Sportpolitik

„Offenes Ohr für die Vereine haben“

Thorsten Schick nimmt Stellung zur Situation des Sports in Iserlohn.

Thorsten Schick nimmt Stellung zur Situation des Sports in Iserlohn.

Iserlohn.   Thorsten Schick zu Sportstättenentwicklungsplan, Spielflächenbedarf und Eishalle

Mit dem unplanmäßig frühen Saisonschluss knüpften die Basketballer der Iserlohn Kangaroos am letzten Wochenende an die Serie unbefriedigender Meisterschaftsrunden an, die den Iserlohner Sport derzeit prägen - vom Eishockey über den Fußball bis zum Rollhockey. Über diese Entwicklung sprachen wir mit dem CDU-Landtagsabgeordneten und Vorsitzenden des Iserlohner Stadtsportverbandes, Thorsten Schick.

Die Sportvereine vor Ort eint die Tatsache, dass ihre Ergebnisse hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück bleiben. Wie bewerten Sie die Situation?

Viele hatten sicherlich ganz andere Ziele, und deshalb ist es gewiss notwendig, nach dieser Saison ein paar Steine mehr als in der Vergangenheit umzudrehen.

Woran denken Sie?

Das ist kein politisches Thema, da sind die Vereine selbst gefragt. Ich will keine Ratschläge geben, betone aber, dass die Politik in dieser Situation ein offenes Ohr für die Vereine haben muss. Hoffnungsvoll stimmt mich jedoch, dass beim Eishockey und beim Basketball die Zuschauerresonanz in der letzten Saison sehr gut war, auch wenn die Ergebnisse nicht immer stimmten.

In welchem Bereich kann die Politik helfen?

Zunächst einmal sollten wir die Chance nutzen, in der Sommerpause mit den Vereinen zu reden. Und wir sollten mit Blick auf die Kommunalwahl im nächsten Jahr politische Leitlinien aufstellen.

Was ist bis dahin im Sportbereich überhaupt noch zu erwarten, welche Projekte werden angeschoben?

Wir haben ja noch einiges zu erledigen. Die Planung für die Sporthalle in Hennen wird wohl bald auf dem Tisch liegen, die Renovierung der Kunstrasenplätze läuft, und wir bekommen die neue Sporthalle an der Gesamtschule. Es passiert also noch einiges.

Im Hintergrund läuft ja nach wie vor die Sportstättenentwicklungsplanung mit Hilfe der UE. Wann ist mit Ergebnissen zu rechnen?

Zuerst wurde ja nutzerbezogen befragt, und jetzt werden die Vereine kontaktiert. Ich denke, dass die Analyse in den nächsten zwölf Monaten abgeschlossen wird und wir dann eine gute qualitative Grundlage für die weiteren Planungen vorliegen haben. Bevor keine Ergebnisse vorliegen, sollte man auch keine neuen Projekte anschieben.

Gilt das auch für eine Football-Spielstätte für die Iserlohn Titans, die gerade diskutiert wird?

Es liegt ein Antrag vor, und der Sportausschuss wird sich damit beschäftigen. Klar ist, dass die Titans eine vernünftige Spielstätte brauchen und das ständige Umziehen aufhören muss. Ich gebe aber zu bedenken, dass in den Stadtteilen in den letzten Jahren viel gemacht worden ist, dass aber im Kernbereich Iserlohns der Bedarf für eine zusätzliche Spielstätte gegeben ist. Da haben wir nur das Seilerseestadion und den Hemberg.

Aber wo sollte eine weitere entstehen?

Die Frage muss man diskutieren. Vielleicht sollte man prüfen, wie weit man den Sportplatz Lichte Kammer renovieren kann. In diesem Zusammenhang empfehle ich

allerdings auch den Vereinen, stärker als bisher zu kooperieren. Man sollte schauen, wo es sinnvoll sein kann, zwei Vereine an einem Standort zusammenzuführen.

Im Seilerseegebiet wird das Sportstättenangebot durch die neue Gesamtschulhalle nochmals erweitert, und Iserlohn besitzt mit der Vielzahl unterschiedlicher Einrichtung ein Alleinstellungsmerkmal in der Region. Weshalb wird das nicht stärker genutzt? Stichwort: Sportpark Seilersee.

Grundsätzlich muss man in diesem Zusammenhang auf die Sportstättenentwicklungsplanung verweisen. Man muss sich keine neuen Gedanken machen, während die Untersuchung läuft. Aber wenn die zum Jahresende oder Anfang nächsten Jahres abgeschlossen ist, müssen schnell Fakten geschaffen werden, sonst verpufft das. Wer seinen Tag aktiv gestaltet will, muss wissen, was er rund um den Seilersee alles tun kann. Wenn wir das Angebot dann unter einem Markennamen in die Breite bringen und auch die Vereinsaktivitäten einbinden, kann das wirklich etwas werden. Für mich ist nicht die Frage, ob wir das machen, sondern wie wir das machen.

Bleiben wir am Seilersee und kommen zur Eissporthalle. Glauben Sie, dass da auch in zehn Jahren noch gespielt wird?

Die Roosters haben eine Liste vorgelegt, was in der Halle gemacht werden muss, und die wird jetzt abgearbeitet. Mittelfristig ist der Bestand gesichert. Den fünfzigsten Geburtstag wird die Halle sicher erleben, aber zum sechzigsten will ich mich lieber nicht festlegen. Die Anforderungen verändern sich ständig, nicht zuletzt bei der Technik. Wer über die Anzahl der Sitzplätze nachdenkt und über die Barrierefreiheit, stößt auf zwei weitere Kernprobleme dieser Halle.

Aber wer schiebt da etwas an? Derzeit tut sich offenbar gar nichts.

Den Roosters kann man nur empfehlen, kontinuierlich Lobbyarbeit zu betreiben. Viele Dauerkarteninhaber werden älter und wünschen sich möglicherweise doch einen Sitzplatz. Und Barrierefreiheit ist überall ein Thema, und hier hat die Halle enorme Defizite. Man muss sich ja irgendwann auch die Frage stellen, ob es noch wirtschaftlich ist, immer weiter in eine so alte Halle zu investieren.

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