Eishockey

Roosters sind nach schwacher Leistung wieder Schlusslicht

Lean Bergmann (li. im Hinspiel gegen den Meister) konnte in München keine Akzente setzen

Lean Bergmann (li. im Hinspiel gegen den Meister) konnte in München keine Akzente setzen

Foto: Michael May

München.   Die Iserlohn Roosters sind in der DEL wieder Schlusslicht. Sie enttäuschten beim Meister EHC RB München. Das Spiel war nach 35 Minuten gelaufen.

Das war nichts! Nach zuletzt durchaus ansprechenden Auswärtsleistungen und knappen, unglücklichen Niederlagen enttäuschten die Iserlohn Roosters am Freitag. Beim amtierenden Meister München waren die Iserlohner chancenlos. Sie kassierten die siebte Auswärtsniederlage in Folge und sind nach Schwenningens Sieg nun wieder im Besitz der roten Laterne.


EHC RB München - Iserlohn Roosters 5:1 (2:0, 2:0, 1:1). 23:7 - so lautete die Schussstatistik nach dem ersten Drittel, die eindrucksvoll die Dominanz des Meisters untermauerte, aber auch die Chancenlosigkeit der Iserlohner. Dass es nach 20 Minuten nur 2:0 für die Münchener stand, war allein Roosters-Keeper Niko Hovinen zu verdanken, der mehrfach in höchster Not rettete, wenn seine völlig überforderten Vorderleute die Scheibe nicht aus der Gefahrenzone gebracht hatten. Die Gäste, die auf Verteidiger Keaton Ellerby als überzähligen Kontingentspieler verzichteten, konnten nur staunend dem Kombinationswirbel des Zweiten zuschauen.

Entscheidung durch Doppelschlag in 54 Sekunden

München gab sofort Gas und ging in diesem völlig einseitigen Drittel schon früh in Front. Shugg hatte von der blauen Linie abgezogen, Parkes die Scheibe - unmittelbar vor Hovinen stehend - abgefälscht (4.). Die Bayern setzten direkt nach und besaßen weitere Hochkaräter durch T. Eder und Mauer, Hovinen reagierte jeweils stark, war aber machtlos bei einem „Geschoss“ von Blueliner Seidenberg (14.). Kurz vor der Pause vereitelte der Goalie dann die Klassechance von Wolf. Somit gingen die Waldstädter, die keinerlei Gefahr ausgestrahlt hatten, mit einem schmeichelhaften 0:2 in die erste Pause.

Im Mittelabschnitt wurde das Iserlohner Spiel besser. Nun nahmen die Gäste aktiv am offensiven Geschehen teil und machten endlich auch Druck. Schwach verlief allerdings das erste Powerplay, gefährlich waren die Aktionen der Sauerländer aber nicht. Doch sie blieben dran und kamen durch Anthony Camara, Louie Caporusso und Jordan Smotherman zu Möglichkeiten, während München nur sporadisch vor Hovinen auftauchte. Die Chance auf den Anschlusstreffer war vorhanden. Doch dann schlug der Meister gnadenlos zu. Innerhalb von 54 Sekunden sorgte Stajan per Doppelschlag für die Entscheidung. Zunächst reagierte er am schnellsten, als Hovinen einen Schuss von Parkes noch mit dem Schoner abgewehrt hatte. Und dann startete der Torschütze in zentraler Position durch, klasse freigespielt von Shugg. München stand schon jetzt als Sieger fest (35.). Parkes verpasste dann bei der ersten Überzahl das 5:0, als er an Hovinen scheiterte. Für den IEC sprang nur noch am Ende des zweiten Drittel eine Großchance durch Justin Florek raus. Fassungslos wirkte Roosters-Stürmer Lean Bergmann bei seinem Pausenstatement bei „Magenta Sport“: „Ich weiß nicht, was ich sagen soll.“ Iserlohn habe kein gutes Spiel gezeigt und auch dazu beigetragen, dass München gut spiele.

Florek verliert Orientierung bei Unterzahlchance

Im letzten Durchgang gab es dann drei bemerkenswerte Szenen. Die kurioseste: Bei eigener Unterzahl wirkte Florek in bester Position vor dem Münchener Tor völlig orientierungslos. Denn er schoss nicht, sonder beförderte die Scheibe zur blauen Linie (45.). Das zweite „Highlight“ war der fünfte Münchener Treffer. Nachdem Parkes mit seinem Bauerntrickversuch an Hovinen gescheitert war, nutzte Daubner die Nachschusschance.

Und schließlich kamen die Gäste dann doch noch zu ihrem Ehrentreffer durch Kevin Schmidt, der bei seinem Comeback traf. Beim Abwehrversuch verletzte sich Keeper Reich, für den das Spiel damit beendet war (50.). „München war gefühlt immer zwei Schritte schneller“, kommentierte ein frustrierter Marko Friedrich eine weitere Auswärtspleite und ergänzte, dass das auch eine Qualitätsfrage sei.

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