Fußball

Sinopspor Iserlohn: Unerschütterlicher Glaube an die Rettung

Schon in der vergangenen Saison geriet Sinopspor (hier mit Kapitän Faik Yilmaz gegen Hennens Michael Weigelt) ins Straucheln. Dmitrij Gikst (re.) ist nach einem Abstecher nach Kalthof wieder zurück.  

Schon in der vergangenen Saison geriet Sinopspor (hier mit Kapitän Faik Yilmaz gegen Hennens Michael Weigelt) ins Straucheln. Dmitrij Gikst (re.) ist nach einem Abstecher nach Kalthof wieder zurück.  

Foto: Max Winkler

Iserlohn.  Trotz der tristen Lage in der Fußball-Bezirksliga hat die Vereinsspitze ihren Optimismus nicht verloren.

Vorsicht ist beim Blick auf die Tabelle der Fußball-Bezirksliga 6 geboten, in der fünf heimische Teams spielen. Denn abgesehen von Aufsteiger SV Deilinghofen/Sundwig, der mitreißende Spiele zeigt, noch nicht verloren hat und die Liga anführt, ist die Situation der Iserlohner Mannschaften dazu geeignet, Depressionen auszulösen. Sie verteilen sich auf die letzten fünf Plätze, ganz unten steht Sinopspor Iserlohn – schon wieder.

Fünf Spiele, null Punkte und 23 Gegentore standen auch vor einem Jahr zu Buche. Dass damals erst zwei Tore erzielt wurden und nun sechs, ändert die Situation nicht grundlegend. Nur dank des im Frühjahr ausgesetzten Abstiegs ist Sinopspor überhaupt noch in der Liga, aber die Mannschaft scheint kaum stärker zu sein. Intern sieht man das anders. Die Zuversicht, dass sie sich noch fängt und das Feld von hinten aufrollt, ist groß. „Wir wussten schon, dass es schwierig für uns wird, schließlich besteht das Team zu 90 Prozent aus Jugendspielern“, sagt der Vereinsvorsitzende Sezgin Albayrak, der aktuell auch als Trainer einspringt, weil Bekir Can für mehrere Tage ausfällt.

Erfahrenes Trio ließ den Verein in der Vorbereitung hängen

Geplant war es aber nicht, eine derart junge Truppe ins Rennen zu schicken. „Ursprünglich hatten wir auch für Erfahrung gesorgt. Mit drei Spielern waren wir uns einig, und die Verträge waren schon unterschrieben. Aber dann hat dieses Trio unter dem Vorwand, dass die Mitspieler zu jung seien, einen Rückzieher gemacht“, schildert Albayrak. Wenn sich das Transferfenster im Winter wieder öffnet, möchte er noch einmal versuchen, einige Stabilisatoren an Land zu ziehen.

Die Probleme in der Hintermannschaft sind offensichtlich. Ausreißer wie ein 0:9 bei BW Voerde Ende August 2019 hat es zwar noch nicht gegeben, mindestens vier Gegentore waren es in der laufenden Saison trotzdem pro Partie, und das auch gegen Mannschaften, die bislang noch keine Bäume ausgerissen haben. „Wir machen Fehler, die man sich nicht erlauben darf. Aber wir haben innerhalb des Teams keine Probleme.“

Albayrak sieht das jüngste Ligaspiel beim FC Wetter als symptomatisch an, als ein 0:1-Rückstand zwischenzeitlich in eine 2:1-Führung umgewandelt wurde, dann aber entscheidende Fehler passierten, die für eine erneute Wendung sorgten. „Zwei Tore haben uns das Genick gebrochen.“ Endstand aus Iserlohner Sicht: 2:5. 70 Minuten lang sei die Mannschaft dominant aufgetreten, diese Eindrücke machen Mut. „Wir werden ja stärker, außerdem glauben die Jungs an sich. Deswegen habe ich keine Bedenken, dass wir die Liga halten können.“

Innerhalb des Vereins geht es also nur um die Frage, wie die Saison zu Ende gespielt wird, und nicht ob sie zu Ende gespielt wird. Von einem vorzeitigen Rückzug wird hinter vorgehaltener Hand immer mal wieder gesprochen, aber nur von Personen, die dem Verein nicht angehören. Die Spekulanten denken an Sinopspors zweite Mannschaft, die zur Rückrunde der Kreisliga B Anfang dieses Jahres nicht mehr angetreten ist und inzwischen aufgelöst wurde, und sie wissen, dass die A-Jugend geopfert wurde um das Bezirksliga-Team aufzufüllen. Solche Schlussfolgerungen machen Sezgin Albayrak wütend. „Man erzählt sich immer viel, wenn der Tag lang ist. Aber solange ich den Verein führe, wird so etwas nicht in Frage kommen.“

Es hat übrigens in den vergangenen zehn Jahren eine Mannschaft in der Bezirksliga 6 auf dem sportlichen Weg geschafft, nach dem fünften Spieltag ohne Punkte dazustehen und am Ende trotzdem nicht abzusteigen: Es war der SSV Kalthof in der Saison 2018/19. Die Gelegenheit, einmal nachzufragen, wie man den Kopf aus dieser Schlinge gezogen bekommt, ist jedenfalls günstig – am Sonntag kommt es beim SSV zum direkten Aufeinandertreffen.

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