24-Stundenlauf

Nur 700 Meter fehlen zum Streckenrekord

Der 24-Stundenlauf war wieder ein voller Erfolg.

Foto: Michael May IKZ

Der 24-Stundenlauf war wieder ein voller Erfolg. Foto: Michael May IKZ

Iserlohn.   Dennoch ist Wilma Dierx zufrieden, ebenso Gesamtsieger Wolfgang Schwerk.

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„Der Lauf läuft!“ Sichtlich zufrieden bilanzierte Bernd Nuß die neunte Auflage des 24-Stundenlaufes um den Seilersee. Denn längst ist der Mendener, der diese Veranstaltung anlässlich seines 60. Geburtstages initiierte, nicht mehr der Solist, wenn es um die Organisation dieses Events geht. Und das hat sich in der Ultralanglaufszene längst einen Namen gemacht und erfreut sich auch bei den zahlreichen Hobbyläufern vor Ort einer großen Beliebtheit.

„Erstmals sitze ich hier nicht wie ein Häufchen Elend“, zog Nuß gestern einen Vergleich mit früheren Veranstaltungen, wenngleich ihn Hüftschmerzen arge Probleme bereiteten und er sich vornehmlich auf seinem neuen Lieblingssportgerät, dem Tretroller, fortbewegte, für das er die Werbetrommel rührte. Die vielen Helfer, besonders jene vom LAZ Iserlohn, haben Nuß, der heute seinen 68. Geburtstag feiert, spürbar entlastet.

Die Veranstaltung mit ihren 141 24-Stunden-, den 50 12-Stunden- und den 41 6-Stundenläufern sowie den 200 Free-Runnern und über 350 Aktiven beim Kids-for-Kids-Lauf verlief reibungslos und wurde kompetent von Gabi Haschke und Klaus Fingerhut moderiert. Lediglich das Wetter spielte nicht immer mit. Kalte Tages- und sehr kalte Nachttemperaturen, ein phasenweise böiger Wind sowie Regen- und Schneeschauer setzten Aktiven und Zuschauern ordentlich zu, auch bei der Siegerehrung durch DLV-Vizepräsidentin Dagmar Freitag, die zudem den Startschuss gegeben hatte. Somit blieben Bestwerte diesmal aus. Der ambitionierte Rekordhalter Hans Edgard Rakeie (bislang 226 km) pausierte in der kalten Nacht und beließ es bei 71,505 Kilometern.

„Ich hatte mir keineChance ausgerechnet“

Denkbar knapp verpasste Wilma Dierx aus Amsterdam einen neuen Rekord. Ganze 700 Meter fehlten ihr am Ende, nach 24 Stunden hatte sie 207,006 Kilometer absolviert und wurde damit Gesamtzweite. „Mit der Organisation bin ich so sehr zufrieden“, lobte die Niederländerin. „Alle sind so freundlich“, schwärmte sie und kündigte an, im nächsten Jahr wiederzukommen, wenn der Lauf am 29./30. April stattfindet, dann unter Federführung des neuen Vereins „LaS“ (Laufen am Seilersee). Zur zehnten Auflage hofft man auf mehr Staffeln, diesmal waren sechs am Start, über 12 Stunden nahm ein Team teil, ordentlich war die Resonanz beim 2-Stunden-Staffellauf für den Nachwuchs mit zehn Mannschaften.

Nicht zu schlagen war Wolfgang Schwerk aus Solingen. Er ist einer der weltbesten Ultraläufer und lief 215,761 Kilometer um den Seilersee. „Es war schwierig und kalt“, bilanzierte der Vorjahreszweite. „Ich wollte nicht gewinnen, denn als M60-Läufer hatte ich mir gegen die jungen Hüpfer keine Chance ausgerechnet.“

Als „schönsten 24-Stundenlauf“, beschrieb Jeffrey Norris das Laufspektakel am Seilersee. „Ich will mich nicht quälen, sondern genießen und Freundschaften schließen“, nannte der Nürnberger seine Motivation, ging allerdings nach dem Frühstück nicht mehr auf die Strecke. Norris ist blind und wurde von drei Guides begleitet: „Ich habe sie erst jetzt kennengelernt, ein blind date sozusagen.“ 110,908 km absolvierte der M55-Läufer und erreichte Platz 47.

Jörg Michaelis vom TVD läuft auf den neunten Platz

Eine starke Leistung zeigte Jörg Michaelis vom TV Deilinghofen als Neunter mit 164,463 km (3. M40). Frank Arnold (Iserlohn) bewältigte 109,625 km (49. ges./6. M55). Bei allen neun Auflagen war Tom Kuschel am Start. Aber der Mendener zog es vor, in der Nacht auszusetzen. „Ein warmes Bett und ein wohl temperiertes Bier waren mir lieber.“

Den 12-Stundenlauf gewann Marcel Zöllner (Dortmund-Bittermark/112,642 km), den 6-Stundenlauf Rainer König (Wetter/76,493 km). Drei der 200 Free-Runner knackten die 100-km-Marke: Michael Vorweg aus Dortmund (160,905 km), Marcus Cordes aus Iserlohn (109,053 km) und Dietmar Klemm (101,901 km). Die 24-Stunden-Staffel gewann das Team Korrosionsschutztechnik Iserlohn (268,240 km), Sieger beim Nachwuchs über 2 Stunden wurden die LAZ Ghost Runners (27,112 km) vor dem Burggymnasium Altena (25,064 km) und den LAZ Runners (24,154 km).

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