Eishockey

Roosters laden Ingolstadt zu Toren ein

Auch Mike Hoeffel (Mitte) suchte immer wieder die Lücke, er fand sie jedoch nicht.

Auch Mike Hoeffel (Mitte) suchte immer wieder die Lücke, er fand sie jedoch nicht.

Foto: Max Winkler

Iserlohn.  Iserlohn lässt bei der vermeidbaren Heimniederlage gute Chancen aus und zeigt ungewohnte Defizite in der Verteidigung.

Die erste Zu-Null-Niederlage der Saison kassierten die Iserlohn Roosters am Freitagabend am Seilersee. Das Auslassen von teilweise hochkarätigen Chancen, gepaart mit einer großen Anfälligkeit für Konter in der Defensive, machten einen Punktgewinn gegen Ingolstadt letztendlich unmöglich. Neuzugang Alexandre Grenier gab ein vielversprechendes Debüt.


Iserlohn Roosters - ERC Ingolstadt 0:3 (0:2, 0:0, 0:1). Ohne Jake Weidner und Daine Todd, der für Neuzugang Alexandre Grenier als überzähliger Ausländer aussetzen musste, erwischten die Roosters keinen guten Start. Chris Rumble leitete mit seinem Puckverlust im Aufbau den Rückstand ein. Tony Peters ließ den Schuss von Kris Focault abprallen, Colin Smith reagierte schneller als Rumble am linken Pfosten und drückte Scheibe über die Linie. Die Roosters zeigten sich jedoch unbeeindruckt und machten besonders über die zweite Reihe mit Brody Sutter, Grenier und Marko Friedrich immer wieder Druck. Allerdings vermisste man dabei die guten Chancen. Jens Baxmann versuchte es mal mit Gewalt von der blauen Linie (7.).

Zwischen Mike Halmo und Colton Jobke fliegen die Fäuste

Defensiv blieben die Roosters dabei anfällig für Konter. Chris Rumble agierte im ersten Drittel insgesamt nervös und sorgte mit einem Puckverlust in der offensiven Zone für einen Turnover der Gäste. Praktisch im Gegenzug vergab der IEC seine bis dahin beste Chance: Brett Findlay setzte mit einem Klassepass Alex Petan in Szene, doch ERCI-Keeper Jochen Reimer machte mit einer starken Parade diese Hundertprozentige zunichte (9.). Ab Mitte des Drittels wurde es zunehmend ruppiger auf dem Eis. Das Ganze gipfelte in dann in einem handfesten Boxkampf zwischen Mike Halmo und Colin Jobke (13.). Beide Akteure durften bis zur 27. Minute pausieren.

Vielleicht hätte Chris Rumble an diesem Abend pausieren sollen. Denn mit seinem blinden Pass direkt auf den Schläger eines Ingolstädters am eigenen Tor gab er zum vierten Mal im Auftaktdrittel keine gute Figur ab (17.). „Es ist Profisport. Als Spieler muss man gut vorbereitet sein und die richtigen Entscheidungen treffen. Das gilt heute aber nicht nur für Chris“, war Trainer Jason O’Leary insgesamt unzufrieden mit der Teamleistung.

Ebenfalls unklug war der hohe Stock von Michael Clarke zwei Minuten vor Drittelende, denn das folgende Powerplay nutzte Ingolstadt zum 2:0. „Wir müssen ruhig bleiben und dürfen nicht so viele Konter zulassen. Wir müssen mehr Schüsse abgeben und unsere Chancen nutzen”, gab Clarke bei „Magentasport“ als Marschroute für das zweite Drittel aus. Das begann aber zunächst mit einem dieser Konter, die man nicht mehr zulassen wollte. Thony Peters verhinderte mit einer Parade einen höheren Rückstand. Neuzugang Alexandre Grenier, der sich auf der im Gegensatz zu Nordamerika größeren Eisfläche gut zurecht fand, besaß die größte Chance für die Roosters, als er nach schönem Pass von Findlay ERCI-Goalie Reimer schon ausgehebelt hatte und nur noch einschieben brauchte. Stattdessen traf er nur den Pfosten. Neben Buschmann machte auch Tim Fleischer eine gute Figur, nach seinem energischen Einsatz wäre das Anschlusstor ein verdienter Lohn gewesen (26.).

Iserlohns Stürmer fanden einfach keinen Weg ins gegnerische Tor, trotz des immensen Aufwandes. Wenigstens ließen die Roosters in der Defensive nun weniger zu. Nur einmal kam Smith durch, vertändelte aber im Abschluss (31.). Die ausgelassenen Chancen sollten sich im Schlussabschnitt rächen. Kurz nach Wiederbeginn leisten sich die Roosters einen kapitalen Aussetzer. Niemand fühlte sich für Michael Collins zuständig, so dass dieser in aller Ruhe zum 0:3 einnetzen konnte. Ein haltbarer Schuss mit Wirkung. Auch auf den Rängen. In der Folge mühten sich die Roosters weiterhin, arbeiteten weiter auf dem Eis, doch ohne Erfolg. Auch in Überzahl änderte sich daran nichts. Weil man nun aufgrund des Drei-Tore-Rückstandes das Spiel offener gestaltete, war man nun auch wieder anfälliger für Konter. Peters verhinderte dabei eine noch höhere Niederlage. Zum ersten Mal gingen die Roosters ohne eigenes Tor vom Eis.

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