Eishockey

Mit Smoking und Fliege zur Filmpremiere

Moderator Sascha Bandermann stand Iserlohns Eishockey-Ikone Bobby Reynolds Rede und Antwort.

Moderator Sascha Bandermann stand Iserlohns Eishockey-Ikone Bobby Reynolds Rede und Antwort.

Foto: Dennis Echtermann

Iserlohn.  Bobby Reynolds hat eine starke Bindung nach Iserlohn. Er bringt auch eine Eishockey-Schule für IEC-Kids ins Gespräch.

Sein Auftritt war glamourös. Smoking, weißes Hemd, Fliege, schwarze Lackschuhe – Bobby Reynolds legte zur Premiere des Films „Eishölle am Seilersee“ einen oscarreifen Auftritt hin.

„Alex Wagener hat mich zur Premiere des Films eingeladen, ich wollte ihm mit dem Outfit Wertschätzung für seine Arbeit erweisen. Meine Frau sagte, dass ich unbedingt einen Smoking anziehen soll“, erklärte der ehemalige Stürmer des ECD Sauerland nach der Premiere im Filmpalast Iserlohn. „Bobby und seine Frau sind die bestaussehenden Leute heute Abend. Ich habe ihn gefragt, ob er weiß dass es sich um einen Film handelt und nicht um die Oscar-Verleihung“, frotzelte Roosters-Manager Christian Hommel im Anschluss des Films.

Der bald 52-Jährige genießt bei den Iserlohner Eishockeyfans auch 25 Jahre nach seinem ECD-Engagement in der 2. Bundesliga ungebrochene Popularität. Und das, obwohl er nur zwei Jahre am Seilersee spielte. Aber die 97 Tore und 113 Beihilfen in 96 Partien sind vielen Eishockeyfans noch in Erinnerung. Vor und nach dem Film war Bobby Reynolds ständig von einer Menschentraube umgeben oder musste für zahlreiche Fotos posieren. Seine Frau Cynthia nahm es gelassen.

„Eigentlich wollte ich nur ein Jahr in Europa bleiben“

Aber auch Reynolds selbst blickt mit Freude auf seine Iserlohner Zeit zurück. „Es ist unglaublich. Es sind die Fans, die mir damals den Wechsel nach Europa einfacher gemacht haben. Eigentlich wollte ich nur ein Jahr bleiben, aber die Fans waren sehr gut zu mir, so dass ich länger blieb. Mit der Anfeuerung von den Rängen spielte ich noch besser“, blickt der äußerlich kaum veränderte US-Amerikaner zurück. Die Liebe der Iserlohner Fans fürs Eishockey befeuerte auch nochmal die Leidenschaft von Bobby Reynolds für den Kufensport. „Nach der Zeit in Nordamerika brachten sie so meine Leidenschaft für das Eishockeyspiel zurück. Ich fühle mich daher sehr eng mit ihnen verbunden“; beschreibt Reynolds seine Verbindung nach Iserlohn. Und er wirkt authentisch, keine Phrasen, die man sonst von Importspielern hört.

Daher war es für ihn auch keine Frage, für den Film bereitzustehen. „Alex sprach mich vor einem Jahr an und erzählte mir von seiner Idee. Er besuchte mich für ein Interview, danach blieben wir in engem Kontakt. Das Ergebnis ist unglaublich, ich hatte an einigen Stellen Tränen in den Augen“, war Reynolds auch von der Filmversion der „Eishölle am Seilersee“ sichtlich beeindruckt.

Bobby Reynolds kehrte gemeinsam mit seiner Frau, die Vorfahren im Schwarzwald hat, nach etlichen Jahren für eine Woche wieder nach Iserlohn zurück. Ein Grillabend bei Ian Wood, ein Besuch im neuen Eishockey-Museum „Puck“, zwei Golfeinheiten und Shopping in Düsseldorf standen auf dem Programm. Und eine Stadtrundfahrt durch Iserlohn. „Ich habe ihr die Plätze von früher gezeigt. Sie sagte, dass ich dabei jedesmal ein Grinsen im Gesicht hatte.“ Und er freute sich auch, dass er im Internet vor Saisonbeginn weiterhin als Neuzugang bei den Roosters gerüchtet wird, sozusagen als Gordie Howe des Iserlohner Eishockeys. „Das ist lustig. Ich habe das damals mitbekommen und tatsächlich überlegt, zum Ende meiner aktiven Zeit nach Iserlohn zurückzukommen. Aufgrund meiner Kinder hat das aber nicht geklappt.“

In Texas betreibt Reynolds eine Eishockey-Akademie

Aber es ist nicht nur der Blick auf die vergangenen Zeiten, die Bobby Reynolds mit seinem früheren Arbeitsplatz verbindet. „Ich bin zur Eissporthalle gefahren und habe mit Christian Hommel über Eishockey gequatscht. Er hat mir von seinen Plänen erzählt. Das Eishockey ist hier in guten Händen“, lobt der Alt-Star die heutigen Verantwortlichen.

Reynolds selbst lebt heute in Houston, Texas, und betreibt dort eine Eishockey-Akademie für Schüler zwischen elf und achtzehn Jahren. Liegt da eine Zusammenarbeit mit den Young Roosters nicht nahe? „Ich habe mit meiner Frau und Christian Hommel darüber gesprochen, dass wir im Sommer hier eine Eishockey-Schule veranstalten. Und das jedes Jahr“, verrät Bobby Reynolds seine Pläne. Die gemeinsame Leidenschaft fürs Eishockey schafft Verbindungen.

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