Handball

Lokaler Bezug und Wiedergutmachung

Iserlohn.  Jochen Müller und Henning Schierbaum vor dem Saisonstart der Handball-Bezirksliga im aktuellen Interview

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Die heimischen Handballteams vom Letmather TV und vom TV Lössel starten in der Bezirksliga am Samstag direkt mit dem Derby in die Saison 2019/2020. Im Vorfeld des Knüllers sprachen wir mit den beiden Trainern Jochen Müller (LTV) und Henning Schierbaum (TVL) über ihre Mannschaften, die Erwartungen und das mit Spannung erwartete Kräftemessen der beiden Rivalen.

Welche Erwartungen haben Sie für die neue Spielzeit an Ihr eigenes Team?

Jochen Müller: Unsere klare Zielsetzung ist der sofortige Wiederaufstieg in die Landesliga, wo wir die Mannschaft etablieren wollen. Nach der letzten Saison haben wie Einiges gut zu machen. Wir haben die nötige Qualität im Kader. Damit können wir nicht sagen, dass wir um Platz fünf spielen wollen.

Henning Schierbaum: Wir möchten definitiv einen Schritt nach vorne machen und peilen einen Platz unter den ersten Drei an. Das ist im zweiten Jahr unserer auf drei Jahre angelegten Planung unser Anspruch. Dafür müssen wir jedoch konstanter werden.

Was erwarten Sie vom Lokalrivalen?

Müller: Der TV Lössel wird genauso ambitioniert sein wie wir. Ich sehe die Mannschaft im Kreis der Mitfavoriten. Sie verfügen über eine eingespielte Mannschaft, die seit Ewigkeiten zusammen spielt.

Schierbaum: Wir beschäftigen uns grundsätzlich nicht mit den anderen Mannschaften. Ich gehe aber davon aus, dass auch der LTV oben eine Rolle spielen will. Ich habe mir einige Spiele angesehen, aber gerade im Pokal besitzen die Partien wenig Aussagekraft.

Was lief gut, was lief schlecht in der Vorbereitung? Wie fällt Ihre Beurteilung dieser Phase insgesamt aus?

Müller: Die Enttäuschung über den Abstieg haben wir relativ schnell verarbeitet. So hatte die Mannschaft zu Beginn der Vorbereitung den Kopf frei. Wir haben uns trotz der Urlaubszeit gut und intensiv vorbereitet. Darüber hinaus wurden die neuen Spieler gut integriert.

Schierbaum: Es war eine gute Vorbereitung. Intensität und Beteiligung bei den Trainingseinheiten haben gestimmt. Selbst gegen höherklassige Teams wie Lüdenscheid hatten wir Erfolgserlebnisse. Auch das Pokalspiel gegen Halingen war gut. Gegenüber der letzten Saison sind wir einen Schritt weiter.

Wie sind Sie mit der personellen Ausstattung Ihres Teams zufrieden?

Müller: Damit bin ich im Großen und Ganzen zufrieden. Ärgerlich ist natürlich, dass wir mit Ludwig, Schulte und Brehl drei Leistungsträger verloren haben. Auf der anderen Seite haben wir aber auch Spieler hinzubekommen, die viel Qualität mitbringen. Überraschungen gab es dazu durch Akteure wie Marvin Plum oder Jason Zube aus der A-Jugend, der fest zum Kader gehören wird. Und ich möchte noch ein Wort zu Kai Moeller sagen, der ein unglaubliches Comeback nach seiner schweren Verletzung feiern wird. Er ist ein Vorbild in Sachen Willenskraft und Einstellung für jeden Sportler.

Schierbaum: Die Mannschaft stellt sich so dar, wie wir sie haben wollten. Wir wollen ein Team aus unserem Dorf mit nur punktuellen Ergänzungen von außerhalb.

Wem schieben Sie in der Bezirksliga die Favoritenrolle zu?

Müller: In dieser Saison beanspruchen einige Teams die Rolle als Mitfavorit. Neben Lössel sehe ich Attendorn, Linscheid als ambitionierte Aufsteiger, aber auch Wickede. Für uns heißt das, dass diese Saison kein Selbstläufer wird. Und wir wissen auch, dass ein Aufstieg letztlich nicht planbar ist.

Schierbaum: Einen klaren Favoriten wie im letzten Jahr mit Herdecke gibt es nicht. Ich weiß, dass Linscheid hoch will. Auch Wickede hat sich gut verstärkt, Warstein scheint ebenfalls gut besetzt.

Mit welcher Spielweise wollen Sie Ihre Fans begeistern und in die Halle locken?

Müller: Jeder Trainer wird sagen, dass das mit attraktivem Tempo-Handball geschehen soll. Doch um dahin zu kommen, benötigt man einen guten Torhüter und eine gute Deckung. Da haben wir jetzt noch eine weitere Variante einstudiert. Grundsätzlich wird es darauf ankommen, dass wir unser Konzept 60 Minuten lang durchziehen. Daran haben wir gearbeitet.

Schierbaum: Wir werden über das Tempo kommen. Schnelles Spiel ist besonders attraktiv. Unser Kader ist groß genug für diese Spielweise. Natürlich darf auch das kämpferische Element nicht fehlen. Darüber hinaus sollte es uns gelingen, unsere Fans über den lokalen Bezug anzulocken. Schließlich kommen die Spieler aus dem eigenen Dorf.

Gleich im ersten Spiel steht das Derby auf dem Programm. Welchen Ausgang erwarten Sie?

Müller: Das ist in einem Derby schwer zu prognostizieren. Das wird definitiv ein Spiel auf Augenhöhe, das heiß umkämpft sein dürfte. Das erste Spiel ist ja immer etwas Besonderes. Und wenn das noch ein Derby ist. Unser Ziel ist es, die Zuschauer mit einem tollen Spiel und einem Sieg für die ganze Saison mitzunehmen.

Schierbaum: Grundsätzlich wollen wir natürlich gewinnen. Für ein Remis fahren wir da nicht hin. Es kommt darauf an, dass wir hellwach sind, alles andere zählt im Derby nicht.

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