Eishockey

Schwache Roosters-Bilanz mit kleinen Lichtblicken

Die Iserlohn Roosters verzeichneten in der Saison 2019/2020 eine eher enttäuschende Bilanz.

Die Iserlohn Roosters verzeichneten in der Saison 2019/2020 eine eher enttäuschende Bilanz.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Die DEL-Saison 2019/2020 der Roosters in der Rückblende. Der komplette Spielerkader mit Gewinnern und Verlierern, mit allen statistischen Werten

Der Neubeginn der Iserlohn Roosters unter der Regie von Manager Christian Hommel und Trainer Jason O’Leary geriet sportlich enttäuschend. Es fehlte an Leistungsträgern und Führungsspielern, dafür gelang das Experiment mit den jungen deutschen Cracks.

Torhüter

Andreas Jenike: 28 Einsätze, 24 Mal Starting-Six, 1531:43 Spielminuten, 9 Siege, 15 Niederlagen, 73 Gegentore; 976 Torschüsse, Fangquote 92,52%, 2,86 Gegentore/Spiel, zweitbester Torhüter der Liga.
Er kam aus Nürnberg, brauchte etwas Anlaufzeit, erhielt nur vier Einsätze bis zum 18 Spieltag, danach war er der stärkere Torhüter und oftmals der Rückhalt der Roosters. Anthony Peters: 28 Einsätze, 27 Mal Starting Six, 1537:07 Spielminuten, 7 Siege, 20 Niederlagen, 82 Gegentore, 901 Torschüsse, Fangquote 90,90 %, 3,20 Gegentore/Spiel, Platz 16 der DEL-Torhüter.
Er kam aus der AHL, war zu Saisonbeginn der stärkere Goalie, fiel danach leistungsmäßig ab und musste Jenike vorbeiziehen lassen. Erhält keinen neuen Vertrag.
Jonas Neffin: 1 Einsatz, ab Spielbeginn, 60:00 Minuten, 0 Gegentore, 39 Schüsse aufs Tor. Feierte am 26. Spieltag gegen München mit einem Shut-out ein furioses DEL-Debüt.
Sammelte bei den Blue Devils Weiden in der Oberliga reichlich Spielpraxis. Kam dort auf 44 Einsätze, 1074:58 Spielminuten, Fangquote 89,0%. Er verkörpert die Zukunft im Roosters-Tor. Vertrag bis 2022.

Verteidigung

Ryan O’Connor: 49 Spiele, 8 Tore, 19 Beihilfen, 11 direkte Torvorlagen, 111 Schüsse aufs Tor, 24:41 Spielminuten im Durchschnitt; Plus/Minus-Statistik: -8, 45 geblockte Schüsse
Insgesamt bester Verteidiger der Roosters (Platz elf im Ligaranking), mit zwischenzeitlichen Schwächen. Besitzt Steigerungspotenzial für das zweite DEL-Jahr. Vertrag bis bis 2022 mit Ausstiegsklausel nach der kommenden Spielzeit.
Christopher Rumble: 39 Spiele, 4 Tore, 17 Beihilfen, 7 Torvorlagen, 89 Schüsse aufs Tor, 23:46 Spielminuten, Plus/Minus: +1, 39 geblockte Schüsse.
Er setzte keine Akzente in der Defensive, fiel in erster Linie durch Physis und Schussstärke von der blauen Linie auf, wirkte defensiv oft überfordert. Erhält keinen neuen Vertrag.
Bobby Raymond: 52 Spiele, 5 Tore, 7 Beihilfen, 2 Torvorlagen, 101 Schüsse aufs Tor, 21:03 Spielminuten, Plus/Minus; -9, 31 geblockte Schüsse.
Man merkte, dass sich der Abwehrchef auf der Zielgerade der Karriere befindet, manchmal wirkte das Tempo für ihn zu hoch. An seiner Seite reifte Erik Buschmann zum DEL-Verteidiger. Vertrag bis 2021.
Jens Baxmann: 45 Spiele, 1 Tor, 8 Beihilfen, 2 Torvorlagen, 34 Schüsse aufs Tor, 17:02 Spielminuten, Plus/ Minus: -2 , 18 geblockte Schüsse.
Er konnte nicht die erhoffte tragende Rolle in der Defensive übernehmen, ist wie Raymond über seinen Zenit hinaus, Vertrag bis 2021.
Erik Buschmann: 44 Spiele, 2 Tore, 4 Beihilfen, 3 Torvorlagen, 37 Torschüsse, 16:06 Spielminuten, Plus/Minus: -8, 11 geblockte Schüsse.
Er kam vom Oberligisten Duisburg und sollte eigentlich bei den Kooperationspartnern Erfahrung sammeln. Entwickelte sich zum DEL-Verteidiger und avancierte zum Perspektivspieler der Nationalmannschaft. Vertrag bis 2022.
Dieter Orendorz: 48 Spiele, 1 Tor, 5 Beihilfen, 3 Torvorlagen, 29 Schüsse aufs Tor, 12:31 Spielminuten, Plus/Minus: -5, 27 geblockte Schüsse.
Das Iserlohner Eigengewächs spielte seine zehnte DEL-Saison unauffällig, aber solide, half auch im Sturm aus. An seiner Seite schaffte Tobias Schmitz den Sprung aus der Oberliga in den Profibereich. Vertrag bis 2021.
Daine Todd: 16 Spiele, 1 Tor, keine Beihilfe, keine direkte Torvorlage, 23 Schüsse aufs Tor, 15:58 Spielminuten, Plus/Minus: -9, 10 geblockte Schüsse.
Einer der Pechvogel der Roosters, kam erst am fünften Spieltag, fehlte später für acht Spiele, am 32. Spieltag war für ihn die Saison beendet. Vertrag bis 2021, Verbleib ist aufgrund der Verletzungen fraglich.
Tobias Schmitz: 21 Spiele, kein Tor, 1 Beihilfe, 1 Torvorlage, 10 Schüsse aufs Tor, 10:30 Spielminuten, Plus/Minus: -6, 6 geblockte Schüsse.
Er kam aus Salzburg von der Red Bull-Akademie, nach drei DEL-Partien zum Saisonstart sammelte er Spielpraxis beim Kooperationspartner Herne in der Oberliga, profitierte von den Ausfällen bei den Roosters und gehörte ab Spieltag 34 zum DEL-Team. Er muss im kommenden Jahr sein Entwicklungspotenzial nutzen. Vertag bis 2021.
Janik Möser: 16 Spiele, kein Tor, 3 Beihilfen, 1 Torvorlage, 15 Schüsse aufs Tor, 16:01 Spielminuten, Plus/Minus:– 8, 20 geblockte Schüsse.
Er kam als Ausleihe aus Mannheim und nutzte die Spielpraxis, um sich weiterzuentwickeln. Kehrte zwangsweise Ende Dezember nach Mannheim zurück, lehnte ein Angebot der Roosters für die kommende Spielzeit ab und wechselt nach Wolfsburg.

Stürmer

Mike Halmo: 52 Spiele, 11 Tore, 20 Beihilfen, 13 direkte Torvorlagen, 116 Schüsse aufs Tor, 20:25 Spielminuten, Plus/Minus -1, Corsi-Wert (Schussanteile eigene zu gegnerischen) 48,3 %
Bester Stürmer der Roosters, gefiel durch seine physische Spielweise, ließ aber auch Torjägerqualitäten vermissen, tauchte zum Saisonende ab. Seine Zukunft ist offen.
Alex Petan: 50 Spiele, 8 Tore, 19 Beihilfen, 8 Torvorlagen, 112 Schüsse aufs Tor, 17:41 Minuten, Plus/Minus: -17, Corsi-Wert 51,5%.
Er kam aus Bozen, gefiel allein durch sein Tempo, körperlich in der DEL überfordert, konnte daher nie an seine Torjägerqualitäten in ECHL- und EBEL-Zeiten anknüpfen. Erhält keinen neuen Vertrag.
Alex Grenier: 32 Spiele, 11 Tore, 12 Beihilfen, 8 Torvorlagen, 69 Schüsse aufs Tor, 18:57 Minuten, Plus/Minus: + 1, Corsi-Wert 49,7%.
Er kam Mitte Oktober aus der AHL, spielstärkster Angreifer, konnte seine Ideen aufgrund mangelnder Qualität der Mitspieler oft nicht umsetzen. Führungsspieler, der aber in schlechten Spielen seinen Frust nach außen trug. Wechselte Anfang Februar nach Lausanne in die Schweiz. Vertrag bis 2021 mit Ausstiegsklauseln für NHL und NLA.
Michael Clarke: 48 Spiele, 13 Tore, 7 Beihilfen, 3 Torvorlagen, 82 Schüsse aufs Tor, 15:19 Spielminuten, Plus/Minus -2, Corsi-Wert 44,4 %.
Er steigerte sich insgesamt im zweiten Jahr bei den Roosters, enttäuschte aber über weite Strecken, traf erstmals im 16. Einsatz, viel Leerlauf zwischendurch. Spielte sich erst in den letzten acht Partien in den Vordergrund, die Zukunft bei den Roosters ist offen.
Brody Sutter: 47 Spiele, 12 Tore, 7 Beihilfen, 3 Torvorlagen, 96 Schüsse aufs Tor, 19:31 Spielminuten, Plus/Minus -5, Corsi-Wert 46,5%.
Er kam aus Finnland, scorte auf dem Niveau der Vorjahre, hatte lange Anpassungsschwierigkeiten und setzte seine Physis kaum ein. Technisch eher limitiert, steigerte sich in der zweiten Saisonhälfte. Vertrag bis 2021.
Alex Dmitriev: 52 Spiele, 5 Tore, 13 Beihilfen, 8 Torvorlagen, 75 Schüsse aufs Tor, 14:55 Spielminuten , Plus/Minus: -19, Corsi-Wert 42,1%.
Er steigerte sich als Vorlagengeber gegenüber dem Vorjahr, pendelte zum Ende meist zwischen dritter und vierter Reihe, setzte im zweiten Roosters-Jahr keine Akzente.
Jamie MacQueen: 24 Spiele, 6 Tore, 9 Beihilfen, 5 Torvorlagen, 71 Schüsse aufs Tor, 19:33 Spielminuten, Plus/Minus -7, Corsi-Wert 51,9%.
Er kam, nachdem er im Dezember in Schwenningen als bester Stürmer aufgrund mangelnder Einstellung aussortiert wurde. Er war eine Verstärkung, aber nicht in dem Maße, wie es die Roosters benötigt hätten. Besitzt in Schwenningen noch einen Vertrag.
Brett Findlay: 23 Spiele, 4 Tore, 10 Beihilfen, 4 Torvorlagen, 58 Schüsse aufs Tor, 17:47 Spielminuten, Plus/Minus. -11, Corsi-Wert 55,7%:
Kam zusammen mit Alex Petan aus Bozen und enttäuschte ebenso wie der Italo-Kanadier. Wechselte nach 23 Einsätzen zu dem Zeitpunkt als punktbester Spieler nach Ingolstadt und wurde dort nach Saisonende auch aussortiert.
Julian Lautenschlager: 50 Spiele, 5 Tore, 8 Beihilfen, 5 Torvorlagen, 76 Schüsse aufs Tor, 10:42 Spielminuten, Plus/Minus. +3, Corsi-Wert 42,0%:
Einer der wenigen Lichtblicke bei den Iserlohnern, entwickelte sich unter Trainer Jason O’Leary weiter, stach auch in schwachen Partien mit Einsatzwillen heraus, muss aber an seinem Scoringtouch arbeiten. Vertrag bis 2021.
Marko Friedrich: 19 Spiele, 3 Tore, 7 Beihilfen, 4 Torvorlagen, 23 Schüsse aufs Tor, 13:29 Spielminuten, Plus/Minus: +6, Corsi-Wert 45,4%.
Neben Daine Todd war er der weitere große Pechvogel, kehrte erst am dritten Spieltag nach einer Verletzung ins Team zurück und arbeitete kontinuierlich an seiner Form. Ein Check im Heimspiel gegen Mannheim am 24. November beendete die Saison für ihn wegen einer schweren Gehirnerschütterung. Er arbeitet an seinem Comeback in der neuen Saison, Vertrag bis 2021
Mike Hoeffel: 33 Spiele, 5 Tore, 4 Beihilfen, 4 Torvorlagen, 55 Schüsse aufs Tor, 15:58 Spielminuten, Plus/Minus: -13, Corsi-Wert 39,8%.
Er blieb insgesamt zu unauffällig, fiel im Punkteschnitt gegenüber der Vorsaison ab und fehlte ab dem 34. Spieltag verletzungsbedingt. Seine Zukunft bei den Roosters ist offen.
Daniel Weiß: 40 Spiele, 4 Tore, 5 Beihilfen, 3 Torvorlagen, 42 Schüsse aufs Tor, 14:25 Spielminuten, Plus/Minus: -8, Corsi-Wert 38,0%.
Er konnte nicht die erwartete Rolle spielen und blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Er hat den Zenit seiner Karriere überschritten und erhält keinen neuen Vertrag.
Tim Fleischer: 38 Spiele, 2 Tore, 5 Beihilfen, 3 Torvorlagen, 35 Torschüssse, 9:52 Spielminuten, Plus/Minus: -2, Corsi-Wert 45,0%.
Nach der Rückkehr an den Seilersee legte er ein starkes Profidebüt hin. Fremdelte zu Saisonbeginn zunächst mit dem DEL-Niveau. Nach fünf Partien beim Kooperationspartner Bietigheim in der DEL2 fand er sich immer besser zurecht und gehörte zu den wenigen Lichtblicken der Roosters. Schaffte es in den Kader der U20-WM, verkörpert die Zukunft der Roosters. Vertrag bis 2021.
Jake Weidner: 39 Spiele, 3 Tore, 4 Beihilfen, 2 Torvorlagen, 35 Torschüsse, 13:49 Spielminuten, Plus/Minus: -8, Corsi-Wert 32,2%.
Er blieb im dritten Jahr hinter den Erwartungen zurück, verpasste es, eine Rolle als Führungsspieler zu übernehmen. Vertrag bis 2021.
Neal Samanski: 51 Spiele, 2 Tore, 3 Beihilfen, 3 Torvorlagen, 29 Torschüsse, 8:19 Spielminuten, Plus/Minus: -5, Corsi-Wert 43,0%.
Der großgewachsene Deutsch-Kanadier kam als Nachwuchsstürmer aus der nordamerikanischen BCHL und gefiel durch Einsatzwillen. Er muss im nächsten einen Schritt nach vorn machen und stärker seine Physis einsetzen. Vertrag bis 2021.
Alexander Blank: 9 Spiele, kein Tor, keine Beihilfe, 6 Torschüsse, 5:52 Spielminuten, Plus/Minus: -3, Corsi-Wert 32,4%.
Der Sohn von Ex-Stürmer Boris Blank rückte aus dem DNL 2-Team in den DEL-Kader, als es dort personell eng wurde. Der Sprung ins kalte Wasser gelang dem 18-Jährigen. Hat das Zeug zum DEL-Profi und soll möglichst über den Umweg der Oberliga im Seniorenbereich Spielpraxis sammeln.

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