Basketball

Sein Ziel bleibt die Bundesliga

Neuzugang Moritz Hübner (hier im Duell mit Nikita Khartchenkov) kommt bei den Kangaroos immer besser zurecht.

Neuzugang Moritz Hübner (hier im Duell mit Nikita Khartchenkov) kommt bei den Kangaroos immer besser zurecht.

Foto: Dennis Echtermann

Iserlohn.  Bei Kangaroos-Neuzugang Moritz Hübner ist im Spiel gegen Wedel der Knoten geplatzt.

Er ist gerade einmal 23 Jahre alt und hat schon für eine ganze Reihe von Vereinen gespielt. Seit Saisonbeginn verstärkt Moritz Hübner die Iserlohn Kangaroos, was für den zwei Meter großen Flügelspieler so etwas wie ein Neustart ist, denn sein Fokus lag bislang eindeutig auf der Bundesliga.

Zur Saison 2018/19 wechselte er nach Braunschweig, wo er zunächst für den Kooperationspartner Wolfenbüttel spielte. Nach einer Saison gehörte er zum Erstligakader der Löwen, zog sich aber in der Vorbereitung eine scheinbar harmlose Oberschenkelzerrung zu. Die erwies bei genauerem Hinschauen als Faserriss und führte aufgrund einer zu frühen Belastung zu einem Muskelbündelriss. „Als ich danach im Frühling 2020 wieder fit war, fehlte die Möglichkeit, noch in den Kader zu kommen“, berichtet Hübner.

Über seinen ehemaligen Bremerhavener Teamkollegen Jonas Buss entstand der Kontakt nach Iserlohn, wo er sich zunächst ganz unverbindlich fit halten konnte, aber auch schon die Gegend, angefangen beim Danzturm, gezeigt bekam. Doch unbemerkt blieb sein Besuch natürlich nicht. Kangaroos-Manager Michael Dahmen hatte schon länger Interesse am Flügelspieler, nun schien eine Chance zu bestehen, und man wurde sich einig.

Die Leistungskonstanz ist jetzt das primäre Ziel

In der Waldstadt fühlt sich Moritz Hübner sehr wohl. „Ich kann mich nicht beschweren, hier bin ich gut angekommen“, sagt er, räumt aber ein, dass es in den ersten Spielen für ihn nicht nach Wunsch lief. Das änderte sich zuletzt gegen Rist Wedel komplett. Seine bisherige ProB-Bestmarke hatte er in der Saison 2017/18 mit 31 Punkten für Cuxhaven im Spiel gegen seinen ehemaligen Klub aus Hamburg (hier spielte er 2016/17 mit einer Doppellizenz auch für die Towers) aufgestellt. Und jetzt wieder Wedel. 21 Punkte (O-Ton Hübner: „Die Dreierquote war aber nicht so gut.“) standen für ihn am Ende zu Buche, doch fast noch wichtiger war seine Verteidigung gegen Nationalspieler Hollatz. „In der Vorwoche gegen Schwelm hatte ich es schon mit Montrael Scott zu tun. Das sind körperlich große Spielmacher, da kommt mir meine Größe zugute.“

In den nächsten Wochen will Hübner, der an der Fern-Uni Betriebswirtschaft studiert, konstanter in seinen Leistungen werden. Sein mittelfristiges Ziel bleibt die Bundesliga, dabei hätte seine Basketball-Karriere schon in jungen Jahren beinahe ein Ende gefunden. Geboren auf der Schwäbischen Alb in Münsingen zog er mit seinen Eltern zunächst nach Augsburg, wo ihn sein älterer Bruder Jan-Ole mit zum Basketball nahm. Vater Björn, ein ehemaliger Zweitligaspieler, sorgte auch später in Freiburg dafür, dass er dieser Sportart frönte. „Dann habe ich ein Jahr Pause gemacht, wollte eigentlich Fußball spielen, bin aber trotzdem in den Landeskader Baden-Württembergs berufen worden“, erinnert er sich.

In Bremerhaven schon Erstligaluft geschnuppert

Die basketballaffine Urspringschule in Ehingen mit ihrem ProB-Team war seine nächste Station, von dort wechselte er erstmals in den Norden zum ProA-Klub Paderborn. Das war von 2013 bis 2015. Und seine Entwicklung schritt schnell voran. Im Sommer 2015 ging es nach Bremerhaven. Dort brachte er es auf seine bislang einzigen vier Spiele in der ersten Liga. Beinahe nebenher hatte er die Zugehörigkeit in den Nationalteams U16 und U20 verbucht, zuletzt stand er im U23-Kader der Spielform drei gegen drei.

„Aus den letzten beiden Siegen haben wir viel Energie getankt“, berichtet Moritz Hübner über die aktuelle Situation des Teams. Natürlich würde er viel lieber vor Fans spielen. „Dass die Stimmung in Iserlohn gut ist, habe ich ja schon mehrfach mit den Gästeteams erlebt“, so der Flügelspieler, der in der näheren Zukunft seine Dreierquote stabilisieren und sein Foulmanagement verbessern will. Aber er arbeitet auch weiter an seinem aggressiven Zug zum Korb, den er schon mehrfach erfolgreich einsetzte. Mit seiner Mannschaft lautet das Ziel „Erreichen der Play-off-Runde“. Wenn Moritz Hübner seine Form konservieren kann, sollte das auch realistisch sein.

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