Billard

Poolbillard-Talent Joel Schröder lässt aufhorchen

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Joel Schröder im Trikot der Deutschen Billard-Union und mit seinem Spielerpass um den Hals – tolle Erinnerungen an die EM.

Joel Schröder im Trikot der Deutschen Billard-Union und mit seinem Spielerpass um den Hals – tolle Erinnerungen an die EM.

Foto: Oliver Bergmann

Iserlohn.  Der 17-jährige Iserlohner wird bei seiner ersten EM-Teilnahme im 8-Ball Fünfter.

„Einen DM-Titel möchte ich auf jeden Fall holen, um dann auch mal bei der Europameisterschaft zu starten.“ Diese mittelfristigen Ziele gab das damals 14-jährige Iserlohner Poolbillard-Talent Joel Schröder in einem Gespräch mit der Heimatzeitung im Frühjahr 2019 aus. Zweieinhalb Jahre später hat er eines dieser Ziele erreicht, aber mit dem anderen ist es haarscharf nichts geworden.

Vor wenigen Wochen hat Joel Schröder tatsächlich an den U19-Europameisterschaften teilgenommen, obwohl er zuvor bei den nationalen Einzelmeisterschaften im Endspiel knapp scheiterte. Aber dadurch bekam er einen Platz im Bundeskader – und zwei Wochen vor dem EM-Turnier im slowenischen Laško auch den entscheidenden Anruf von Bundestrainer Günter Geisen, dass er für Deutschland spielen darf. Die Deutsche Billard- Union kümmerte sich um alles weitere. „Bei der ersten EM erwartet man von sich selbst eigentlich nichts“, sagt der inzwischen 17-jährige Gymnasiast.

Hohes Tagespensum steht einer Medaille im Weg

Trotzdem fehlte nicht viel, und Joel Schröder wäre mit einer Medaille heimgekehrt. In der Disziplin 8-Ball erreichte er im 48 Spieler großen Teilnehmerfeld nach vier Siegen und zwei Niederlagen Platz fünf. „Ich musste am entscheidenden Tag drei Spiele bestreiten, das erste um 9 und das letzte um 21 Uhr“, berichtet er. Verständlich, dass irgendwann die Konzentration nachlässt. Um als Sieger einer Partie festzustehen, muss man mindestens sieben Spiele gegen seinen Kontrahenten gewinnen, und ein Spiel ist bekanntlich dann entschieden, wenn alle Kugeln einer Gattung in den Löchern des Tischs versenkt wurden.

So kommen Schröders Ergebnisse zustande – das 7:0 gegen den Slowaken Michal Frank, das 0:7 In der Gewinnerrunde gegen den Polen Michal Urbanski, die beiden 7:3-Siege in der zweiten und dritten Verliererrunde gegen den Serben Dusan Bracika und den Schweizer Moritz Martinolli, das 7:6 in der sogenannten Loser-Qualifikationsrunde über den Österreicher Tobias Musil und schließlich der 7:5-Achtelfinalerfolg über Aliaksei Remez aus Belarus. Gegen dessen Landsmann Mikita Paluyan (2:7) war schließlich im Viertelfinale Schluss. Das 8-Ball-Ergebnis war der größte Turniererfolg für Joel Schröder, 17. wurde er jeweils in den Spielformen 9-Ball und 14.1, im 10-Ball reichte es nur zu Platz 33.

Rückblickend war es ein Riesenerlebnis für den Iserlohner, der für den 1. PBC Joker Kamp-Lintfort auch schon in der zweiten Bundesliga zum Einsatz kam, aber an den Tischen des PBC Knickers am Burgweg trainiert. Besonders ein Detail hatte es ihm angetan. „Das Nationaltrikot tragen zu dürfen, war eine Ehre und ein tolles Gefühl.“

Im Anschluss an die Europameisterschaften blieb er noch in Slowenien, um auf der Eurotour an den Start zu gehen und sich dort auch mit Erwachsenen zu messen. 2019 wurde er in diesem Feld lediglich 229., nun erreichte er Platz 65 von 229 Teilnehmern. Mit den Deutschen Meisterschaften in diesem Herbst steht noch ein Saisonhöhepunkt an. „Sich eines Tages Deutscher Meister nennen zu dürfen, das wäre was.“

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