Eishockey

Roosters fühlen sich bereit für den großen Coup

Anthony Camara freut sich auf sein heutiges Heimdebüt und die tolle Kulisse.

Foto: Michael Topp

Anthony Camara freut sich auf sein heutiges Heimdebüt und die tolle Kulisse. Foto: Michael Topp

Iserlohn.   Torhüter Dahm mag den Play-off-Druck und motiviert seine Kollegen: „Jeder kann ein Hero werden.“

„Wir haben eine Mannschaft, die das kann“, sagt Sebastian Dahm zu den Erfolgsaussichten in der ersten Play-off-Runde gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven, die heute mit dem Heimspiel startet. Der Torhüter sagt aber auch selbstkritisch mit Blick auf den bisherigen Saisonverlauf: „Dieses Jahr spielen wir in jedem Spiel gegen uns selbst.“

Denn man habe oft nicht die beste Leistung abgerufen. Das aber dürfe man sich in einer K.o.-Serie von maximal nur drei Spielen nicht leisten. „Wenn wir unser bestes Spiel spielen können, dann gewinnen wir auch.“

Das unterstreicht Trainer Rob Daum, der diese Runde nicht als „wirkliche Play-offs“ bezeichnet: „Der Schlüssel ist, stets nur auf den Augenblick fokussiert zu sein.“ Er fordert Disziplin und mentale Stärke, die angesichts nur eines Gegners innerhalb einer Play-off-Serie besonders wichtig sei. Das sei ein großer Unterschied zur Hauptrunde mit wechselnden Gegnern. Und jeder Einzelne müsse zulegen, ebenso das Kollektiv. Je härter man arbeite, umso größer seien die Erfolgsaussichten. Banal, aber wahr.

Respekt vor Bremerhavens Explosivität und Offensivkraft

Auch als „alter Play-off-Hase“ verspürt er die besondere Stimmung. Darauf hat der Kanadier hingearbeitet, als er den Job von Jari Pasanen übernahm. „Und es gab durchaus Momente, in denen ich nicht daran geglaubt habe.“ Bremerhaven stuft Daum als Team ein, das explosiv und mit hohem Tempo spielt. „Die denken offensiv.“ Dass die Norddeutschen ersatzgeschwächt auflaufen, spielt für ihn keine Rolle: „Das ist nur dann ein Vorteil, wenn wir daraus einen Vorteil machen.“

Eine wichtige Bedeutung hat für ihn der Heimvorteil. „Unsere enthusiastischen Fans sind sehr wichtig.“ So sieht es auch Stürmer Marko Friedrich: „Mit diesem Heimrecht haben wir ein gutes Los.“ Er hofft, dass jeder gewillt ist, alles zu geben. Er blendet die positive Saisonbilanz gegen die Bremerhavener aus: „Die Karten werden neu gelegt. Schon eine Niederlage kann entscheiden. Wir wollen ins Viertelfinale!“

Veränderungen gibt es nicht. Luigi Caporusso steht nicht mehr zur Verfügung, ein Comeback von Chad Bassen käme zu früh. Ein ausländischer Spieler muss pausieren. Zuletzt hatte es Alexander Bonsaksen getroffen.

Eine Schlüsselrolle spielt der Torhüter. Sebastian Dahm ist gesetzt. „Es ist gut, wenn man seine Rolle kennt“, bewertet er es als Vorteil, vorab informiert worden zu sein. Aber er begrüßt auch, dass er nicht im Dauereinsatz war, sondern auch durchschnaufen konnte, zumal er sich auf seinen Torhüterkollegen Mathias Lange verlassen kann. Er fühle sich dadurch frischer.

Camara hofft, dass er dem Team weiterhelfen kann

Der Däne freut sich auf die kommende Phase, die möglichst lange andauern soll: „Der Sport ist doch das Beste, wenn man etwas gewinnen will. Ich mag die Play-offs. Das ist ein Neustart für alle Teams. Dann kann jeder ein Hero werden.“ Nicht nur der Torhüter, sondern jeder, egal, ob aus der ersten oder der vierten Reihe. Und seine exponierte Stellung bereitet ihm kein Kopfzerbrechen: „Ich mag Druck.“

Gespannt auf sein Heimdebüt ist Neuzugang Anthony Camara. Schon beim 2:5 gegen Schwenningen war er in der Halle, in München feierte er dann mit einem Tor und einer Beihilfe einen guten Einstand. „Damit habe ich nicht gerechnet. Ich hoffe, dass ich dem Team weiterhin helfen kann. Jetzt freue ich mich auf das Heimspiel.“

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