Eishockey

Roosters rufen den Neustart aus

Brody Sutter gehörte zu den Torschützen beim bislang letzten Heimsieg, dem 4:1 über Nürnberg.

Brody Sutter gehörte zu den Torschützen beim bislang letzten Heimsieg, dem 4:1 über Nürnberg.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Nach dem Mannheim-Spiel wurde Klartext gesprochen. Jetzt soll der Aufschwung her.

Die Iserlohn Roosters unternehmen heute Abend den nächsten Anlauf, um die mit einer Ergebniskrise einhergehende Leistungsdelle hinter sich zu lassen. Leidtragende wären die Fischtown Pinguins Bremerhaven. Im Idealfall bekommen auch die Kölner Haie am Sonntag zu spüren, dass sich unter der Woche etwas am Seilersee getan hat.

Trainer Jason O’Leary irritierte am Donnerstag in Anwesenheit von Manager Christian Hommel die Journalisten. Er glaube nicht daran, dass gegen die Pinguins die von den Fans herbeigesehnte Wende eintreten werde. Die Begründung lieferte er umgehend: „Ich glaube, dass der turning point bereits hinter uns liegt.“ Beiden Verantwortlichen imponierte nämlich, dass sich die Spieler im Rahmen eines Mannschaftsabends nach dem Mannheim-Spiel (0:5) gegenseitig die Meinung gesagt haben. Das wertet Hommel als starkes Zeichen. „Die Spieler nehmen sich in die Verantwortung, sie haben die Sache selbst in die Hand genommen. Das ist positiv.“ Er und O’Leary haben zusätzlich viele Einzelgespräche geführt, und beide hoffen, den Reset-Knopf gefunden zu haben. „Jeder bekommt eine neue Chance, aber das muss jetzt auch aufs Eis gebracht werden.“

Team ist lernfähig – aber mit Druck muss es klarkommen

Wochenlang haderten sie am Seilersee. Erst waren es die vielen unnötigen Zeitstrafen, die sich die Spieler einhandelten. Dieses Problem wurde zuletzt einigermaßen in den Griff bekommen. Dafür wurde der ohnehin schon nicht gerade furchteinflößende Angriff noch harmloser. Die von O’Leary in einer Dauerschleife aufgesagte Forderung, häufiger aufs Tor zu schießen, verhallte, ohne dass Besserung eintrat. Nun gab der Trainer einen Erklärungsansatz ab. „Meine Spieler lauern auf den perfekten Pass, sie wollen zu präzise sein. Im Training sind sie mutiger, da wird draufgehalten. Aber unter Druck, wenn 4000 Zuschauer dabei sind, fällt ihnen das schwerer.“

Christian Hommel fasste schließlich zusammen, woran die aktuell, unbefriedigende Situation eindeutig nicht festzumachen sei. Als erstes dachte er an die Torhüter. „Wir haben zwei im Team, deren Fangquote bei über 92 Prozent liegt. Das ist top.“ Dass Andreas Jenike heute von Beginn an ran darf, steht schon fest. Doch Hommel war noch nicht fertig. Der Fitnesszustand der Jungs bewege sich ebenfalls auf einem Top-Level, und so sei auch die Chemie zwischen Trainer und Team einzuschätzen. „Das funktioniert besser als im vergangenen Jahr.“

Sanktionen wurden zuletzt angekündigt, verbunden mit der Bemerkung, dass der eine oder andere etablierte Spieler die Bremerhaven-Partie „von einem Platz vor dem VIP-Raum“ verfolgen müsse. Namen nannten weder O’Leary noch Hommel, der sogar etwas zurückruderte. Maßnahmen, die die Öffentlichkeit nicht sofort mitbekomme, seien ihm lieber, als wenn ein Spieler „ans Kreuz genagelt“ werde. Denn Kandidaten, die dies verdient hätten, gebe es im aktuellen Team nicht – noch ein Unterschied zur Vorsaison.

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