Hembergstadion

Mähroboter-Trio pflegt den Stadionrasen

Mähroboter dieser Art kommen seit dem 25. März im Hembergstadion zum Einsatz.

Mähroboter dieser Art kommen seit dem 25. März im Hembergstadion zum Einsatz.

Foto: Oliver Bergmann

Iserlohn.  Die Heimspielstätte des FC Iserlohn ist aus SIH-Sicht prädestiniert für einen Einsatz der modernen Geräte.

Es war scherzhaft gemeint, als die SIH-Mitarbeiter Axel Raue und Christian Gernert sowie Stefan Henkel von der Lüdenscheider Firma Fischer Gartengeräte am Donnerstagvormittag prophezeiten, dass sich die Fußball-Bundesligisten von nun an vor dem FC Iserlohn in Acht nehmen müssen. Denn dazu müsste erstmal wieder Fußball gespielt werden dürfen, und fünf Aufstiege wären nebenbei auch nötig. Was sie vielmehr ausdrücken wollten: Auf dem Rasen des Hembergstadions wird man künftig besser Fußballspielen können – warum dann nicht auch erfolgreicher?

Das Geläuf ist nicht neu, aber es wird seit Mittwoch auf völlig neue Art und Weise gemäht, und zwar dann, wenn es nötig und sinnvoll ist, und eben nicht mehr wenn es die Kapazitäten des Märkischen Stadtbetriebs Iserlohn/Hemer zulassen. Der Husqvarna Automower AM 550 sorgt dafür. Er ist der erste Mähroboter, der im Zuständigkeitsbereich des SIH zum Einsatz kommt.

Die Geräte sollen sich nach wenigen Jahren rentiert haben

Von seiner Sorte wurden gleich drei Exemplare angeschafft. Kostenpunkt mit allem drum und dran, also mit Installation und Programmierung: 13.000 Euro. „Dadurch werden wir innerhalb von fünf Jahren 17.456 Euro sowie 6690 Kilogramm CO einsparen und den Zustand des Rasens verbessern“, argumentiert Raue.

Dass die Mähroboter zuerst für das Hembergstadion angeschafft wurden, hat Gründe. „Das Stadion liegt bekanntlich auf einer Deponie, und wir hatten immer schon Probleme mit der Stauwasserbildung unterhalb der Spielfläche. Die relativ schweren konventionellen Mäher haben den Boden noch weiter verdichtet und das Problem verstärkt, obwohl wir bereits mit sogenannten Tiefenlockerern arbeiten.“ Mit seinen rund zwölf Kilogramm ist der Automower vergleichsweise ein Fliegengewicht, das sich per App steuern lässt. Der FCI teilt dem SIH mit, wann im Hembergstadion nicht gespielt wird, und schon kann der AM 550 loslegen. Dessen kleine Messer lassen das Schnittgut zwar auf dem Spielfeld liegen, aber auch dafür gibt es eine Lösung. SIH-Gartenmeister Christian Gernert erläutert: „Wir verwenden ein anderes Düngemittel, wodurch das Schnittgut zersetzt wird und gehen davon aus, dass sich dichtere Grasnarben bilden wodurch die Bespielbarkeit verbessert wird.“

Die Ladestationen stehen am Spielfeldrand zwischen den Trainerbänken – Tag und Nacht sowie während der Spiele. Angst, dass sie jemand samt Roboter stehlen könnte, um den eigenen Rasen im Garten mähen zu lassen, hat seitens des SIH niemand. Auch Henkel, dessen Betrieb die Geräte installiert hat und zukünftig die Wartung übernimmt, hat keinerlei Bedenken. Gernert erklärt: „Sie würden woanders gar nicht funktionieren, weil sie nur für dieses Areal programmiert wurden. Dass sie sich im Hembergstadion befinden, erfahren sie durch ihren GPS-Sender. Zudem bekomme ich eine Nachricht, wenn sie nicht mehr vor Ort sein sollten.“

Ob der SIH seinen Bestand an Mährobotern erweitert, wird die Zukunft zeigen. „Es ist ein Pilotprojekt. Wir müssen trotz aller Zuversicht abwarten wie es tatsächlich funktioniert“, sagt Gernert. Auszuschließen, dass Artgenossen des AM 550 bald öffentliche Grünanlagen pflegen, ist es keineswegs, auch wenn das heute noch Zukunftsmusik ist. Doch Henkel erinnerte daran, dass Mähroboter vor nicht einmal zehn Jahren generell als Spinnerei abgetan wurden.

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