Eishockey

Nicht nur Topscorer Jack Combs muss gehen

Karsten Mende (li.) und Rob Daum stellten die Kaderplanungen vor.

Karsten Mende (li.) und Rob Daum stellten die Kaderplanungen vor.

Foto: Michael Topp

Iserlohn.   Sieben Roosters-Spieler erhalten keinen Vertrag, Brown und Larsson können nicht gehalten werden.

Ursprünglich hatten die Roosters gehofft, bei ihren Kaderplanungen auf mehr Kontinuität setzen zu können als zuletzt. Doch nun ist klar: Die Mannschaft der Saison 18/19 wird ein stark verändertes Aussehen haben. Sieben Spieler erhalten keinen neuen Vertrag, zwei Spieler können nicht gehalten werden, bei zwei Akteuren ist noch keine Entscheidung gefallen. Und: Drei „Neue“ stehen bereits unter Vertrag.

„Am Ende war die Saison für mich eine unvollendete“, blickte Manager Karsten Mende gestern zunächst auf die letzten sieben Monate zurück. „Wir haben eine wirklich gute Hauptrunde gespielt. Aber es wäre mehr drin gewesen. Unser Problem war vor allem die Inkonstanz.“

Anthony Camara stürmt auch 2018/19 für Iserlohn

Und aus dieser Erkenntnis heraus sind die Entscheidungen gefallen, die sich durchaus schon eine Weile lang abzeichneten. Keine Verträge erhalten die Verteidiger Alexander Bonsaksen und Oscar Eklund. Auch auf die Stürmer Jack Combs, Chad Costello, Johannes Salmonsson, Chad Bassen und Marcel Kahle wird man verzichten. Boris Blank hat seine Karriere beendet und wird wohl in den Trainerstab der Young Roosters wechseln. Grundsätzlich betonen Mende und Trainer Rob Daum, dass die Entscheidungen nichts mit Charakterschwäche zu tun haben. Daum: „Diese Mannschaft hat als Gruppe funktioniert.“

Die Trennung von Topscorer Combs begründete Daum: „Er hat nicht alles gebracht, was wir von ihm erwartet haben.“ Das trifft auch auf Chad Costello zu, der seine Scorerqualitäten nicht beweisen konnte. Alexander Bonsaksen, immerhin eine feste Größe im norwegischen Nationalteam und Olympiateilnehmer, habe nicht sein Potenzial abgerufen, erläuterte Mende. „Dabei kann ein Typ nicht besser sein. Aber es hat irgendwie nicht geklappt.“ Keine Chance gab es für die anderen Akteure, im Falle des lange Zeit verletzten Eigengewächses Marcel Kahle ist Mende der Überzeugung, „dass wir ihm mit einem Vertrag keinen Gefallen tun würden. Er muss Spielpraxis sammeln.“

Offen ist die Zukunft von Stürmer Travis Turnbull, den man halten möchte. Hier dürfte wohl auch eine Rolle spielen, ob er einen deutschen Pass bekommt. Die Entscheidung, ob Blaine Down einen Vertrag erhält, ist noch nicht gefallen.

Gerne hätte man Stürmer Chris Brown behalten, er hat aber bei einem anderen Klub unterschrieben, spekuliert wurde u. a. über einen Wechsel nach Mannheim. Mit Verteidiger Johan Larsson konnten sich die Roosters nicht einigen, einen neuen Klub soll der Schwede aber noch nicht haben. Die Option wurde bei Anthony Camara gezogen, der erst zum Ende der Hauptrunde gekommen ist und in seinen drei Einsätzen überzeugte.

Rückkehr von Jordan Smotherman wahrscheinlich

Angesprochen auf die Zukunft von Torhüter Mathias Lange, der zuletzt klare Nummer zwei war und noch einen Vertrag besitzt, geht Mende davon aus, dass „er Stand jetzt bleibt. Zur neuen Serie werden die Karten neu gemischt.“ Lange habe schließlich, als Sebastian Dahm verletzt war, eine guten Job gemacht.

Über die drei bereits feststehenden Neuzugänge, darunter ein Nordamerikaner, sagt Mende nichts. Sicher scheint, dass Jordan Smotherman zurückkehrt. Er sollte eigentlich schon in der Saison 16/17 für die Iserlohner stürmen, wurde aber wegen einer Herzerkrankung nicht lizenziert. In dieser Saison hat er in der ECHL für die Manchester Monarchs in 59 Spielen 31 Treffer und 65 Scorerpunkte erzielt, auch im Jahr davor war er aktiv. Kein Thema ist Schwenningens Damien Fleury, der solche Spekulation als Gerücht abgetan hat. Einen Wechsel von Mannheims Christoph Ullmann hält Mende für „eher unwahrscheinlich.“

„Wir wollen das Team besser machen und suchen Spieler mit Leidenschaft, die hart spielen und nicht individuell denken. Wir müssen ein Team sein. Jeder muss zu jedem Zeitpunkt bereit sein“, beschreibt Daum das Anforderungsprofil. Und er hofft auf mehr Offensivkraft. Bei seinen Personalplanungen kann Mende über einen ähnlichen Etat verfügen wie zuletzt. „Aber es ist wie immer schwierig. Einige Spieler haben auch schon abgesagt.“

Anfang August soll das Team zum Trainingsstart stehen. Geplant ist die Teilnahme an einem Turnier in der Schweiz. Beim Turnier in Bremerhaven werden die Roosters allerdings nicht ihren Titel verteidigen. Das hat aber nichts mit dem Play-off-Aus gegen die Pinguins zu tun . . .

Der Kader: Dahm, Lange; Fischer, Martinovic, Orendorz, Schmidt - Camara (CAN), Caporusso (CAN), Jaspers, Friedrich, Weidner, Shevyrin, Florek (USA), Bettahar (?)

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