Cheerleading

Mehr als Anfeuern und Wackeln mit Pompons

Die Dancing Roo’s bilden den Rahmen bei den Spielen der Kangaroos.

Die Dancing Roo’s bilden den Rahmen bei den Spielen der Kangaroos.

Foto: Foto: Max WinkleR

Iserlohn.  Cheerleading wird bislang in Deutschland verkannt, doch es handelt sich dabei um eine eigene Sportart.

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Ende September gab ALBA Berlin bekannt, bei Spielen der Basketballmannschaft keine Cheerleader mehr einzusetzen. Der Verein ist der Auffassung, dass es nicht mehr zeitgemäß sei, junge Frauen als attraktive Pausenfüller bei Sportevents auftreten zu lassen. Cheerleading hat besonders im Basketball eine lange Tradition, mit der Alba Berlin im Herbst letzten Jahres gebrochen hat.

In Iserlohn müssen sich Fans keine Sorgen machen. Natürlich haben auch die Cheerleader der Iserlohn Kangaroos die Entscheidung aus der Hauptstadt zur Kenntnis genommen. „Die Dancing Roo’s machen aber auf jeden Fall weiter“, so Zlata Dahmen von den Iserlohn Kangaroos.

Intensive Trainingseinheitenwie in anderen Sportarten

Julia Seeberger ist seit Ende 2016 Cheerleaderin bei den Dancing Roo’s. Im Gegensatz zum Berliner Klubmanagement findet sie, dass Cheerleading durchaus noch zeitgemäß ist. „Wir sind auch alle mit ganzem Herzen dabei und wir merken, dass unsere Showeinlagen sehr gut ankommen. Die Zuschauer feuern uns an mit ihren Schlachtrufen“, erzählt sie.

Wie bei jeder anderen Sportart, gehören intensive und ausdauernde Trainings dazu. „Cheerleading ist definitiv eine eigene Sportart, da fällt man abends auch schon mal k.o. ins Bett“, weiß Julia Seeberger aus Erfahrung. Neben körperlicher Ausdauer brauchen die Cheerleader auch Vertrauen zueinander, damit die Pyramiden und Stunts gelingen. Vor allem sollte man aber Spaß an der Sportart mitbringen. „Man sollte schon voll und ganz dabei sein und Spaß daran haben, andere anzufeuern“, so die Cheerleaderin. Und das werden sie auch in Zukunft weiterhin tun, und ganz besonders, wenn die Kangaroos die Playoffs erreichen.

Auch die „Power Bolts“ empfinden es als schade, dass Cheerleading hierzulande noch als „Anfeuern und Wackeln mit Pompons“ verstanden wird. Die Cheerleader des TuS Iserlohn betreiben Cheerleading als Wettkampfsport. Dazu gehören Elemente aus Akrobatik, Bodenturnen und Tanz - und ist bei weitem nicht nur eine Sportart für Mädchen.

Für komplizierte Figuren wie zum Beispiel der Pyramide sind insbesondere Kraft, Gleichgewicht, Kondition und Rhythmusgefühl gefragt, aber auch Salto, Flickflack, verschiedene Sprünge (Jumps), Handstand oder Radschlag gehören zu den Standards.

Zuletzt waren die Power Bolts Ende November in Bonn erfolgreich. Auf der für sie ersten Landesmeisterschaft setzten sich die „Mighty Bolts“ in der Kategorie Junior Coed Level 3 gegen fünf weitere Teams durch und schafften es auf den dritten Platz. Gleichzeitig erreichten sie mit 6,78 Punkten die Qualifikation zur Regionalmeisterschaft am 16. Februar.

Cheerleader haben auf dem Eis nicht die richtige Plattform

Mit den N’ice Roostars hatte es eine Zeit lang auch bei den Eishockeyspielen Cheerleading gegeben. Vor einigen Jahren beschloss der Verein gemeinsam mit den Cheerleaderinnen, die Gruppe aufzulösen. „Das hatte aber nichts damit zu tun, dass Frauen nicht zum Eishockey gehören oder Cheerleading nicht mehr zeitgemäß ist“, so Volker Grabowski, der bei den Heimspielen der Roosters das Rahmenprogramm mitgestaltet. Vielmehr hatte man den Mädchen nicht die Plattform bieten können, die sie bei anderen Sportarten wie Basketball oder American Football haben könnten. Den Cheerleaderinnen spricht er aber dennoch seine Bewunderung aus. „In Amerika ist Cheerleading eine richtig große Sportart. Das wird hier in Deutschland bislang verkannt“, merkt er außerdem an.

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