Leichtathletik

LAZ blickt hoffnungsfroh in die Zukunft

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Der LAZ-Vorstand um Ansgar Bochynek (oben links) mit einem Teil der Mitglieder, die an der Online-Versammlung teilnahmen.

Der LAZ-Vorstand um Ansgar Bochynek (oben links) mit einem Teil der Mitglieder, die an der Online-Versammlung teilnahmen.

Foto: IKZ Screenshot / IKZ

Iserlohn.  Bei der ersten Online-Jahreshauptversammlung des Leichtathletikzentrums Iserlohn wurde eine bronzene DLV-Ehrennadel verliehen.

Von großer Harmonie und Geschlossenheit geprägt war jetzt die erste Online-Jahreshauptversammlung des Leichtathletikzentrums Iserlohn. So wurden alle acht LAZ-Vorstandsmitglieder einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.

Zur guten Stimmung trug auch der Bericht von Martin Post, dem Ressortleiter Finanzen, bei. Seit der letzten Versammlung vor zwei Jahren und damit auch während der Corona-Pandemie habe der Verein „so gut wie keine nennenswerten Austritte verzeichnen müssen“, sondern konnte sich sogar über einige Eintritte freuen. Und das obwohl der Trainingsbetrieb über Wochen ruhen musste und auch jetzt nur sehr eingeschränkt im Kinder-Bereich möglich ist. Die konstanten Einnahmen durch die Mitgliedsbeiträge sind dann - neben gutem Wirtschaften - auch mit der Grund dafür, dass man sich aktuell finanziell im Verein keine Sorgen machen müsse.

Keine Chance auf zusätzliche Einnahmen, aber auch geringere Ausgaben

„Es kommt uns zugute, dass wir kein eigenes Vereinsheim unterhalten müssen“, machte der Vorsitzende Ansgar Bochynek deutlich, was in diesen Zeiten anderen schwer zu schaffen mache. Während sich die Möglichkeit, bei eigenen Veranstaltungen Geld beispielsweise durch den Verkauf von Speisen und Getränken in die Kasse zu bekommen, in der vergangenen Freiluft-Saison leider kein einziges Mal bot, hatte der Verein auf der anderen Seite auch deutlich weniger Ausgaben, so durch die geringe Anzahl an Wettkämpfen, die überhaupt angeboten wurden und an denen die Athleten teilnehmen konnten.

„Das Vereinsleben ist wie der Trainings- und der Wettkampfbetrieb durch die Corona-Pandemie weitestgehend zum Erliegen gekommen, und das leider schon seit gut einem Jahr“, bilanzierte Bochynek. „Zwischendurch gab es eine Phase, in der alle gedacht haben, jetzt geht es wieder aufwärts.“ Um dann Training wieder zu ermöglichen, sei vom Leistungssport-Ressortchef René Brune und von Geschäftsführer Ralf Hoffmann ein Hygiene-Konzept auf Basis der Vorgaben des Landessportbundes ausgearbeitet worden. „Und das hat sich unheimlich gut bewährt“, sagte Bochynek und dankte später auch den übrigen Trainern und seinen Vorstandskollegen für den Einsatz im vergangenen Jahr. Das Konzept sei sogar anderen Vereinen als beispielhaft empfohlen worden, der Kreissportbund habe es als „Best-Practice-Beispiel“ auf seiner Homepage vorgestellt.

Ungewohnte Besucher und herausragende Leistungen am Hemberg

Auch der einzige Wettkampf, den man pandemiebedingt in der vergangenen Saison nur durchführen konnte, der Sprinterabend am 14. August, sei „für eine Premiere eine wirklich gelungene Veranstaltung“ gewesen, freute sich Bochynek. Der „ungewöhnlich gute Besuch“ auch weit über die Region hinaus sei darauf zurückzuführen, dass die Sportler „unheimlich froh gewesen“ seien, endlich mal wieder starten zu dürfen. „Deswegen sind Sportler gekommen, die wir sonst bei uns am Hemberg so nicht erleben würden und dementsprechend waren auch die Leistungen zum Teil herausragend.“

Aus demselben Grund hätte es wohl auch im vergangenen Jahr bei den Veranstaltungen der LG Olympia Dortmund „riesige Starterfelder“, teilweise aus Island und mit zahlreichen Teilnehmern aus Belgien und den Niederlanden, und aufgrund der großen Anzahl dann auch bis zu 14 800 m-Läufe oder auch 42 Starter über 5000 m allein in der Männerklasse gegeben, berichtete Bochynek. „Das habe ich vorher noch nie erlebt. Das kennt man nur aus den Erzählungen der alten Kampfrichter von vor 50 Jahren“, sagte der Vereinsvorsitzende, der auch Chef des Kreis-Leichtathletikausschusses und selber als Kampfrichter im Einsatz ist. „Die haben wirklich nach Wettkämpfen gelechzt und die Möglichkeit, sich mit anderen zu messen, sehr gerne wahrgenommen.“ Durch das natürlich auch dort notwendige Hygiene-Konzept hätte es von morgens früh bis abends spät Starts gegeben. Ein „sehr schönes Erlebnis“ sei für einige LAZ-Kampfrichter auch der Einsatz bei der deutschen Hallen-Meisterschaft in Dortmund gewesen. „Da konnte man die Kaderathleten, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt, hautnah erleben.“

Verbot und Einschränkungen für kontaktloses Training nicht nachzuvollziehen

Wegen der Pandemie habe indes das LAZ-Trainingslager in Meppen zum zweiten Mal abgesagt werden müssen. „Das ist sehr schade, weil es für die Teilnehmer immer eines der Highlights im Jahr ist.“ Leider sei auch aktuell immer noch nur ein eingeschränkter Trainingsbetrieb möglich. Durch die Neufassung des Bundesinfektionsschutzgesetzes seien die Möglichkeiten für ein Gruppentraining derzeit noch stark eingeschränkt. „Wobei ich das infektionsschutzrechtlich nicht nachvollziehen kann“, sagte Bochynek, im Hauptberuf bekanntlich Leiter des Bereichs Recht bei der Stadt, mit Verweis auf entsprechende Studien, wonach die Ansteckungsgefahr im Freien sehr viel geringer ist als in geschlossenen Räumen. „Warum man dann kontaktloses Kindertraining verbietet bzw. weitgehend einschränkt, verstehe ich nicht.“ Statt des Präsenz- gab und gibt es ein wöchentliches Online-Trainingsangebot beispielsweise für die Gruppe der 10- bis 13-Jährigen, das auch sehr gut angenommen werde und das von den Versammlungsteilnehmern auch noch mal ausdrücklich lobend hervorgehoben wurde.

Trotz der nicht möglichen gemeinsamen Trainingseinheiten und fehlenden vorbereitenden Wettbewerbe hätten zwei etwas ältere Nachwuchsathleten bei den Westfalen-Meisterschaften im September vergangenen Jahres im Hagener Ischelandstadion eine sehr gute bzw. sogar hervorragende Leistung gezeigt: Franziska Hoffmann (WU 18) sicherte sich beim Hochsprung mit 1,48 m den achten Platz, und Malte Eller (M 15) wurde mit 2:05:85 nicht nur Fünfter über 800 m, sondern lief damit auch eine neue persönliche Bestzeit, mit der er bei der Deutschen Meisterschaft der U16 dabei gewesen wäre. „Die war aber leider schon im Vorfeld abgesagt worden“, bedauerte sein Trainer René Brune.

Erstmals bronzene DLV-Ehrennadel für ein LAZ-Mitglied

Dafür wurde Malte Eller bei der Jahreshauptversammlung eine Ehrung zuteil, die es laut Martin Post im LAZ so noch nicht gegeben habe: die bronzene DLV-Ehrennadel. „Diese Auszeichnung wird vom Verband verliehen an Athleten, die sich dank einer besonderen sportlichen Leistung in die deutsche Bestenliste eingetragen haben“, erläuterte Brune mit Verweis auf den Platz 26, den der junge Nachwuchssportler in seiner Altersklasse damit auf Bundesebene erreicht habe. Die Nadel soll ihm auch noch mal „in gebührendem Rahmen“ bei einer Veranstaltung, eventuell dem Läuferabend am 3. September, überreicht werden. Dann sollen auch die weiteren Ehrungen von langjährigen treuen Mitgliedern erfolgen.

Bei den Vorstandswahlen wurden die Mitglieder, deren Posten eigentlich schon im vergangenen Jahr bei der komplett ausgefallenen Versammlung hätten gewählt werden sollen, jetzt für nur zwölf statt 24 Monate gewählt, um im kommenden Jahr wieder im richtigen Turnus zu sein. Neben dem Vorsitzenden Ansgar Bochynek wurden so der Finanzchef Martin Post und der Ressortleiter Sportbetrieb/Wettkämpfe René Brune einstimmig wiedergewählt. Über ein solches Votum der Versammlung konnten sich auch die weiteren, für zwei Jahre wiedergewählten Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes, Gaby Haschke und Steffen Müller freuen. Und das gilt auch für die Beisitzer im erweiterten Vorstand, Roya Müller, Thomas Eller und den Ehrenvorsitzenden Klaus Fingerhut. Einstimmig erfolgte auch die erneute Bestellung von Geschäftsführer Ralph Hoffmann für zwei weitere Jahre.

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