Eishockey

Lean Bergmann will nach NHL-Debüt weiter Gas geben

Lean Bergmann, hier noch für die Roosters im Einsatz, ist am Mittwoch erstmals für San Jose aufgelaufen.

Lean Bergmann, hier noch für die Roosters im Einsatz, ist am Mittwoch erstmals für San Jose aufgelaufen.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Der nunmehr 21-Jährige spielt im ersten NHL-Spiel für die San Jose Sharks mehr als zwölf Minuten.

Lean Bergmann hat es geschafft. Insgesamt 12:41 Minuten stand er am Mittwoch für die San Jose Sharks auf dem NHL-Eis und feierte damit sein Debüt in der stärksten Eishockey-Liga der Welt – mit Sicherheit das Schönste, wenn auch etwas verfrühte Geschenk für den Hemeraner Jungen, der am Freitag seinen 21. Geburtstag feierte.

Nur die Krönung blieb aus. Die Partie des ersten Spieltages gegen die Golden Nights aus Las Vegas ging mit 1:4 verloren, er selbst gab dabei einen Torschuss ab. Der 42. deutsche NHL-Profi bleibt nicht nur deswegen auf dem Boden. In einer ersten Reaktion am Tag nach dem Spiel sagte Bergmann auf Anfrage der Heimatzeitung: „Jetzt heißt es, von Spiel zu Spiel zu denken und zu versuchen, auch in der NHL zu bleiben, was schwer genug werden wird, aber nicht unmöglich ist.“

Abgesehen vom Ergebnis – Bergmann genießt die NHL

Er sieht noch eine Menge, woran er sich gewöhnen muss. „Das Niveau ist nochmal ein ganz anderes als in der DEL, so auch unser System und die Spielweise.“ Das sind nicht die einzigen neuen Eindrücke, die er mitgenommen hat. Trotz der Niederlage sei das Spiel „unglaublich“ gewesen, die Eissporthalle und die Stadt seien von der Atmosphäre her einmalig. Auch die Tatsache, dass fortan immer mit dem Flugzeug zu den Auswärtsspielen gereist wird, ist neu.

Das zweite Spiel stieg in der vergangenen Nacht um 4.30 Uhr deutscher Zeit, diesmal empfingen die Sharks Las Vegas. Zahlreiche Gratulationen früherer Weggefährten, Trainer, Teamkameraden und von Freunden und Verwandten hatten ihn bereits zuvor erreicht. „Der neunstündige Zeitunterschied macht es schwer, guten Kontakt in die Heimat zu halten, aber das nehme ich selbstverständlich gerne in Kauf.“ Zu den Gratulanten gehörte unter anderem Christian Hommel. Der Roosters-Manager, der das Edeltalent im Frühjahr zunächst in Richtung Mannheim ziehen lassen musste, zeigt sich nicht besonders davon überrascht, dass es Bergmann nun geschafft hat.

Hommel überrascht Erfolg des Ex-Schützlings nicht

„Er hat es sich verdient, und er wird mit seiner Art und seiner Arbeitsmoral auch seine neuen Coaches überzeugt haben. Dass erst Verletzungen und Sperren Bergmanns Debüt ermöglicht haben, sieht Hommel nicht als Makel. „So haben doch viele von uns angefangen“, begründete er und stellte nochmals heraus, dass der Karrieresprung als Signal an den gesamten Roosters-Nachwuchs gewertet werden kann. „Man sieht jetzt, was alles möglich ist.“

Lean Bergmann kommt diesen Tagen erst richtig in seiner neuen Umgebung an, dabei kann er sich auf seine Mannschaftskameraden verlassen. „Alle sind super nett und sie versuchen mir in allerlei Situationen immer zu helfen.“ Auch die ersten Eindrücke von San Jose sind spitze. „Bis jetzt hatte ich noch keinen Tag hier, an dem nicht die Sonne geschienen hat.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben