Handball

Mia Bomnüter auf dem Weg nach ganz oben

Mia Bomnüter fühlte sich beim BVB-Nachwuchs auf Anhieb wohl. Das Ergebnis sind starke Leistungen im Spiel.

Mia Bomnüter fühlte sich beim BVB-Nachwuchs auf Anhieb wohl. Das Ergebnis sind starke Leistungen im Spiel.

Foto: Privat

Sümmern.  Die 15-jährige Sümmeranerin durchläuft seit 2016 überaus erfolgreich die Handballjugend des BVB.

Mehrere Kreis- und Westfalenmeisterschaften sowie Auswahlspiele stehen bereits in der Chronik von Nachwuchs-Handballerin Mia Bomnüter, doch wie ein Erfolg fühlt sich der jüngste Verbandstitel nicht an. Die Entscheidung fiel coronabedingt am grünen Tisch. Nur zu gerne hätte sie das Westfalenmeisterschafts-Finale der weiblichen B-Jugend gegen ihre früheren Kameradinnen des HTV Hemer gespielt, denen der Titel ebenfalls zugesprochen wurde.

Die 15-jährige Sümmeranerin spielt seit vier Jahren für Borussia Dortmund. Und wer das in dieser Altersklasse von sich behaupten kann, tut das nicht nur aus Spaß an der Freude. Es handelt sich um die Generation, die in einigen Jahren dafür sorgen soll, dass die BVB-Damen weiterhin mindestens zur nationalen Spitze zählen. Dafür wird entsprechend malocht, wie es im Revier gerne heißt. „Dienstags und donnerstags haben wir Frühtraining und insgesamt stehen acht Einheiten pro Woche an“, erzählt sie.

In die Saison startete Mia Bomnüter als C-Jugend-Spielerin. Da aber nach Platz drei in der Oberliga für ihr Team früher als geplant Feierabend war, stieß sie vorzeitig zur B-Jugend, der sie ab der neuen Saison fest angehört. Selbstverständlich ist das nicht. In einem Umfeld, wo das Leistungsprinzip gilt, wird ausgesiebt. Einigen Spielerinnen wird ein Vereinswechsel nahegelegt, gleichzeitig stoßen Talente aus ganz Deutschland neu dazu. „Es ist schon ein tolles Gefühl dabei sein zu dürfen“, sagt die Linkshänderin, die auf der rechten Seite zuhause ist – früher im Rückraum, mittlerweile auf der Außenposition.

Dort hat sie sich inzwischen ins Blickfeld der Verbandstrainer des Deutschen Handballbundes gespielt, nachdem 2018 bereits das Debüt in der Westfalenauswahl erfolgte. Sachlich und ohne Überheblichkeit berichtet sie von einer weiteren tollen Erfahrung in diesem Zusammenhang: „Ende Februar wurde ich nach Heidelberg zu einem Sichtungslehrgang eingeladen und stand am Ende unter 120 Teilnehmern im Allstar-Team. Ich gehörte also zu den acht Besten.“

Im Internat lassen sich Schule und Sport vereinbaren

Bei dem Pensum, das Mia Bomnüter und ihre Teamkameradinnen abspulen, ist es wichtig, dass die Schule nicht auf der Strecke bleibt, zumal es aus sportlichen oder gesundheitlichen Gründen mit der Profi-Laufbahn auch schnell zu Ende sein kann, noch bevor sie richtig losgegangen ist. Durch ein Internatskonzept vereinbart der BVB Sport und Bildung miteinander. Die Sportschüler sind normalerweise von Sonntagabend bis Freitagnachmittag dort. „Das funktioniert, sie macht das super“, lobt ihre Mutter Annette. Nach dem Sommer besucht Mia Bomnüter die zehnte Klasse, ihr Fernziel ist das Abitur, das Lieblingsfach die Mathematik. „Das logische Denken bekomme ich ganz gut hin“, begründet sie.

Plan B für den Fall, dass es mit der Handballkarriere doch nicht klappt, liegt auch schon parat. „Entweder würde ich ein Sportstudium aufnehmen oder zur Polizei gehen.“ Die Perspektive ist vielversprechend, und obwohl die Entwicklung in strammem Tempo voranschreitet, verliert sie die Bodenhaftung nicht.

Noch gut erinnert sie sich an ihre ersten Schritte auf dem Handballfeld. Das war 2011 mit sechs Jahren, sie tat es damals ihrer zwei Jahre älteren Schwester Lea gleich. Beide spielten für die DJK Sümmern und wechselten drei Jahre später gemeinsam zum HTV, der damals noch Sundwig/Westig hieß. Nach zwei weiteren durchaus erfolgreichen Jahren mit zwei Kreispokal-Siegen folgte dann der Wechsel nach Dortmund. „Alles war komplett neu, aber meine Mitspielerinnen haben mir sehr gut dabei geholfen, mich schnell einzuleben.“

Zu ihnen muss sie in diesen Wochen auf Distanz gehen. Mit individuellem Training, das hauptsächlich aus Läufen und Kraftübungen besteht, hält sie sich fit für die weiteren Herausforderungen – wann immer die auch in Angriff genommen werden können.

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