Basketball

Kutzschmar trifft 0,1 Sekunden vor Ende ins Glück

Auf der Rückfahrt aus Bernau herrschte gute Laune im Mannschaftsbus der Kangaroos.

Auf der Rückfahrt aus Bernau herrschte gute Laune im Mannschaftsbus der Kangaroos.

Bernau.   Kangaroos ziehen nach packendem Match in das Play-off-Viertelfinale ein

Die Stadionuhr wies den Spielstand von 76:76 aus und war auf 0,1 Sekunden heruntergelaufen, als der Ball durch die Reuse rauschte. Weil er keine Anspielstation fand, hatte Simon Kutzschmar das Spielgerät Richtung Bernauer Korb geworfen, trotz Gegenwehr sowie instabil auf einem Bein stehend und in Rückenlage. Und dennoch erfolgreich! Ein Wurf, der - nach einem letzten SSV-Versuch - für Riesenjubel bei den Kangaroos sorgte und für Schockstarre in der Erich-Wünsch-Halle. Denn mit diesem Treffer hatten die Iserlohner Basketballer auch Spiel zwei des Play-off-Achtelfinales gewonnen und Bernau in die Ferien geschickt, während die Kangaroos noch auf den Gegner warten müssen: Artland oder Leverkusen. Die Entscheidung fällt morgen.


2. Basketball-Bundesliga, ProB, Play-off-Achtelfinale, 2. Spiel: SSV LOK Bernau - Iserlohn Kangaroos 76:78 (21:16/40:46/61:57). Diesen Triumph hatten sich die Iserlohner mit großer Leidenschaft und mannschaftlicher Geschlossenheit erkämpft - auch gegen viele ärgerliche Entscheidungen der Unparteiischen, die den Gästen gerade einmal vier (!!!) Freiwürfe zusprachen, obwohl das packende Play-off-Duell sehr intensiv und phasenweise hart geführt worden war.

Leidtragender war Deion Giddens, der sich schon in den Anfangsminuten bei einem Zweikampf das Nasenbein brach, aber tapfer durchspielte und sich gestern die Nase richten ließ. Bernau startete stark und zwang Iserlohns Coach Dragan Torbica schon nach vier Minuten zu einer Auszeit, weil die „Lokomotiven“ ein 13:2 vorgelegt hatten. Aber zwei Dreier von Joshua Dahmen sorgten für eine Verkürzung. Und unmittelbar nach Beginn des zweiten Abschnitt gelang der Ausgleich (21:21). Aber mit einer 10:0-Serie setzte sich Bernau wieder ab (33:25) und baute den Vorsprung aus (39:29/18.). Doch zweimal Julian Scott sowie der fast komplett durchspielende Donte Nicholas per Dreier zum 39:36 sorgten für den Anschluss. Nicholas wurde nach seiner Galavorstellung im ersten Duell zwar weitgehend in Schach gehalten, dafür sprangen andere in die Bresche. Dass am Ende fünf Spieler zweistellig punkteten, untermauert die Teamstärke.

Entscheidender Vorstoß dank Joshua Dahmens Rebound

Nach dem Wechsel setzten sich die Hausherren wieder etwas deutlicher ab (54:43), doch abermals kam Iserlohn zurück und drehte das Match mit einer 14:0-Serie (29.), der Bernau 7:0 Punkte folgen ließ. Es ging rauf und runter, allerdings erspielten sich die Brandenburger stets kleinere Führungen, beim 74:68 (36.) konnten sie sogar zaghaft vom Sieg und einem dritten Spiel am Dienstag in Iserlohn träumen. Aber die Gäste zeigten ein großes Kämpferherz, Moral und Klasse, verkürzten auf 74:73 und kamen durch Ruben Dahmens Dreier 32 Sekunden vor dem Ende zum 76:76. Und als sich Joshua Dahmen 14 Sekunden vor dem Ende nach Werners Wurf den Rebound holte, bot sich die Chance zum entscheidenden Vorstoß, den Kutzschmar vollendete - 0,1 Sekunden vor Schluss!

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