fehlen den Vereinen wichtige Einnahmen.

Foto: Dennis Echtermann

Iserlohn.  Zu den am häufigsten gestellten Fragen der heimischen Vereine gibt es eine Übersicht.

Die anhaltende, alle Lebensbereiche beeinflussende Corona-Krise wirft teilweise mehr Fragen auf als Antworten zur Verfügung stehen. So wenden sich viele Sportvereine mit unterschiedlichsten Anliegen an den Kreissportbund. „Die häufigsten Fragen drehen sich um Einbußen, weil Eintrittsgelder mehr eingenommen werden und keine Speisen und Getränke verkauft werden. Auch wegbrechende Sponsorengelder belasten die Vereine“, schildert Sebastian Pahlke, Geschäftsführer des Kreissportbundes Märkischer Kreis.

Sein Kollege Patrick Krone hat die am häufigsten gestellten Fragen, die gerne als FAQ (Frequently asked questions) bezeichnet werden, für den Internetauftritt des KSB zusammengestellt und mit den entsprechenden Antworten versehen. Beide betonen, dass sich die Vorstände der Sportvereine bei Problemen aller Art an den KSB wenden sollen. „Wir erfassen alles und leiten es an den Landessportbund weiter“ erklärt Pahlke, der außerdem darauf hinwies, mit Fragen konfrontiert worden zu sein, die nie zuvor gestellt wurden. Krone weist darauf hin, dass sich die Vereine auch direkt an den LSB wenden können, wenn kurzfristig erkennbare existenzielle Notfälle auftreten. Die drohende Zahlungsunfähigkeit ist so ein Notfall.“ Die dazugehörige E-Mail-Adresse lautet vereinsnotfall@lsb.nrw.

Der KSB-Vorsitzende Günther Nülle machte den Vereinen Hoffnung, dass sie diese schwierige Zeit meistern werden. „Ich weiß, dass sie auf dem Radar der Staatskanzlei sind. Eine Diskussion über mögliche Hilfen ist angekündigt.“ Für Vereine, die die Pacht oder Mieten ihrer Sportstätten nicht mehr zahlen können, soll bereits ein Hilfspaket geschnürt worden sein.

Unter anderem mit diesen Themen haben sich bereits Vereine an den KSB gewandt:

Absage und Verschiebung der Mitgliederversammlung

Bundesregierung und Bundesländer empfehlen seit dem 12. März, jegliche Sozialkontakte zu vermeiden. Um nicht etwa vor dem Problem zu stehen, dass zum Beispiel die Amtszeit des Vorsitzenden endet, wird empfohlen, einen Passus an die Satzung zu hängen, der gestattet, dass der Vorstand bis zur Neuwahl oder Eintragung der Nachfolger im Vereinsregister im Amt bleibt. Die Formulierung, die Versammlung innerhalb der ersten drei Monate abzuhalten, dürfte nicht automatisch dazu führen, dass später gefasste Beschlüsse unwirksam werden. Die Vorschrift soll lediglich den Vorstand anhalten, zeitnah zu Beginn des Jahres eine Versammlung abzuhalten.

Die Veranstaltung fällt aus: Was passiert mit bereits gezahltem Geld?

Der Verein hat die Absage nicht zu vertreten, also nicht verschuldet. Nach Paragraph 275 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) entfällt die Pflicht für den Verein, die Veranstaltung auszurichten. Nach Paragraph 326 Absatz 1 BGB entfällt aber dann auch der Anspruch auf die Gegenleistung, das Teilnehmerentgelt. Daher wird der Verein das Geld zurückerstatten müssen.

Der Spiel-, Sport- und Trainingsbetrieb ruht – was passiert mit den Beiträgen?

Der Beitrag stellt nach den vereinsrechtlichen Grundsätzen kein Entgelt dar, sondern ist die satzungsmäßige Verpflichtung der Mitglieder, damit der Zweck des Vereins verwirklicht werden kann. Der Beitrag ist danach grundsätzlich kein Entgelt für die Leistungen des Vereins. Der Beitrag dient insbesondere dazu, die laufenden Kosten des Vereinsbetriebs zu decken. In der Regel sind die Beiträge knapp kalkuliert und berücksichtigen Kosten, die ganzjährig anfallen wie zum Beispiel Verbandsabgaben und Versicherungsbeiträge. Insofern dürfte es nicht gerechtfertigt sein, den Beitrag zu mindern. Die Einstellung des Sportbetriebs für einen zunächst überschaubaren Zeitraum dürfte danach grundsätzlich noch nicht dazu führen, ein Sonderkündigungsrecht anzunehmen. Anderes könnte gegebenenfalls für sogenannte Kurs- oder Zeitmitgliedschaften gelten.

Keine Veranstaltung – keine Sponsorengelder?

Es gilt derselbe Grundsatz wie beim Umgang mit Startgeldern oder Teilnehmergebühren. Entfällt die Pflicht zur Leistung, in diesem Fall die Werbeleistung, dann entfällt auch die Pflicht zur Gegenleistung. Bereits vereinnahmte Sponsoringeinnahmen sind - gegebenenfalls anteilig - zurückzuzahlen. Aufgrund der außergewöhnlichen Situation sollten die Vereinsverantwortlichen auf die Sponsoren zugehen und um Entgegenkommen werben. Werden die Veranstaltungen nachgeholt, bleibt es bei der Leistungserbringung durch den Verein und es besteht keine Notwendigkeit, vereinnahmte Sponsoringgelder zurückzuzahlen.

Was ist im Corona-Verdachtsfall zu tun?

Dazu gibt es die folgende Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums: Personen, die persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Virus nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen, einen Arzt kontaktieren oder die 116117 anrufen – und zu Hause bleiben.

Den kompletten FAQ-Katalog hat der Kreissportbund auf seiner Internetseite, www.ksb-mk.de, veröffentlicht.

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