Kampfkunst

Leidenschaft für klassische Kampfkünste

Bei der Ninpo Hemer gab es in der letzten Trainingsstunde vor der Corona-Pause zwei erfolgreiche Dan-Prüfungen. 

Bei der Ninpo Hemer gab es in der letzten Trainingsstunde vor der Corona-Pause zwei erfolgreiche Dan-Prüfungen. 

Foto: Willy Schweer

Hemer.  Frank Düster lehrt in der Ninpo Hemer traditionelle japanische Schulen und freut sich über neue Dan-Träger.

Als sich die Trainingsgruppe versammelte, um die Gürtelprüfung ihrer Mitstreiter zu verfolgen, war allen schon klar, dass es vorerst die letzte Zusammenkunft bei der Ninpo Hemer sein würde. Die Turnhalle der Realschule bleibt natürlich auch für die Kampfkunstabteilung der SG vorerst geschlossen. Deren Leiter Frank Düster ist aber froh, dass er noch gemeinsam mit seinem langjährigen Kollegen Guido Schenkel aus Hamm seinen Schülern Alexander Perlowski und Alexander Waltermann die Prüfung zum ersten Dan abnehmen konnte.

14 Aktive im Alter zwischen 16 und 54 Jahren zählt die Gruppe, die sich dem Bujinkan Budo Taijutsu widmet, das aus neun Kampfkünsten besteht - sechs Samurai- und drei Ninjutsu-Schulen. Der 47-jährige Düster, von Beruf Soldat, hat sich seit 30 Jahren diesem Sport verschrieben und bietet ihn seit 2016 in Hemer an. „Früher kannte ich das nur aus Ninja- und Samurai-Filmen, habe dann mit Taekwondo begonnen und bin schließlich in dieser Sparte gelandet.“

Düster legt Wert auf die Abgrenzung zum Kampfsport. „Wir lehren traditionelle japanische Kampfkunst.“ Und dazu, so der Abteilungschef, müsse man nicht supersportlich sein. „Es geht um Körperschulung, um Koordination und Gleichgewicht.“ Dabei gibt es die weichen und die harten Trainingsinhalte, und es kommen Waffen zum Einsatz - bevorzugt Stöcke und Schwerter, aus Holz oder Metall. Die Ninpo-Schüler lernen, wie man einem Schlag ausweicht und wie man einen Gegner entwaffnet. „Und dazu üben wir, richtig zu fallen und abzurollen“, erläutert Düster. Er bietet somit auch klassische Selbstverteidigungselemente an, und hatte in der Vergangenheit bereits spezielle Kurse für Frauen im Programm. In Zusammenarbeit mit dem privaten Aufbaugymnasium in Iserlohn hat er auch schon Anti-Aggressionskurse durchgeführt.

Die überschaubare Größe der Gruppe, die im Normalfall mittwochs, freitags und samstags an der Realschule zum Training zusammenkommt, ist Frank Düster ganz recht. „Natürlich freuen wir uns immer auch über Neuzugänge, aber wichtig ist, dass wir individuell arbeiten und uns als Familie verstehen, die zusammenhält.“ Er widmet sich in jedem Jahr einer anderen Schule, deren Spezifika er seinen Schülerinnen und Schülern vermittelt. Diese werden gemäß ihrer Leistungsfortschritte und ihres Könnens zehn unterschiedlichen Schülergraden (Kyu) zugeordnet, die durch verschiedene Gürtelfarben kenntlich gemacht werden.

Wer alle Stufen durchlaufen hat, darf sich dem ersten Meistergrad, dem ersten Dan widmen. Den erwarben nun die beiden Düster-Schüler in der letzten Trainingseinheit vor der Corona-Pause. Der Meister selbst ist Träger des 15. Dan, und er weiß, dass sein Sport, der ohne Körperkontakt nicht praktikabel ist, so bald nicht in gewohnter Form angeboten werden kann. Zunächst einmal hat er sich bis nach Ostern von seiner Gruppe verabschiedet.

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